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Europäische Waldinventuren harmonisieren ihre Daten
Bisher waren die Daten zum Holzvorrat kaum über Ländergrenzen hinweg vergleichbar. Den europäischen Waldinventuren ist es nun im Rahmen des Horizon 2020-Projektes „DIABOLO“ gelungen, die Berechnung der Holzvorräte zu harmonisieren. Ein großer Gewinn für die Informationsbedürfnisse auf europäischer Ebene.

Waldinventuren sind die bedeutendste Informationsquelle über den Zustand und die Entwicklung der Wälder. Als statistisch fundierte Datengrundlage unterstützen sie forst- und umweltrelevante Entscheidungsprozesse, gewährleisten die Erfüllung von Berichtspflichten in internationalen Abkommen und ermöglichen nicht zuletzt die Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen zum Ökosystem Wald.



Allerdings sind die Daten von Waldinventuren international nur eingeschränkt vergleichbar. Grund dafür sind etwa ihre unterschiedliche historische Entwicklung, die Anpassung des Stichprobendesigns an landesspezifische Gegebenheiten sowie die teils unterschiedliche inhaltliche Ausrichtung auf ökologische oder ökonomische Themen. Das Problem der mangelnden Vergleichbarkeit wurde von den Inventurexpertinnen und -experten frühzeitig erkannt. Mit der Gründung des European National Forest Inventory Network (ENFIN) starteten zahlreiche europäische Länder einen integrativen Harmonisierungsprozess. Vorrangiges Ziel war die Entwicklung einer allgemeinen Harmonisierungsmethode für die europäischen Waldinventuren.

Vom Einzelbaum zum Holzvorrat

Kürzlich konnte damit die Harmonisierung der Einzelbaumvolumina für 21 Länder erreicht werden. Diese bildeten die Eingangsgröße für die Berechnung vergleichbarer Holzvorräte. Laut einer neulich von zahlreichen Waldinventurexpertinnen und -experten veröffentlichten Studie lagen die Diskrepanzen beim Holzvorrat bis dato in einer Größenordnung von -10 % bis +30 % im Vergleich zu einem gemeinsamen Referenzvolumen. Verantwortlich dafür waren zum einen Unterschiede bei den einkalkulierten Baumteilen (wie zum Beispiel Wipfelstücke, Grobäste oder Stöcke) und zum anderen bei den Durchmessergrenzwerten (einige Länder erfassen Bäume bereits ab 0,1 cm Durchmesser, Österreich beispielsweise erst ab 5 cm). Deshalb war eine Harmonisierung für eine konsistente und international vergleichbare Berechnung der Holzressourcen unabdingbar.

Nun liegen erstmals vergleichbare Einzelbaum- und Holzvorratsdaten auf europäischer Ebene vor, auf welche die Berechnungen und Zukunftssimulationen der Holzressourcen in Europa aufbauen können. „Wir haben mit der Harmonisierung der Einzelbaumvolumina eine besonders wichtige Grundlage für die Berechnung vergleichbarer Holzvorräte und  anderer wichtiger Kenngrößen wie Holzzuwachs und Nutzung geschaffen“ sagt Thomas Gschwantner, Arbeitsgruppenleiter im Horizon 2020-Projekt DIABOLO (Distributed, Integrated and Harmonised Forest Information for Bioeconomy Outlooks).

Links

Artikel in Annals of Forest Science: https://rdcu.be/bo0EC
Projekt DIABOLO: http://diabolo-project.eu/
ENFIN: http://www.enfin.info/

Das Projekt DIABOLO wurde gefördert durch das EU-Programm Horizon 2020 für Forschung und Innovation (Grant agreement No 633464).


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