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FloodFlux macht Treibhausgasflüsse in Auwäldern sichtbar
Auwälder werden regelmäßig überflutet. Das macht die Arbeit in diesen wichtigen Ökosystemen nicht unbedingt leichter, weshalb verschiedene ökologische Prozesse bis dato nur unzureichend erforscht sind. Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) ermittelt nun in den Donauauen die Treibhausgasflüsse in und aus dem Waldboden.

Auwälder sind sehr dynamische Ökosysteme und gehören zu den produktivsten und artenreichsten der Erde. Die Auenvegetation besteht großteils aus ungleichaltrigen Wäldern mit einer vielfältigen Mischung an Baumarten. Die breite Palette an Ökosystemleistungen, die diese Wälder bieten, reicht von einer hohen Biodiversität und Produktivität von Holz über die Retention von Hochwasserspitzen, Speicherung von Bodennährstoffen und Einlagerung von CO2 bis zum Erholungswert und ästhetischen Aspekten.

Auch das größte zusammenhängende natürliche Auwald-Ökosystem Mitteleuropas – der Nationalpark Donauauen – stellt durch seinen von jährlich wiederkehrenden Überschwemmungen geprägten Charakter einen unschätzbaren Wert dar. Der periodische Nährstoffeintrag und die stetig gute Wasserversorgung fördern zum einen den Artenreichtum und die Produktivität des Waldes. Gleichzeitig bilden sie aber auch gute Voraussetzungen für die Produktion von klimaschädlichen Treibhausgasen, vor allem von Lachgas (N2O) und Methan (CH4).


Die Donauauen sind das größte zusammenhängende natürliche Auwald-Ökosystem Mitteleuropas (Bild: pixabay).

Treibhausgasflüsse werden ermittelt

Andreas Schindlbacher und seine Kollegen vom Institut für Waldökologie und Boden des BFW wollen nun mit dem Projekt "FloodFlux" im Rahmen des Austrian Climate Research Programmes ACRP herausfinden, wie die Treibhausgase Lachgas und Methan auf natürliche Weise in und aus Böden und Bäumen fließen. Um diese zu erfassen, messen Wissenschaftler Treibhausgase und Umwelteinflüsse an mehreren repräsentativen Auwald-Standorten. Im Fokus des Projekts steht, wie sich die Anzahl und Stärke wiederkehrender Überflutungen auf die Treibhausgasflüsse Auswirkt.    

Das Projekt wird wichtige Impulse zu einer Verbesserung der Treibhausgas-Inventur in (Au)Wäldern liefern. Mit den Ergebnissen sollen Strategien um Umgang mit den Klimaveränderungen angepasst und verbessert werden können. Als Partner dieses Projekts konnte Schindlbacher die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), das Karlsruhe Institute of Technology (KIT) und die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gewinnen.

Standorte mit verschiedenen Gegebenheiten

Der Nationalpark Donauauen reicht vom Ostende der Stadt Wien stromabwärts bis zur Grenze an die Slowakei (zirka 40 km Länge, rund 10.000 ha Fläche, Abbildung). Die Donau ist in diesem Bereich stark durch die jahreszeitlichen Hochwässer aus dem alpinen Einzugsgebiet charakterisiert. Durch die ökologische Degradation des Flusses verlandeten in der Vergangenheit Seitenarme des Flusses. Wichtige Auwald-Habitate gingen auf diese Weise verloren. Mittlerweile laufen Bemühungen, den Auwald in seiner Charakteristik, seinem ökologischen Status und die Verbindung zwischen dem Fluss und seiner Au wiederherzustellen.

Links

Nationalpark Donauauen
Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)
Karlsruhe Institute of Technology (KIT)
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Publiziert: 16.03.17
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