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Erste ZÖFU-Zertifikatsurkunden überreicht

Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), Fachbereich Forsttechnik, ist seit Oktober 2018 Zertifizierungsstelle für die Österreichische Forstunternehmerzertifizierung (ZÖFU - Zertifiziertes Österreichisches Forstunternehmen), welche die Konformität mit den Anforderungen von PEFC Austria bestätigt. Seit dem Start im Herbst 2018 konnten bereits 11 Zertifikatsurkunden an geprüfte Unternehmen überreicht werden.

© BFW
Teilnehmer der konstituierenden Sitzung: v.l.n.r.: Konrad Ehrenstrasser (Gebr. Landstätter KG); Peter Michelitsch (ÖFUV); Helmut Scherzer (VLÖ); Dr. Christoph Huber (BFW); Dr. Karl Stampfer (BOKU); Mathias Loidl (BFW); Marco Lassnig (L&F); Nikolaus Nemestóthy (BFW); Peter Konrad (ÖFUV); Johannes Tazreiter (Huber-Tazreiter GmbH); Laurenz Aschauer (ÖBF); Thomas Leitner (LK-Ö); Bernhard Wratschko (HBLA Bruck); Andreas Schreyer (MR); Stephanie Thürr (PEFC); Werner Löffler (LK-NÖ)


Der neue PEFC-Standard für nachhaltige Waldbewirtschaftung in Österreich (PEFC AT ST 1001:2017), gültig seit 28.04.2018, legt in den allgemeinen Anforderungen (§4 Abs. c) fest:
„Alle Bewirtschafter von Waldflächen sollen die Anforderungen dieses Standards einhalten. Waldbesitzer sollen nur Unternehmer beauftragen, die die Anforderungen von PEFC Austria an forstliche Dienstleister und Lohnunternehmer erfüllen. Bei der Waldarbeit sollten, wenn forstliche Maschinen (Forwarder, Harvester, Geräte zur nicht bodengestützten Seilbringung, o.Ä.) zum Einsatz kommen, nur solche Dienstleistungs-, Lohnunternehmer eingesetzt werden, die ein gültiges Dokument (Zertifikat, Bestätigung, Teilnahmeurkunde) eines Kontroll- bzw. Zertifizierungssystems besitzen, welches durch PEFC Austria anerkannt ist.“

Das bedeutet: Forstunternehmen müssen nicht unbedingt zertifiziert sein, dann aber ist der Waldbesitzer dafür verantwortlich, dass die PEFC-Richtlinien auch beim Einsatz von Unternehmen eingehalten werden. Mit dem BFW-Gütezeichen ZÖFU wird dem Waldbesitzer bestätigt, dass damit ausgezeichnete Unternehmen alle Anforderungen von PEFC erfüllen. Zum anderen können Waldbesitzer erwarten, dass ZÖFU-Unternehmen gute Arbeitsqualität gewährleisten, indem kompetentes Personal zum Einsatz kommt und die Sicherheitsanforderungen eingehalten werden.

Der Fachbereich Forsttechnik des BFW als Zertifizierungsstelle sieht im Zertifizierungsprozess eine Möglichkeit, Abläufe in den Forstunternehmen zu optimieren, deren Konkurrenzfähigkeit zu stärken und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Dem Unternehmen wird durch das ZÖFU-Zertifikat Verlässlichkeit, Nachhaltigkeit sowie ökologische und soziale Verantwortlichkeit bescheinigt. Durch das mit der ZÖFU-Zertifizierung verbundene positive Image sind für das Unternehmen durchaus ein Wettbewerbsvorteil und eine Abgrenzung von Billigstanbietern zu erwarten.

Darüber hinaus werden durch Verringerung der Unfallgefahr, gute Ausbildung der Arbeiter, moderne Schutzausrüstung und gepflegte Maschinen hochwertige Arbeitsplätze mit sozialer Verantwortung im ländlichen Raum langfristig gesichert.

Ablauf der Zertifizierung

Der Antrag auf Zertifizierung des Unternehmens muss bei der Zertifizierungsstelle per Adresse BFW – Forstunternehmerzertifizierung, Fachbereich Forsttechnik – FAST Traunkirchen, 4801 Traunkirchen, Forstpark 1, schriftlich oder per Mail eingebracht werden. Nach Prüfung dieser Antragsunterlagen wird dem Zertifikatswerber von der Zertifizierungsstelle ein verbindliches Angebot für die Zertifizierung zugesandt. Bei Einverständnis des Zertifikatswerbers mit dem Angebot wird ein Zertifizierungsvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Der Vertrag ist unter Einhaltung einer Dreimonatsfrist zum Ende eines jeden Zertifizierungsjahres durch das Unternehmen kündbar.

Im Zuge eines Vor-Ort-Audits werden die Personalunterlagen, die Organisationsstruktur sowie Maschinen geprüft. Beurteilt werden die Einhaltung sozialer Standards und gerechte Entlohnung, das Bereitstellen und Tragen der persönlichen Schutzausrüstung, die ausreichende Kompetenz der Mitarbeiter, die Bekanntmachung der Unfallverhütungsvorschriften, eine klare Auftragserklärung, die richtige Absicherung des Arbeitsortes, die Vorbereitung der Rettungskette, das Vorhandensein von Prüfbüchern, die Zertifizierung der Subunternehmer sowie Arbeitstechnik und -ausführung. Des Weiteren müssen die Maschinen am aktuellen Stand der Technik sowie gut gewartet sein und über intakte Sicherheitseinrichtungen verfügen.

Im Idealfall gibt es keine Beanstandungen und die Zertifikatsurkunde wird für fünf Jahre ausgestellt. Sollten Mängel im Zuge des Audits festgestellt werden, wird eine Frist festgelegt, in der diese Mängel behoben werden müssen. Damit sichergestellt ist, dass die PEFC und ZÖFU Anforderungen ständig erfüllt werden, werden Zwischenprüfungen durchgeführt. In der Regel jährlich, nur bei Kleinstunternehmen stichprobenartig - mindestens einmal in fünf Jahren.

Kosten der Zertifizierung

Folgende Dienstleistungsbereiche können zertifiziert werden: Holzernte (Fällung, Entastung, Aufarbeitung), Holzrückung (Vorrückung, Hauptrückung, Sortierung, Lagerung) und Waldpflege/Waldverjüngung/Forstschutz.

Die jährlichen Zertifikatsgebühren sind abhängig von der Anzahl an Mitarbeiter, Anzahl und Größe der Maschinen und Anzahl der zu zertifizierenden Arbeitsbereiche. Erfahrungswerte zeigen, dass mit Kosten zwischen 0,01 €/fm und 0,05 €/fm zu rechnen ist. Die Zertifikatsgebühr beträgt z.B. für ein

  • Ein-Personen-Unternehmen : 1 Traktor -> ca. 240 €/Jahr
  • mittleres Unternehmen: 1 Traktor, 2 Seilgeräte, 1 Forwarder, 1 Harvester, 10 Beschäftigte -> ca. 840 €/Jahr
  • großes Unternehmen: 9 Forwarder, 10 Harvester, 22 Beschäftigte -> ca. 1.730 €/Jahr

Die erste Jahresgebühr ist vor dem Erstaudit zu entrichten, danach wird der Teilbetrag quartalsweise abgebucht.

Mehrere Audits bereits durchgeführt

Seit Oktober 2018 wurden vom BFW, Fachbereich Forsttechnik 11 Audits abgeschlossen und die entsprechenden Zertifikatsurkunden ausgestellt. Weitere sechs Forstunternehmen haben bereits einen Antrag auf Zertifizierung gestellt. Die Bandbreite der zertifizierten Unternehmen reicht von Ein-Personen-Unternehmen bis hin zu Österreichs größtem Forstunternehmen. Die Teilnahme an der Zertifizierung erfolgt freiwillig und ist für alle Personen unabhängig von Staatszugehörigkeit und Mitgliedschaften zugänglich. Eine Liste aller zertifizierten Betriebe ist auf der Homepage der Österreichischen Forstunternehmerzertifizierung www.zoefu.at zu finden. Alle zum Antrag notwendigen Unterlagen sowie weiterführende Informationen können ebenfalls auf dieser Homepage heruntergeladen werden. Für etwaige Fragen steht die Zertifizierungsstelle, der Fachbereich Forsttechnik des BFW, gerne zur Verfügung.

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