Deutsch    English
Ausbildungsstätten Fachinstitute
Institut für Waldgenetik
Mitarbeiter suchenSuche

Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder zur Erhaltung der Diversität im Klimawandel (SUSTREE) 

Häufigere Wetterkapriolen führen Forstgenetiker des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) vor neue Fragestellungen und Aufgaben. Es soll auch in Zukunft genetische Vielfältigkeit in den heimischen Wäldern garantiert werden. Transnationale Zusammenarbeit ist dabei wichtig, um geeignete Herkünfte und Züchtungen von forstlichem Pflanzmaterial zu erhalten. Das BFW startet daher ein internationales Projekt mit dem Namen „SUSTREE“, und wird in den nächsten drei Jahren mit acht Partnern aus sechs Ländern Zentraleuropas an gemeinsamen Lösungen arbeiten. 

In Zentraleuropa werden jährlich rund 900 Millionen Forstpflanzen der Hauptbaumarten angepflanzt. Dabei werden europäische und nationale Gesetze in Bezug auf forstliches Pflanzmaterial und Saatgut berücksichtigt. Es stellt sich nun die Frage, ob in Zeiten des Klimawandels diese Regulationen noch aktuell sind und wie man auch in Zukunft eine stabile und leistungsfähige Produktion des nachwachsenden Rohstoffes Holz garantieren kann.  

Klimawandel gefährdet genetische Vielfalt

Prognosen sagen voraus, dass sich die Baumartenzusammensetzungen unserer Wälder in den nächsten Jahrzehnten drastisch verändern werden. Um die Stabilität von Waldökosystemen zu erhalten, sind Förster und Försterinnen oft darauf angewiesen, Bestände neu anzupflanzen oder Naturverjüngung nachzubessern. Dabei ist es besonders wichtig, das richtige forstliche Pflanzmaterial zu verwenden. Zur Auswahl des richtigen forstlichen Pflanzmaterials sind die geografischen Wuchs- und Verbreitungsareale in Herkunftsgebiete unterteilt. Die Anpflanzungsgebiete der verschiedenen Herkünfte können sich durch Änderungen im Klima verschieben. Saatgutplantagen und Forstgärten müssen langfristig planen, wenn es darum geht, den heimischen Markt mit passendem Pflanzmaterial zu versorgen. Das Team von SUSTREE hat es sich zur Aufgabe gesetzt, anhand von Modellen mögliche Veränderungen der Herkünfte und neue Verbreitungsgebiete von Baumarten aufzuzeigen.

Brücken bauen

Ändert sich das Klima, werden sich unsere Wälder verändern. Samenplantagen und Baumschulen müssen zeitgerecht im Rahmen der nationalen und europäischen Gesetzgebung auf diese neuen Gegebenheiten reagieren können. Samen und Pflanzen kennen in ihrer natürlichen Verbreitung keine nationalen Grenzen. Umso wichtiger sind transnationale Zusammenarbeiten wie das SUSTREE-Projekt. Das BFW arbeitet mit Institutionen aus Deutschland, Polen, Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn zusammen, um eine nachhaltige und stabile Bewirtschaftung mit dem besten genetischen Materialien auch in Zukunft zu garantieren.

Wissenschaft, Praxis & Politik 

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen werden zeitnah in Zusammenarbeit mit Forstbetrieben umgesetzt. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass bestehende Arten sowie Artenvielfalt auch in Zeiten des Klimawandels  geschützt werden.  Die breite Öffentlichkeit soll mit Hilfe eines Filmbeitrages auf diese wichtige Thematik aufmerksam gemacht werden.

Eine Eiche im Pflanzgarten

Nachhaltige Forstwirtschaft ist Voraussetzung für stabile Ökosysteme, die fit für den Klimawandel sind. Dafür ist eine Verwendung von passendem und genetisch vielfältigem Pflanzmaterial unabdingbar. Bestehende Gesetze zu forstlichem Pflanzmaterial und Saatgut rechnen mögliche Veränderungen durch den Klimawandel nicht mit ein. Deshalb liegt ein weiterer Schwerpunkt der transnationalen Zusammenarbeit in der aktiven Information von Interessensvertretungen auf nationaler und europäischer Ebene, um so langfristig die bestehenden Regulationen und Gesetzgebungen zu forstlichem Saatgut- und Pflanzgut mitzugestalten.

SUSTREE – Innovative Ansätze fördern 

Ziel ist es, innerhalb des Interreg CENTRAL EUROPE-Projektes eine Plattform für den Informationsaustausch zu Baumartenverteilungen zu schaffen und Daten zu harmonisieren. Es werden Modelle zur Erhaltung von genetischer Variabilität und Verbreitung von anpassungsfähigem forstlichem Saatgut entwickelt. Nationale Register über verfügbare Pflanzmaterialien sollen in Zukunft besser vernetzt und in einer gemeinsamen Sprache öffentlich zugänglich sein. Computergestützte Tools werden am Ende der Zusammenarbeit der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, um eine klimagerechte Diversität in unseren Wäldern zu fördern.


Douglasien-Setzlinge in der Baumschule

Vom 13. - 14. 09. 2014 findet am BFW in Wien das Kick-off Meeting des SUSTREE-Projektes statt. Dabei treffen alle Partnerinstitute und Entscheidungsträger des Projektes zusammen legen und das Dreijahresprogramm fest. Das Bundesforschungszentrum für Wald hat die Projektleitung und Kommunikation inne.

Projektleitung:
BFW: Silvio Schüler, Abteilungsleiter Herkunftsforschung und Züchtung (am Institut für Waldgenetik)

Projektpartner:
  • University of Life Sciences Prague CULS
  • National Forest Centre Slovakia NLC
  • National Agricultural Research and Innovation Centre Hungary NAIK ERTI
  • Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischere TI
  • Forest Research Institute Poland IBL
  • Österreichische Bundesforste AG ÖBf 
  • Bayerisches Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht ASP
Projektmitglieder: 
The Forests of the Czech Republic, State Enterprise (LCR), The Forest Management Institute Czech Republic, Austrian Federal Ministry of Agriculture, Forestry, Environment and Water Management, LIECO GmbH & Co KG, Federal Office for Agriculture and Food Germany, Public Enterprise Sachsenforst, Competence Centre for Wood and Forestry, General Directorate of State Forest Poland, Seed Office Agency Poland, The Forests of the Slovak Republic, state enterprise, Technical University in Zvolen, Faculty of Forestry, Ministry of Agriculture Hungary, Ministry of Agriculture and Rural Development of the Slovak Republic, Section of Forestry and Wood Processing, Bavarian State Forests, European Forest Institute Central-East European Regional Office (EFICEEC)


Download für Druck
1.Reihe: Magdalena Lackner (BFW), Lea Henning (TI), Debojyoti Chakraborty (BFW), Christina Bouissou (BFW), Szilvia Jakab (NAIK ERTI), Dagmar Bednarova (NLC), Alexandra Kulmer (CENTRAL EUROPE Programme Joint Secretariat), Lubor Jusko  (CENTRAL EUROPE Programme Joint Secretariat) 2.Reihe: Roland Baier (ASP), Andreas Bolte (TI), Silvio Schüler (BFW), Ervin Rasztovits (NAIK ERTI), Thomas Geburek (BFW), Martin Cabrada (CULS), Jan Stejskal (CULS), Thomas Thalmayr (BFW) 3. Reihe: Roman Longauer (NLC), Jan Kowalczyk (IBL), Laszlo Nagy (NAIK ERTI)




 

Publiziert: 05.09.16
NÜTZLICHE LINKS

Das BFW
Fachinstitute
Ausbildungsstätten
Bundesamt für Wald
Impressum


INTERESSANTE WEBSEITEN

Borkenkäfer Monitoring ISSW 2018 Innsbruck Herkunftsberatung Bodenkarte
FOLGEN SIE UNS

Youtube Facebook

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0, direktion@bfw.gv.at
BFW © 2017