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Europaweite Zusammenarbeit für klimafitte Wälder
Anpassung an den Klimawandel und Umweltschutz sind wichtige Herausforderungen, denen sich derzeit alle europäischen Länder stellen müssen. Da Waldökosysteme sehr empfindlich auf die klimatischen Veränderungen reagieren, gilt die Nutzung der genetischen Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Baumarten als vielversprechende Strategie. Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) unterstützt mit dem transnationalen Projekt SUSTREE die Anpassung an die Klimaveränderung in Mitteleuropa über die Nutzung der genetischen Vielfalt von Waldbäumen.


Bild: BFW

Der volle Projekttitel von SUSTREE lautet "Conservation and Sustainable Utilization of Forest Tree Diversity in Climate Change". Das 2016 gestartete Projekt befindet sich auf der Zielgeraden, auf der die entwickelten Projektergebnisse in Pilotanwendungen getestet und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dazu findet vom 26. bis 29. März 2019 in Prag eine Reihe von Projektveranstaltungen aller SUSTREE Partner statt. 

Das wichtigste Ergebnis ist die Uraufführung des im Projekt gedrehten Dokumentarfilms "Borderless Forests", der am Abend des 28. März im Svetozor-Kino in der Prager Altstadt uraufgeführt wird. Dieser Film wurde im Auftrag des Projektpartners Tschechische Universität für Lebenswissenschaften (CULS) produziert, um die breite Öffentlichkeit, sowie Interessensvertreter von Forstwirtschaft, Naturschutz und Politik über die Herausforderungen des Klimawandels und die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu informieren und das Wissen über den Einsatz von geeigneten Forstpflanzen im Wald fördern. Nach der Premiere wird der Film auf YouTube verfügbar sein.


Still aus dem Film "Borderless Forests"

Weitere Informationen über den transnationalen Saatguttransfer im Klimawandel wurden in einem Strategiepapier für politische und forstliche Entscheidungsträger zusammengefasst. Die wichtigsten Punkte dieses Strategiepapiers sind:
  • Waldbäume sind an das Klima ihrer Lebensräume angepasst und besitzen Eigenschaften, die optimales Wachstum und Überleben unter stabilen Umweltbedingungen ermöglichen.
  • Aufgrund des raschen Klimawandels können diese lokalen Anpassungen nicht mit den sich ändernden Umweltbedingungen Schritt halten kann. Die Gewissheit, dass lokale Baumbestände und deren Saatgut immer die beste Wahl darstellen, verliert dadurch seine Gültigkeit.
  • Die im Rahmen von europäischen und nationalen Gesetzen festgelegten Herkunftsgebiete unterscheiden sich von Land zu Land. Sie geben nur bedingt die Klimabedingungen wieder und sind nicht dazu geeignet, Waldumbau im Klimawandel zu unterstützen. 
  • Zukünftige Gesetzgebungen zur Wiederaufforstung und zum Saatguttransfer sollten daher die lokalen Anpassungen von Baumarten in deren gesamten Verbreitungsgebiet berücksichtigen, um die genetischen Ressourcen von Baumarten im Klimawandel bestmöglich zu schützen und zu nützen.
Die Filmpremiere und die Veröffentlichung des Strategiepapiers wird von einem Workshop zum Thema "Unterstützter Genfluss von Bäumen zur Minderung der Folgen des Klimawandels" begleitet, an dem Forscher und Studenten aus zehn verschiedenen Ländern Europas teilnehmen werden. SUSTREE hat diese Veranstaltung gemeinsam mit dem EVOLTREE-Netzwerk (einem Netzwerk von europäischen Forschungsgruppen zur EVOLution von Bäumen (TREEs) als Treiber der terrestrischen Artenvielfalt) organisiert.

Neben der transnationalen Öffentlichkeitsarbeit organisiert der Projektpartner CULS eine Begleitveranstaltung für tschechische Naturschutzmanager, um Wissen über die Anpassung an den Klimawandel und die genetische Vielfalt von Waldbäumen mit Naturschützern auszutauschen.


Still aus dem Film "Borderless Forests"

SUSTREE wird vom Interreg Central Europe Programm finanziert und zielt auf die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Vielfalt von Waldbäumen im Klimawandel ab. Es ist eine Zusammenarbeit von acht Partnerinstitutionen aus sechs mitteleuropäischen Ländern, bestehend aus Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland, Ungarn, Polen und der Slowakei. Das Projekt wird koordiniert vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) mit Sitz in Wien.

Weitere Informationen zum Projekt und zu den laufenden Aktivitäten finden Sie auf
oder auf bfw.ac.at


Publiziert: 21.03.19
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