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Das Leben der Tanne außerhalb der Weihnachtszeit
Weihnachten ohne Christbaum ist für die meisten Menschen in Österreich undenkbar. Ganz klar, dass sich daraus ein großer Bedarf an Bäumen ergibt. An die 2,35 Millionen Christbäume stehen zu Weihnachten in Österreichs Wohnungen. Experten am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) erforschen, wie sich der Klimawandel auf die Nadelholzbaumarten auswirken wird. Ihr Ergebnis ist erstaunlich. 

Tanne oder Fichte?

Laut Umfrage wird die Nordmannstanne am stärksten nachgefragt. Sie entspricht aufgrund ihrer Gestalt, des dichten Wuchses und der langen Haltbarkeit der Nadeln am ehesten der Vorstellung der Konsumenten und Konsumentinnen von einem Christbaum. Doch auch die Blaufichte, die Coloradotanne und die Koreatanne werden gerne gekauft.

Trockenstress-Forschung

Höhere Temperaturen und verringerter Niederschlag führen jedoch dazu, dass viele Nadelbaumarten unter Trockenstress zu leiden haben“, erklärt Studienautor Dr. Silvio Schüler vom BFW. Erforscht wurde vom BFW gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur, Wien, wie die Baumarten auf Trockenstress reagieren und welche Samenherkünfte am besten bei Trockenheit geeignet sind. Grundsätzlich gilt: Bäume reduzieren das Wachstum, schließen die Spaltöffnungen und verlagern Biomasse aus der Krone in den Stamm und die Wurzeln. Kennt man die Empfindlichkeit einer Baumart gegen Trockenheit, so können auch die Auswirkungen des Klimawandels auf das Zuwachs, die Kohlenstoffspeicherung und die Baummortalität eingeschätzt werden.

Tanne noch weitgehend unerforscht

Zu Fichte und Douglasie gibt es schon einiges an Forschung, zur Tanne liegt wenig vor. Insbesondere die innerartliche genetische Variation des Trockenstressverhaltens ist von Bedeutung, denn sie entscheidet über das Anpassungsvermögen einer Baumart und den Erfolg von Züchtungsmaßnahmen. Im Fall der Weißtanne stellt sich zudem die Frage, ob nah verwandte Arten aus dem Mittelmeerraum besser mit Trockenheit umgehen können als die heimische Tanne und ob diese zur Anpassung an den Klimawandel verstärkt angebaut werden sollten.

Erklärungsversuche

Ein Herkunfts- und Artenvergleich im Osten Österreichs beantwortete nun folgende Fragen: Reagieren bestimmte Tannenarten und Herkünfte der Weißtanne unterschiedlich auf Trockensituationen? Kann von Holzeigenschaften wie Jahrringbreite und Holzdichte auf die Reaktion der Art oder Herkunft hinsichtlich des Trockenstresses geschlossen werden?

Und erklärt das Klima, aus dem das Saatgut der Baumart oder Herkunft stammt, die spezielle Trockenreaktion der daraus gewachsenen Bäume?

Foto: LWF/P. Dimke

Erstaunliches Ergebnis: Weißtanne ähnlich trockenresistent wie Griechische Tanne

 Aus Jahresring- und Dichtemessdaten wurden die Jahrringbreite und die Holzdichte von Früh- und Spätholz berechnet, wobei fünf ausgeprägte Trockenjahre zwischen 1970 und 2011 identifiziert werden konnten.  Deutliche Unterschiede wurden zwischen den Arten, aber auch innerhalb der Arten gefunden. So zeigte die Nordmannstanne die höchste Resistenz gegen Trockenheit, während die Griechische Tanne sich am schnellsten vom Trockenstress erholte. Hinsichtlich der heimischen Weißtanne muss man sich keine Sorgen machen, denn sie zeigte ein ähnliches Trockenstressverhalten wie die Griechische Tanne.

Studie als Download

Inter- and intra-specific variation in drought sensitivity in Abies spec. and its relation to wood density and growth traits
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