Deutsch    English
Ausbildungsstätten Fachinstitute
Institut für Waldinventur
Mitarbeiter suchenSuche
Soziale und ökologisch nachhaltige Forstwirtschaft für Guatemala
Wien, Juni 2015: Es gibt viele Theorien darüber, wie sich der Name des Staates Guatemala herleiten lässt. Eine lautet „Land der Berge“. Dieser für die Forstwissenschaft treffenden Übersetzung fehlt etwas Wesentliches: die problematischen Wald- und Landnutzungs-entwicklungen der letzten Jahrzehnte, bei denen die Gewalt an indigenen Maya-Stämmen, Landraub und Brandrodung für land- wirtschaftliche Nutzungen schwerwiegende politische und ökologische Pfade in die Landschaft gezogen hat. 1996 erst wurde ein Friedensvertrag zwischen der Regierung Guatemalas und der Vertretung der Indigenen beschlossen. Nun soll ein Projekt der Rigoberta Menchú-Tum-Stiftung in Kooperation mit dem BMLFUW und dem Bundesforschungszentrum für Wald helfen, ein kommunales Waldbewirtschaftungskonzept für die indigene Bevölkerung zu etablieren.

„Hilfe zur Selbsthilfe ist einer der vorrangigen Gründe, warum das Bundesforschungszentrum für Wald sich in diesem Pilotprojekt engagiert. Das BFW kümmert sich um den österreichischen Wald, genauso ist es aber uns ein Anliegen, in anderen Ländern beim Aufbau einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung behilflich zu sein, damit die Menschen vor Ort vom Wald leben und ihn nachhaltig bewahren können“, fasst Dr. Peter Mayer, Leiter des BFW, das Engagement in Guatemala zusammen.

Berg-Nebelwald von Laj Chimel In dem Gebiet in der zentralen Bergkette, die zwischen 2900 und 3400 Höhenmeter verläuft, treffen warm-feuchte Luftmassen aus der Karibik auf die kühlfeuchte Luft aus dem Pazifikraum. Das ist eine Kombination, die das ganze Jahr über starken Nebel verursacht und eine speziell feuchtigkeitsliebende Flora und Fauna hervorbringt. Viele Epiphyten (→ Aufsitzer-pflanzen), Orchideenarten und potenziell medizinisch nutzbare Pflanzen stellen eine Ressource dar, die nun ökologisch und sozial nachhaltig bewusst gemacht und bewirtschaftet werden sollen. Dabei geht es auch um eine Abschätzung von Holzvorrat, Kohlenstoff-speicherung, Biodiversität und darum, wie dieses Wissen unter der Bevölkerung kommuniziert und angewandt werden kann. 

Erosion, Nährstoffarmut Denn Brandrodung für die einfache Bestellung des Landes und unkoordinierte Brennholzgewinnung sind die wesentlichen Bewirtschaftungsformen, die maßgebliche Faktoren für Erosion, Nährstoffarmut und einen problematischen Wasserhaushalt sind. Das Bundesforschungszentrum für Wald hat nun die Aufgabe, in dem 1125 Hektar großen Projektgebiet die ökologischen und kartographischen Grundlagen zu dokumentieren, um in Kooperation mit der indigenen Bevölkerung die entsprechenden Nutzungsformen abzuleiten. Dabei geht es nicht nur um natur- bzw. forstwissenschaftlich relevanten Fakten. Es geht auch darum, die identitätsstiftende Bedeutung des Waldes für die Bevölkerung herauszufinden und zu formulieren.  

Erste Bestandsaufnahme: Klemens Schadauer, Nicolas Menchú, Ingwald Gschwandtl, Anita Menchú


Brandrodungsfläche im Berg-Nebelwald Laj Chimel, Guatemala


Unterwegs im Berg-Nebelwald


Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) und Moose regulieren den Wasserhaushalt des Waldes






NÜTZLICHE LINKS

Das BFW
Fachinstitute
Ausbildungsstätten
Bundesamt für Wald
Impressum


INTERESSANTE WEBSEITEN

Borkenkäfer Monitoring ISSW 2018 Innsbruck Herkunftsberatung Bodenkarte
FOLGEN SIE UNS

Youtube Facebook

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0, direktion@bfw.gv.at
BFW © 2017