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Reinigende Wirkung des Waldes
sorgt für gutes Trinkwasser
Wälder sichern unser Trinkwasser. Waldböden wirken als natürlicher Filter für Schadstoffe und sorgen so für reines Trinkwasser. Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) hat gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur (BOKU) Österreichs Wälder hinsichtlich ihres Trinkwasserpotenzials klassifiziert.

Laut Weltwasserbericht 2015 der UNESCO haben weltweit rund 750 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Österreich verbraucht eine Person durchschnittlich 135 Liter Wasser täglich, wobei nur drei Liter getrunken werden. Die anderen 132 Liter fallen für Dusche, WC, Abwasch und dergleichen an.  

Im naturnahen Wald sind die Stoffkreisläufe weitgehend geschlossen. „Der Waldboden verfügt über eine höhere Reinigungswirkung, da die Bodenbearbeitung fehlt und der Humusgehalt höher ist“, erläutert Dr. Peter Mayer, Leiter des BFW.
Im Wald werde kein oder wenig Düngermittel eingesetzt und eingeschränkt Pflanzenschutzmittel verwendet. Ebenso werden Abfallstoffe (Klärschlämme und ähnliches) im Wald nicht eingebracht.

Die Baumartenzusammensetzung hat Einfluss auf die Wasserqualität: Generell wird unter Laubbäumen hochwertigeres Trinkwasser produziert als unter Nadelbäumen.
So werden im Sickerwasser unter Laubbäumen geringere Nitratkonzentrationen gemessen, da die Auskämmung von Stickstoff geringer ist und die Wurzeln tiefer
den Boden erschließen.

Trinkwasserpotenzial planbar machen

Um das Trinkwasserpotenzial besser planen und sichern zu können, entwickelten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des BFW und der BOKU ein Werkzeug, mit dem das Produktionspotenzial verschiedener Waldstandorte für Trinkwasser bewertet werden kann. Flächen, die hydrologisch relativ homogen reagieren und eine vergleichbare Trinkwasserspeicherung aufweisen, wurden zu sogenannten Wald-Hydrotop-Modellgruppen zusammengefasst.

Auwälder und bodenfeuchte Eichen-Hainbuchenwälder weisen ein hohes Trinkwasserproduktionspotenzial auf, ebenso Mischwälder auf silikatischem Grundgestein und Buchenwälder. Ein geringes Potenzial haben Buchenwälder auf Kalkgestein und  Schwarzkiefern-Wälder.

Eine wesentliche Datengrundlage für die Bewertung des Potenzials war die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. "In Zukunft wird sich die Wasserspeicherkapazität des Bodens nicht ändern. Was sich aber ändern wird, ist die Verdunstung. Erhöht sich diese wegen zunehmender Temperaturen, wird der Wasserspeicher früher aufgebraucht", unterstreicht Dr. Michael Englisch, BFW, die Wichtigkeit des Bodenwasserspeichers im Hinblick auf den Klimawandel.

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