Deutsch    English
Ausbildungsstätten Fachinstitute
Presse
Mitarbeiter suchenSuche
Wer Lawinen langfristig erforscht
"Schnee und Lawinen" langfristig zu analysieren, ist eine Aufgabe, der sich das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) verschreibt. Die angewandte Forschung mit starkem Bezug zu praktischen Lösungen ist nicht zu verwechseln mit dem Lawinenlagebericht, also Echtzeit-Prognosen, die sich Skitourengeher oder Variantenfahrer jeden Morgen anhören sollten, bevor ihre Schneetour losgeht.
Eine Erklärung


Wien/Innsbruck | Wenn der Lawinenwarndienst medienwirksam in vier Kernsätzen ausruft, dass das Betreten von ungesicherten Pisten lebensgefährlich ist, da bei bestimmten Wetterlagen Schneebretter losgetreten werden können, dann ist sofort klar, welche Aufgabe den Schnee-Expertinnen und Experten zukommt: meteorologische Daten einschätzen, auf die aktuelle Lawinengefahr hin interpretieren und möglichst breitenwirksam kommunizieren. Die Arbeit des Teams um Karl Kleemayr am BFW in Innsbruck ist nicht ganz so zeitnah angelegt. Die Forscher gehen der langfristigen, dennoch absolut lebensnotwendigen Frage nach, wie sich Schnee in seiner Dynamik verhält, welche Faktoren Lawinen begünstigen und wie sich die Gesellschaft langfristig davor schützen kann: Risikopläne erarbeiten, Versuche mit technischen Schutzbauten durchführen, Grundlagenforschung am Material Schnee betreiben, Lawinenabgänge und –sturzbahnen modellieren und forstwirtschaftliche Pläne für die Stabilisierung von Schutzwäldern erstellen, lautet ihr umfangreiches Programm.

Weltweit vernetzt

Auch internationale Kooperationen sind dafür notwendig, um bei der Lawinenforschung on top zu sein. Dafür hat der BFW-Lawinenforscher Jan Thomas Fischer etwa mit seinem Kollegen Jim McElwain von der Durham University in England kooperiert und in einer aufwendigen Versuchsanordnung die Kräfte von Lawinen erfasst. In einer Art Crash-Test wurde ein Auto-Wrack in einer Landschaft aufgestellt und eine Lawine losgelöst. Die dort platzierten Schneesensoren zeichneten auf, wie stark die Lawinendynamik ist. Aber nicht nur Sensoren machen in bei der Lawinenforschung ihren Dienst (siehe auch Bild rechts). Radarmessungen in einem Skigebiet in Japan (Niseko/Hokkaido), oder auch Schneetrommelexperimente in Wien an der Universität für Bodenkultur stehen derzeit auf dem Programm. Mithilfe der Trommel lässt sich etwa eruieren, wie lang es braucht, dass Schnee sich zu Schneebällen formiert. Dieses Wissen ist notwendig, um die „innere Logik“ einer Lawine zu verstehen.

© BFW

Rückfragen und Interviews
Mag.a Marianne Schreck marianne.schreck@bfw.gv.at
0664/453 66 00

Mehr zum Thema im neuen
BFW-Magazin Lichtung,
zu bestellen unter













NÜTZLICHE LINKS

Das BFW
Fachinstitute
Ausbildungsstätten
Bundesamt für Wald
Impressum

Datenschutzerklärung
INTERESSANTE WEBSEITEN

ISSW 2018 Innsbruck Herkunftsberatung Bodenkarte
FOLGEN SIE UNS

Youtube Facebook

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft
Austria, 1131 Wien, Seckendorff-Gudent-Weg 8 | Tel.: +43 1 878 38-0, direktion@bfw.gv.at
BFW © 2018