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100 Jahre Frauenstudium: Ministerin Maria Patek stellt Frauenmentoringprojekt von BOKU und BFW vor
Anlässlich der Festveranstaltung an der Universität für Bodenkultur ließen die Podiumsgäste den historischen Bogen von den körperlich fordernden Anfängen bis ins digitale Zeitalter Revue passieren. Nachhaltigkeitsministerin Patek hielt eine bewegende Festrede.

Vor genau hundert Jahren wurde es Frauen erstmals gestattet, an der Hochschule für Bodenkultur zu studieren. Die Inskriptionszahlen bewegten sich damals zwischen 9 und 24 Studentinnen pro Semester gegenüber einer Zahl von durchschnittlich 700 Hörern. „100 Jahre später haben wir rund 12.500 Studierende mit einem Frauenanteil von 50 Prozent“, freute sich Rektor Hubert Hasenauer in seiner Eröffnungsrede. „Ähnliches sehen wir bei der Anzahl der abgeschlossenen Dissertationen mit 50 Prozent Doktorinnen.“ All diese Entwicklungen zeigen deutlich, dass der rasante Aufstieg der BOKU von einer kleinen land- und forstwirtschaftlich ausgerichteten Hochschule zu einer modernen Life-Science-Universität ohne Frauen nicht möglich gewesen wäre.    

Allen ein Anliegen: Frauen in der Forstwirtschaft zu fördern und zu vernetzen. V.l. stellvertretender SC Johannes Schima, BFW-Leiter Peter Mayer, Barbara Öllerer (Leiterin des Mentoringprogrammes am BFW), Bundesministerin Maria Patek, Doris Damyanovic (stellvertretende Leiterin am Institut für Landschaftsplanung), BOKU-Rektor Hubert Hasenauer, BOKU-Vizerektor Gerhard Mannsberger

Zu den zahlreichen Ehrengästen zählte auch Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek, selbst Absolventin des Forstwirtschaftsstudiums an der BOKU. „Anfangs war mein Berufseinstieg in eine männerdominierte Branche - trotz bester Ausbildung und Praxiskenntnissen - schwer und von Vorurteilen geprägt. Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, Frauen in der Forstwirtschaft zu fördern und zu vernetzen“, sagte Patek. Im Blickpunkt sozialer Nachhaltigkeit ist Geschlechtergerechtigkeit ein wichtiges Element und auch fixer Bestandteil internationaler, politischer Zukunftsprogramme wie die Sustainable Developement Goals oder die Sendai Frameworks.

Neues Mentoring-Programm für Frauen in der Forstwirtschaft

Im Rahmen der Jubiläumsfeier gaben das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gemeinsam mit der BOKU den feierlichen Startschuss für das neue Forschungsvorhaben Frauenmentoring in der Forstwirtschaft. „Die Evaluierung dieser Pilotstudie ist uns ein besonderes Anliegen, um zu verstehen, wie Frauen in der Forstwirtschaft in Österreich gestärkt werden können“, sagte Doris Damyanovic, Stellvertretende Leiterin am Institut für Landschaftsplanung. Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) unterstützt das Frauenmentoring-Projekt mit Weiterbildungskursen und Coachings. „Das BFW bringt in das Frauen-Mentoringprojekt Weiterbildungskurse und Coachings ein, damit Frauen in der Forstwirtschaft in ihrer Arbeit und Karriereplanung gefördert werden. Am BFW haben wir dazu einen Frauenförderplan“, sagt BFW-Leiter Dr. Peter Mayer.

Gekommen, um die Gesellschaft verändern

„Dass Frauen in Österreich erst 20 Jahre nach der Öffnung der Universitäten auch technische Studien inskribieren durften, war in erster Linie rechtlichen Erwägungen zu verdanken, die eine Diskriminierung von Frauen mit gültigen Zulassungsvoraussetzungen nicht erlaubten“, erläuterte Juliane Mikoletzky, Historikerin an der Technischen Universität Wien, in ihrer Zeitreise. „Dazu kamen nachdrückliche Forderungen durch die Zivilgesellschaft in Form von Elterngruppen, Frauenvereinigungen und nicht zuletzt die Studienwerberinnen selbst. Schließlich schufen auch die gesellschaftlichen Veränderungen durch den Ersten Weltkrieg und der politische Systemwechsel 1919 neue Berufs- und Rollenbilder für Ingenieurinnen.“

Pionierin an der BOKU

Inge Dirmhirn war die erste Frau, die im Jahre 1981 den Ruf als Professorin an die BOKU erhielt. Sie war Wissenschaftlerin, Institutsleiterin und Pionierin auf dem Gebiet der Strahlungsmessung. Ihr zu Ehren enthüllten Rektor Hubert Hasenauer und Monika Sieghardt, eine Wegbegleiterin der ersten BOKU-Professorin, die Inge-Dirmhirn-Vitrine. Die darin ausgestellten Exponate wie ihr Eispickel – in der Größe eines Bihänders - lassen erahnen, dass die Arbeit von Forscherinnen an der BOKU noch vor knapp 40 Jahren neben Wissen und Können auch aus harter Arbeit bestand. Eine wissenschaftliche Karriere führte nur unter dem Einsatz der ganzen Persönlichkeit zum Erfolg. „Der Lebenslauf von Inge Dirmhirn als Naturwissenschaftlerin, Universitätslehrerin und weltoffener Mensch hilft, Frauen an der BOKU zu motivieren, die gläserne Decke zu durchstoßen“, so Sieghardt. Um wie viel ärmer wären Forschung und Lehre ohne fähige Frauen, und um wie viel reicher, wären Frauen schon vor hundert Jahren gleichberechtigt gewesen.

Internationale Forstfrauen-Konferenz 2020

Von 25. bis 27. Mai 2020 findet am WALDCAMPUS Österreich in Traunkirchen die internationale Forstfrauenkonferenz Wald in Frauenhänden statt. Anmeldung ab November 2019 möglich.

INFOS

Das Forschungsprojekt „Frauenmentoring in der Forstwirtschaft“, das in Kooperation zwischen dem Institut für Landschaftsplanung (BOKU, Wien) und dem Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) durchgeführt wird, untersucht in Form einer Pilotstudie eines Mentoring-Programmes, wie Frauen in der Forstwirtschaft in Österreich gestärkt werden können. Ziel des Mentoring-Programmes ist es, Frauen, die sich für ein Studium im Bereich Forst- und Holzwirtschaft und Alpiner Naturgefahren entschieden haben, zu ermutigen, im traditionell männerdominierten Forst- und Holzsektor Fuß zu fassen und sie zu motivieren, diese Branche nach ihrer Ausbildung aktiv zu bereichern. Im Mentoring-Programm geht es darum, die informellen und impliziten Regeln der Branche zu vermitteln, in bestehende Netzwerke einzuführen und praktische Tipps für das Erreichen beruflicher Ziele zu geben. Seitens des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) wird dafür ein exklusiver Durchgang des Frauen-Mentorings mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der Branche initiiert, um 15 Frauen Perspektiven innerhalb des gewählten Interessensbereichs aufzuzeigen. Die Bewerbung als Mentee ist
bis zum 13.12.2019
möglich.

Bewerbung unter

www.boku.ac.at/rali/ilap/projekte/frauenmentoring-in-der-forstwirtschaft oder via Mail an: frauenmentoring@boku.ac.at

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus






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