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Borkenkäfer schwärmen aus: Ausgangslage kritisch
Sie sind nur zwei bis acht Millimeter klein und können der Forstwirtschaft einen beträchtlichen Schaden zufügen. Aber nicht ihre Größe, sondern ihre Anzahl macht die Fichtenborkenkäfer zu einer ernstzunehmenden Bedrohung. Schäden durch Schneebruch vor zwei Wochen haben die Lage in einigen Gebieten verschärft. Gernot Hoch vom Institut für Waldschutz schätzt die Lage im heurigen Frühjahr als kritisch ein.

Der Achtzähnige Fichtenborkenkäfer ist einer der gefährlichsten Schädlinge für die Forstwirtschaft. Jedes Jahr im April bis Mai verlassen die auch unter dem Namen Buchdrucker bekannten Insekten ihr Winterquartier, das sich unter der Rinde der namensgebenden Baumart oder im Waldboden befindet. Sie suchen nach geschwächten Bäumen, um dort eine neue Generation zu gründen. Bei einer größeren Anzahl an Käfern werden nach und nach auch gesunde Bäume befallen. Dort bohren sie sich durch die Rinde ein, bilden lange Fraßgänge im Bast und legen ihre Eier ab. Die Schädlinge können so in einem Sommer ganze Baumbestände zum Absterben bringen.

Gernot Hoch vom Institut für Waldschutz beurteilt die Lage im heurigen Frühjahr als ernst: „Im Vorjahr hat der massive Befall mit dem Borkenkäfer recht spät im Jahr stattgefunden, Schäden wurden vom Spätsommer bis in den Herbst auffällig. Durch die Witterungsbedingungen konnte sich auch eine zweite, häufig sogar eine dritte, Käferpopulation fertig entwickeln und in Folge den Winter erfolgreich überdauern. Wir müssen also für das Frühjahr mit sehr hohen Ausgangspopulationen rechnen.“
Schadbild eines vom Borkenkäfer heimgesuchten Bestandes ©BFW


Ein Buchdrucker oder auch Achtzähniger Fichtenborkenkäfer ©BFW/Hannes Krehan
Betroffen sind in erster Linie Gebiete im Alpenvorland in Ober- und Niederösterreich und Salzburg, sowie im Burgenland und den tieferen Regionen Kärntens und der Steiermark. In Gebieten wo der Wintereinbruch vor zwei Wochen durch Schneebrüche massive Schäden im Wald verursacht hat, sollten die Waldbesitzer besonders wachsam sein. „Wenn gebrochenes Material von Fichten nicht rechtzeitig aus dem Wald entfernt werden kann, dann können die Käfer, die jetzt gerade unterwegs sind, dieses Material befallen und sich dort sehr stark entwickeln“, unterstreicht Hoch die Bedeutung einer sorgsamen Waldpflege. Diese beinhaltet auch regelmäßige Waldbegehungen, um neu befallene Bäume aufzufinden und aus dem Wald zu entfernen, ehe sich die Käferbrut fertig entwickeln kann.

Das Wetter der nächsten Wochen wird nun die Entscheidung bringen, wie es mit der Käferplage weitergeht. Regen und kalte Witterung bremsen den Buchdrucker in seiner Entwicklung und brächten nach dem Sommer 2015 eine Erholung für die durch die Trockenheit geschwächten Waldbäume.



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