Deutsch    English
Ausbildungsstätten Fachinstitute
Presse
Mitarbeiter suchenSuche
Heimische Forschung bietet Arbeit für Wissenschaftler mit Asylstatus
Geschichten von gut ausgebildeten Flüchtlingen, die sich bei uns mit Hilfs-Jobs über Wasser halten, sind hinlänglich bekannt. Viel Wissen bleibt durch diese Situation ungenutzt. Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) will dieses Know how heranziehen und beteiligt sich aktiv an der Integration von Flüchtlingen. Wie im Fall von Dr. Hamdi Alsaffouri, der aktuell ein Praktikum am Institut für Waldgenetik macht.

Für das BFW ist es nichts Ungewöhnliches, gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus anderen Teilen dieser Erde an Projekten zu arbeiten. Daher lag es für Dr. Berthold Heinze vom Institut für Waldgenetik des BFW nahe, über das Projekt "Science in Asylum" des Zentrums für soziale Innovation Kontakt mit Dr. Hamdi Alsaffouri aufzunehmen. Alsaffouri ist vor zwei Jahren nach Österreich gekommen. In Syrien hat er im Ministerium für Landwirtschaft und Agrarreformen gearbeitet, wo er das Institut für Biotechnologie des landwirtschaftlichen Forschungszentrums (GCSAR) leitete und sich intensiv mit der Entwicklung von Nutzpflanzen beschäftigte.

Am BFW ist er als Volontär bis Ende Juli 2016 im Labor tätig, dies wurde über das Arbeitsmarktservice (AMS) vermittelt. Dort hilft er dem Team mit DNA-Extraktionen und Analysen von Waldpflanzen und diversen Messungen. In Syrien arbeitete er auf dem Gebiet der Pflanzenzucht vor allem mit Weizen, Gerste und Baumwolle, den Haupterzeugnissen der syrischen Landwirtschaft. Als leitender Wissenschaftler hatte er sehr vielfältige Aufgaben, vom Management der Teamarbeit im Department bis zur Evaluierung der Forschungsergebnisse.

Dr. Alsaffouri (rechts) und Dr. Heinze bei der Arbeit im Labor (Bild: BFW)
Dr. Alsaffouri (rechts) und Dr. Heinze bei der Arbeit im Labor (Bild: BFW)
Download 300 dpi

Mehr Möglichkeiten in Österreich

"Grobe Unterschiede in den Arbeitsweisen österreichischer und syrischer Wissenschaftler gibt es keine. Allerdings hat man hierzulande als Forscher eine größere Bandbreite an Möglichkeiten und die Technologien sind insgesamt moderner", stellt Hamdi Alsaffouri fest. Die genetische Veränderung von Nutzpflanzen ist aber auch in Syrien ein strittiges Thema. 2012 wurde ein Gesetz verabschiedet, das Regelungen zur Entwicklung der Gentechnik beinhaltet. Alsaffouri arbeitete an diesem sehr umfangreichen Regelwerk mit. Dann begann der Krieg in Syrien, der öffentliche Debatten wie in Mitteleuropa weitgehend verschluckte.

Programme sollen Waldanteil erhöhen

Syrien ist nur mit etwa drei Prozent Wald bedeckt (zum Vergleich – in Österreich sind es rund 48 Prozent). Die Landwirtschaft gilt daher als Haupteinnahmequelle für die Wirtschaft, auch wenn lediglich ein Drittel des Landes landwirtschaftlich nutzbar ist. Wald spielt hauptsächlich als Schutz gegen Erosion eine große Rolle, deswegen gibt es Aufforstungsprogramme, die den Waldanteil erhöhen sollen. "Wenn der Krieg heute enden würde, müsste man diese Wälder wohl zuerst von Minen befreien", meint Berthold Heinze. Dann könne man gezielt Gemeinden fördern, den Wald zu bewirtschaften und so die Aufforstungen unterstützen. Der Genomforscher ist jedenfalls froh über die Bekanntschaft mit dem syrischen Wissenschaftler und wünscht sich, dass er eine Chance bekommt, seine Talente als Pflanzenzüchter in der österreichischen Landwirtschaft einsetzen zu können.

Links

CGSAR
Science in Asylum
 

Rückfragen an

Dr. Berthold Heinze berthold.heinze@bfw.gv.at +43 1 878 38 22 19
Dr. Hamdi Alsaffouri hmo8611@yahoo.com +43 688 642 44 289
Anna-Maria Walli  anna.walli@bfw.gv.at +43 1 878 38 13 43
 
NÜTZLICHE LINKS

Das BFW
Fachinstitute
Ausbildungsstätten
Bundesamt für Wald
Impressum


INTERESSANTE WEBSEITEN

Borkenkäfer Monitoring ISSW 2018 Innsbruck Herkunftsberatung Bodenkarte
FOLGEN SIE UNS

Youtube Facebook

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0, direktion@bfw.gv.at
BFW © 2017