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Resselpreis 2016: Waldschadensforscher Markus Neumann erhält Ehrung für Lebenswerk
Der diesjährige Preisträger des Ressel-Forstpreises für das Lebenswerk heißt Dr. Markus Neumann. Der ehemalige Leiter des Institutes für Waldwachstum und Waldbau des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) wurde am 24. November 2016  gemeinsam mit der Forststudentin Lisa Lehner geehrt. Die ehemalige Mitarbeiterin des BFW wurde für ihre Tätigkeit im Bereich Aus- und Weiterbildung ausgezeichnet.

Markus Neumann, der seit Oktober 2016 seinen Ruhestand genießt, widmete einen Großteil seines Forscherlebens der Erfassung von neuartigen Waldschäden. Gemäß seinem Leitspruch „Alles messen, was messbar ist. Alles messbar machen, was noch nicht messbar ist“ trug er ganz wesentlich dazu bei, dass der Zustand des österreichischen Waldes durch bestens geschultes Personal nach möglichst objektiven Kriterien erhoben wurde. Es waren nicht zuletzt die aus der Waldzustandsinventur gewonnen Erkenntnisse, die zu einer Versachlichung der Diskussionen rund um das Waldsterben führten.



Lisa Lehner (Jugendpreis), BFW-Leiter Peter Mayer und Dr. Markus Neumann (Lebenswerk)

Die von ihm geleitete Waldzustandsinventur lieferte die wesentlichen Grundlagen, die zu wichtigen umweltpolitischen Maßnahmen geführt haben (z.B. Reduktion der Schwefeldioxid-Emissionen). Seine Fachkompetenz fand daher auch internationale Anerkennung im Rahmen von ICP Forests, wo er lange Zeit die Funktion des Co-Chairman des Expert Panels zu Waldwachstum innehatte. Zudem war seine Expertise auch in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien gefragt.

Auf dem Gebiet des waldwachstums- und ertragskundlichen Versuchswesens war es Markus Neumann immer wichtig, dass die gewonnenen Erkenntnisse den Weg in die forstliche Praxis fanden. Neue Fragestellungen für das ertragskundliche Versuchswesen leitete er meist aus den ökonomischen Rahmenbedingungen der österreichischen Forstwirtschaft ab, was seinen Fokus auf eine praxisorientierte und angewandte Forschung unterstreicht.

Alles messbar machen, was noch nicht messbar ist

Markus Neumann wurde in Wien geboren und studierte Forstwirtschaft an der Universität für Bodenkultur (BOKU). Er begann im Jahre 1979 seine Tätigkeit an der damaligen Forstlichen Bundesversuchsanstalt - nunmehr Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) - in Wien, wo er zunächst mit der Erstellung von Rauchschadensgutachten befasst war.

Neumann war maßgeblich an der Durchführung der damaligen Waldzustandsinventur von 1984-1988 beteiligt und wurde 1987 zum Leiter der Abteilung "Waldschadensbemessung und -bewertung" bestellt. Ab 1991 war er für das Waldschaden-Beobachtungssystem verantwortlich.  Dieses Monitoringprogramm wurde unter seiner Ägide in das europaweite Waldzustandsmonitoring des ICP-Forests eingegliedert. Ab 1995 wurden in Österreich unter seiner fachlichen Leitung die Intensivbeobachtungsflächen (Level II) etabliert.

Am 1. März 1995 übernahm Neumann die Leitung des damaligen Instituts für Waldwachstum und Betriebswirtschaft - nunmehr Institut für Waldwachstum und Waldbau, seit August 2004 war er zudem stellvertretender Leiter des BFW.

Internationale Vernetzung von Forststudenten

Lisa Lehner hat sich in ihrer langjährigen Rolle als Vorstandsmitglied des Lokalkomitees der International Forestry Students’ Association an der Universität für Bodenkultur Wien (IFSA LC BOKU) durch ihren unermüdlichen Einsatz für Studierende der BOKU ausgezeichnet. Die gebürtige Burgenländerin hat es sich neben ihrem Studium zum Ziel gemacht, durch erfolgreiche Zusammenarbeit mit Partnern, wie dem BFW, Praxiserfahrungen für Kolleginnen und Kollegen außerhalb des Lehrsaales zu ermöglichen. So hat sie im Frühjahr 2013 das Südeuropatreffen für Forststudentinnen und -studenten organisiert. 2016 war sie hauptbeteiligt an der Organisation des weltweit größten Forststudierendentreffens IFSS, das heuer in Österreich stattgefunden hat und bei dem das BFW als Gold-Sponsor fungierte. Eine internationale Vernetzung der Jugend schon während des Studiums ist für viele ein wichtiger Schritt in ihrer persönlichen und professionale Entwicklung und trägt dazu bei, die Vielschichtigkeit der Forstwirtschaft besser kennen zu lernen und zu verstehen. „Die Verleihung des Resselpreises an Lisa Lehner und Markus Neumann zeigt, dass das BFW beides bietet: Chancen für langjährige Forschung als auch Möglichkeiten zur Karriereentwicklung junger StudentInnen bzw. AbsolventInnen“, erklärt BFW-Leiter Dr. Peter Mayer.

Forstbeamter und Erfinder

Der Ressel-Forstpreis wird heuer zum dritten Mal vom Verein zur Förderung des Forstwesens für besondere Leistungen für den Wald und den forstnahen Bereich der Weiterverarbeitung von Holz vergeben. Benannt ist die Auszeichnung nach dem österreichisch-böhmischen Forstbeamten Josef Ressel. Der Absolvent der ehemaligen Forstakademie Mariabrunn war als auch als vielseitiger Erfinder erfolgreich. Nicht nur deshalb wird der Preis an Personen vergeben, die Kreativität und Innovation in ihre Arbeit einbringen oder eingebracht haben.

Der Preis gliedert sich in drei Kategorien:
  • Der Jugendpreis (Kandidatinnen und Kandidaten, die am Ende ihrer Ausbildung stehen)
  • Der Preis für im Beruf stehende Praktikerinnen und Praktiker (Alter zwischen 28 und 65)
Beide Preise sind mit je ¤ 5000 dotiert.
  • Ehrenpreis für das Lebenswerk als Sachpreis
Rückfragen
Christian Lackner, christian.lackner@bfw.gv.at, +43 664 841 27 02
Anna-Maria Walli, anna.walli@bfw.gv.at, +43 676 450 1966
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