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 Chronik der Forstlichen Bundesversuchsanstalt 1975 - 1999
 
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Waldwachstum und Betriebswirtschaft
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Waldwachstum und Betriebswirtschaft
Wie für die gesamte Forstliche Bundesversuchsanstalt hat sich auch die Aufgabenstellung für das Institut für Waldwachstum und Betriebswirtschaft im Laufe der Zeit verändert. Während man sich früher damit befaßte, das Wachstum von Bäumen und Beständen vor allem in quantitativer Hinsicht zu untersuchen und daraus ertragskundliche und betriebswirtschaftliche Ergebnisse ableitete, stehen seit zwei Jahrzehnten die generellen Gesetzmäßigkeiten des Waldwachstums und dessen Steuerung und Beeinflussung durch äußere Faktoren im Mittelpunkt des Interesses. Diese inhaltliche Aufgabenänderung drückt sich auch in der 1985 vorgenommenen Änderung des Institutsnamens von "Institut für Ertrag und Betriebswirtschaft" in "Institut für Waldwachstum und Betriebswirtschaft" aus.

Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit bildet der Datenpool von Dauerversuchsflächen. Auf diesen Flächen wird das Wachstum und die Entwicklung von verschiedenen heimischen und ausländischen Baumarten langfristig beobachtet, das heißt teilweise während der gesamten Umtriebszeit. Nur durch solche Beobachtungen können die Auswirkungen von Bestandesbehandlungen in Form von unterschiedlicher Standraumgestaltung und Meliorationsmaßnahmen auf die Gesamtwuchsleistung und Zuwachs hinsichtlich Menge, Qualität und Wert überprüft und zuverlässige Aussagen abgeleitet werden.

Anfangs stand bei den Forschungsprojekten und Untersuchungen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der österreichischen Wälder im Vordergrund. In den ertragskundlichen und betriebswirtschaftlichen Untersuchungen ging es um die Möglichkeiten der Steigerung der Wuchsleistung, um Verfahren der Volumen- bzw. Zuwachserfassung von Bäumen und Beständen, um die Erhebung von Produktions- und Wertverlusten, um die Preis-, Kosten - und Erfolgsentwicklung von Forstbetrieben und die forstliche Vermögensbewertung. Dafür wurden einerseits die entsprechenden Geräte, Methoden und Verfahren entwickelt und andererseits Versuche zu den verschiedenen Fragestellungen angelegt bzw. Beobachtungen und Erhebungen durchgeführt.

In den siebziger Jahren gewann man wichtige Erkenntnisse über die Stabilität von Fichtenbeständen gegen Schneebruch und brachte sie der forstlichen Praxis in Publikationen, Exkursionen und Seminaren näher. Diese Erkenntnis, daß rechtzeitige und ausreichende Standraumgestaltung als Voraussetzung für stabile und leistungsfähige Bestände notwendig ist, wurde von alten Versuchsflächen abgeleitet und fand in neueren Versuchsreihen ihre Bestätigung. Für die Feststellung von immissionsbedingten Zuwachsverlusten im Zuge von Gutachten wurde methodische und gerätetechnische Pionierarbeit geleistet.

Karte

Ab den achtziger Jahren wurde dem Institut die Planung und Durchführung der österreichweiten Waldzustandserfassung übertragen; die Waldzustandsinventur lief ab 1984, sie wurde ab 1987 durch das Gemeinschaftsprojekt G7, das Waldschaden-Beobachtungssystem (WBS), abgelöst. Wesentliche Teilbereiche des WBS, die Kronenzustandserhebung, die Analyse der Stoffgehalte von Nadeln und Blättern und die Bodenzustandsinventur, wurden in die Berichte der ECE, der Europäischen Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen und der Europäischen Gemeinschaft, zum Waldzustand in Europa eingebunden. Nach dem Beitritt zur EU wurden durch die Einrichtung von Intensivbeobachtungsflächen (Gemeinschaftsprojekt G8) die Erhebungen zum Waldzustand weiter vertieft. Dieses Programm wurde im Gegensatz zum WBS von Beginn an als internationales Monitoring konzipiert, d.h. im Rahmen diese Gemeinschaftsprojektes werden die Daten auf nationaler Ebene erhoben und einem europäischen Zentrum zur Auswertung zur Verfügung gestellt. Die nach EU-Verordnungen im Detail festgelegten Untersuchungen werden von der EU-Kommission kofinanziert.


Projekte und Arbeiten 1975 bis 1999

chronologisch geordnet nach Projektbeginn

Langfristige Ertrags- und Durchforstungsversuche mit heimischen Baumarten

P/V/2
Ab 1994 P/5/2
Laufzeit ab 1882 langfristig, Leiter H. Rannert, ab 1989 G. Siegel, ab 1991 G. Rössler

Im Rahmen dieses Projektes werden die Auswirkungen verschiedener Strategien der Standraumgestaltung wie Pflanzverband, Durchforstung und Stammzahlreduktion auf die Wuchsleistungen auf Fichte, Tanne, Weiß- und Schwarzkiefer, Lärche und Rotbuche untersucht. Viele dieser Dauerversuche wurden bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingerichtet, wobei einige länger als 100 Jahre beobachtet wurden. Neben dem Schwarzkiefernversuch in Pottschach/NÖ zählt vor allem der Pflanzweiteversuch in Fichte am Hauersteig/NÖ zu den ältesten Versuchen dieses Projektes. Dieser Versuch wurde 1892 von A. Cieslar angelegt und 1972 nach den ersten 50 Jahren der Messungen von J. Pollanschütz ausgewertet und die Ergebnisse 1974 in der Festschrift ¿100 Jahre Forstliche Bundesversuchsanstalt¿ dargestellt. Dieser Versuch wurde als Beispiel für die Standraumregulierung, Wuchsleistung und Betriebssicherheit der Fichte der forstlichen Praxis im Rahmen zahlreicher Exkursionen vorgestellt und war mitentscheidend dafür, die Nachteile und Gefahren zu enger Pflanzverbände zu erkennen sowie ein Umdenken in Richtung weiterer Pflanzverbände und rechtzeitiger Stammzahlreduktion zu bewirken.

Versuch Hauersteig

Nachdem die Versuchsfläche Hauersteig 1998 vollständig geschlägert wurde, wird der Versuch mit teilweise anderen Pflanzabständen wiederholt.

Obwohl bei einigen alten Dauerversuchen die damalige Versuchsplanung aufgrund der hohen Ausgangsstammzahlen und sehr geringen Unterschiede in den Durchforstungsstärken unseren heutigen Vorstellungen nicht entspricht, stellen die Erhebungsdaten ein unentbehrliches Material für weiterführende, vergleichende zuwachskundliche Untersuchungen dar, beispielsweise beim Vergleich des Wachstums mit dem von Folgebeständen.

Pollanschütz J., 1974, Erste ertragskundliche und wirtschaftliche Ergebnisse des Fichten-Pflanzweite-Versuches Hauersteig, in: Forstliche Bundesversuchsanstalt (Hrsg.), 100 Jahre Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 99-171

Rössler G., 1997, 107 Jahre Hauersteig - Argumente für den Weitverband, Österreichische Forstzeitung, Klosterneuburg, 108 (6), S.2-23

Rössler G., 1997, Schwarzkiefer - eine unterschätzte Baumart, Österreichische Forstzeitung, Klosterneuburg, 108 (12), S.16-17


Langfristige Ertragsversuchs-Flächen ausländischer Baumarten

P/V/3
Ab 1994 P/5/3
Laufzeit ab 1905 langfristig, Leiter H. Rannert, ab 1989 G. Siegel, ab 1991 G. Rössler, ab 1992 F. Kristöfel

Dieses Projekt geht bereits auf die Gründungszeit der Forstlichen Bundesversuchsanstalt zurück. Schon vor der Jahrhundertwende wurden von A. Cieslar Versuchsflächen mit fremdländischen Baumarten angelegt, um deren Anbauwürdigkeit und Ertragsleistung zu untersuchen. Eine weitere Zielsetzung war es, geeignete Baumarten für Grenzertragsstandorte zu finden. Hinsichtlich der zunehmenden Probleme mit der Fichte am Arealrand ist diese Zielsetzung heute wieder von großer Aktualität. Einige der von Cieslar angelegten Versuchsflächen werden zur Zeit noch fortgeführt. Etliche Versuchsflächen wurden erst zu Beginn der sechziger Jahre angelegt. Von diesen neuen Versuchsflächen sind naturgemäß erst in einigen Jahren aussagekräftige Ergebnisse zu erwarten. Der Großteil der Versuchsflächen sind als Ertragsproben konzipiert, auf einigen größeren Versuchsflächen werden verschiedene Durchforstungsvarianten untersucht. Ein Pflanzweiteversuch mit Douglasie wurde 1996 wegen stärkerer Ausfälle in einen Ertragsversuch mit unterschiedlicher Stammzahlhaltung umgewandelt.

Derzeit stehen die Baumarten Thuja, Japanlärche, Schwarznuß, Gelbkiefer, Mammutbaum, Douglasie, Omorikafichte, Roteiche und Scheinzypresse unter Beobachtung.

Kristöfel F., 1996, Ein historischer Anbauversuch mit Picea omorika, Forst und Holz 51 (20), S. 659-662

Kristöfel F., 1998, Zum Wachstum von Juglans nigra in Leithaauen in Ostösterreich, Forst und Holz, 54 (2), S. 43-47

Neumann M., 1997, Ergebnisse langfristiger Dauerversuche von Weißkiefern und Roteichen im Sommerwarmen Osten, in: Müller F. (Hrsg.), Waldbau an der unteren Waldgrenze, FBVA-Berichte 95/1997, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 59-77

Rannert H., 1979, Über den Anbau fremdländischer Baumarten in Österreich, Centralblatt f. d. ges. Fw., Wien, 96 (2), S. 86- 120


Bestandesdüngung

P/V/6, ab 1995 P/5/6
Ab 1988 Teilprojekt zu G1
Laufzeit 1962 bis 1997, Leiter K. Johann

Die Zuwachsentwicklung von Fichten- und Kiefernbeständen mittleren Alters bei gezielten Düngungen und deren Auswirkung auf Boden, Vegetation und Assimilationsorgane waren Beobachtungsgegenstand. Auf mehreren "Parzellenversuchen" mit gedüngten und unbehandelten Vergleichsflächen wurde die Wirkung unterschiedlicher Nährelementzusammensetzungen über mehrere Beobachtungsperioden hinweg in Zusammenarbeit mit den damaligen Instituten für Forstschutz und Standort beobachtet und aus den Ergebnissen Schlußfolgerungen für die forstliche Praxis abgeleitet. In weiteren ¿Großdüngungsversuchen¿ wurde der Erfolg der Düngerausbringung mit Hubschraubern in ganzen Betriebsklassen geprüft. Durch an die Bodeneigenschaften angepaßte Düngung können nachhaltig Mehrzuwächse zwischen 2 und 3 Festmetern pro Jahr erreicht werden, die Kosten der Düngung können in Abhängigkeit von Holzpreisen und Erntekosten bereits nach fünf Jahren durch Mehrzuwachs zurückgewonnen werden. Als Voraussetzung für die Rentabilität der Düngungsmaßnahme hat sich eine eingehende Voruntersuchung der Bestände und entsprechende Standraumgestaltung herausgestellt. Neben diesen betriebswirtschaftlich relevanten Aussagen bieten die Düngungsversuche vor allem mit den Ergebnissen ihrer unbehandelten Nullflächen eine wertvolle weil langfristige Datenbasis als Referenz für das Waldwachstum und die Elementgehalte von Nadeln und Böden.

Johann K., 1981, Großdüngungsversuch Pinkafeld - ertragskundliche Ergebnisse, in: Forstliche Bundesversuchsanstalt (Hrsg.), Großdüngungsversuch Pinkafeld, Mitteilungen der FBVA 136/1981, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 7-74

Johann K., 1995, Ergebnis der Großdüngungsversuche St. Martin und Flachau, FBVA-Berichte 83/1995, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 102 S.


Zuwachsuntersuchungen an Pappel und Weide

P/V/4
Ab 1994 P/5/4
Laufzeit 1963 bis 1995, Leiter H. Glanz, ab 1979 H. Rannert, ab 1989 G. Siegel, ab 1991 G. Rössler

Nachdem sich die österreichische Gesellschaft für Holzforschung in Zusammenarbeit mit der FBVA 1949 zum Ziel gesetzt hatte, in Österreich auf geeigneten Standorten schnellwüchsige euro-amerikanische Bastardpappeln einzubringen, wurden zwischen 1958 und 1964 in verschiedenen Wuchsgebieten Österreichs insgesamt 36 Versuche mit 27 unterschiedlichen Pappelsorten eingerichtet und bis zu 25 Jahre lang beobachtet. Ziel dieser Untersuchung war die Feststellung des Wachstums, der Resistenz sowie der standortsbedingten Reaktionen der einzelnen Pappelsorten. 1995 wurde von G. Rössler ein abschließender Bericht vorgelegt. Die Ergebnisse haben gezeigt, daß einige Pappelsorten auf geeigneten Standorten beachtliche Wuchsleistungen erbringen, bei manchen Sorten hingegen waren durchgehend schlechte Zuwachsleistungen sowie hohe Ausfallsraten zu verzeichnen. Bei den unterschiedlichen Leistungen der untersuchten Sorten war ein deutlicher Einfluß des Standortes erkennbar, wobei auch eine Wechselwirkung von Sorte und Standort besteht. Daher konnte aufgrund dieses Versuches und seiner Ergebnisse keine generelle österreichweit gültige Empfehlung für die Pflanzung einer bestimmten Pappelsorte gegeben werden.

Rössler G., 1995, Abschlußbericht "Zuwachsuntersuchung an Pappel und Weide", Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien, 39 S.


Neue Durchforstungsversuche in Fichte und Kiefer und Buche

Bis 1985: Neue Durchforstungsversuche in Fichte und Kiefer

P/V/5, ab 1994 P/5/5
Laufzeit ab 1964 langfristig, Leiter H. Enk, ab 1996 K. Johann

Demonstrationsfläche

Waldbauliche und betriebswirtschaftliche Auswirkungen verschiedener Durchforstungsarten mit unterschiedlichem Durchforstungsbeginn und -stärkengrad werden unter Berücksichtigung von Forstschutz- und arbeitstechnischen Problemen untersucht. Weiters werden Fragen, die den Zeitpunkt und die Intensität von Stammzahlreduktionen betreffen, geklärt. Dem Versuchsplan entsprechend führt die FBVA außer den Messungen auch die Auszeigen sowie teilweise die Aushiebsarbeiten durch. Die Auswertung von Stammzahlhaltungsversuchen im Rahmen dieses Projektes brachte klare Zusammenhänge zwischen Bestandesbehandlung und Bestandessicherheit. Anhand der Versuchsergebnisse wurden der forstlichen Praxis in speziellen Seminaren und bei Exkursionen ein Gesamtkonzept für die Standraumregulierung, die gefundenen Zusammenhänge zwischen Bestandesbehandlung und Schneebruchsicherheit und die Voraussetzungen und Regeln für die Auslesedurchforstung vermittelt. Die wichtigsten Versuche sind die Kiefernversuche in Kohfidisch und Rauchwart im Burgenland, die Buchenversuche in St. Leonhard/NÖ sowie die Fichtenversuche auf der Soboth/Stmk. und in Karlstift und Ottenstein in Niederösterreich. Ein Versuch in Ottenstein wurde außerdem in ein in 14 Staaten gleichartig durchgeführtes europäisches Stammzahlhaltungsprogramm eingebunden.

Enk J., 1981, Europäisches Durchforstungsexperiment - Teilversuch Ottenstein Österreich, Exkursionsführer IUFRO Direktoriumssitzung 26.4.-1.5. 1981 Österreich, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 25-40

Johann K., 1998, Projekt einer gemeinsamen Auswertung des europäischen Durchforstungsexperiments in Fichte - Geschichte - Stand - Ausblick, Ertragskundetagung 25.-27. Mai 1998 in Kevelaer, Tagungsbericht, S. 203-209

Ertragsregelung

P/V/7
Laufzeit 1967 bis 1986, Leiter J. Pollanschütz, ab 1985 K. Johann

Bei dem Projekt handelte es sich um den Versuch, eine neue Methode der Wuchsleistungsanalyse und Ertragsregelung aus den Daten von Stichprobe-Inventuren der Forsteinrichtung zu entwickeln und um Versuche mit Wachstumssimulatoren. Ab 1984 befaßte man sich im Rahmen dieses Projektes auch mit ertragskundlichen und betriebswirtschaftlichen Modellkalkulationen zur Auslesedurchforstung.

Johann K., 1986, Informationsgehalt ertragskundlicher Dauerversuche im Hinblick auf den Wachstumsgang bei gezielten und ungezielten Änderungen der Umwelteinflüsse, in: 18th IUFRO World Congress Proceedings, Division 4, S. 234-245


Zuwachsgang von Urwaldbäumen

Bis 1994: Wachstumsgang von Urwaldbäumen

P/V/12, ab 1994 P/5/12
Laufzeit 1967 bis 1987, Leiter H. Rannert, ab 1981 M. Neumann

Im Urwald Rothwald/NÖ ergab sich 1967 nach einem großen Windwurfereignis die einmalige Gelegenheit, aus dem Kernbereich des "Kleinen Urwaldes" insgesamt acht Stammanalysen an Tannen, Fichten und Buchen durchzuführen. Die Ausmessung der Stammscheiben in Brusthöhe ergab ein Alter zwischen 260 und 433 Jahren.


Forstliche Produktionsstudie und Berechnung von Kubierungsfunktionen

P/V/14
Laufzeit 1971 bis 1986, Leiter J. Pollanschütz

Anhand von Daten der Forstinventur 1961-1970 (etwa 17.000 Funktionsprobestämme) wurden zur Volumenberechnung von Einzelbäumen für die Hauptbaumarten Österreichs Schätzwerte berechnet. Einerseits erfolgten aus praktischen Erwägungen Berechnungen von einfachen, für Stichprobe-Inventuren der Forsteinrichtung ausreichende Formzahlgleichungen, die als Eingangsgröße nur den Brusthöhendurchmesser und die Baumhöhe aufweisen. Andererseits wurden, den höheren Genauigkeitsanforderungen bei Großrauminventuren oder speziellen ertragskundlichen Erhebungen entsprechend, Formzahlfunktionen mit Durchmessern aus dem unteren und mittleren Schaftbereich als weitere Eingangsvariable abgeleitet, die den individuellen Formzahlunterschieden der einzelnen Bäume besser Rechnung tragen. Diese Schätzfunktionen stellen bei der Volumenberechnung einen sehr guten Ersatz für Formzahl- und Massentafeln dar.

Für den praktischen Einsatz im Forstbetrieb kam man dem Wunsch aus der Praxis nach und berechnete Schaftholzvolumentabellen für die Baumarten Fichte, Tanne, Lärche, Kiefer, Buche und Eiche. Das Projekt wurde aus Kapazitätsgründen seit 1986 nicht mehr bearbeitet.

Pollanschütz J., 1976, Schaftholzvolumentabellen der Hauptbaumarten Österreichs, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Informationsdienst, 164. Folge, Allgemeine Forstzeitung, Wien, 87 (6), S. 191-194

Forstliches Rechnungswesen

P/V/8, ab 1994 P/5/8
Laufzeit 1972 bis 1998, Leiter H. Enk, ab 1995 R. Aicher

Grafik

Aus der Erkenntnis, wie bedeutend ein möglichst genaues und objektives Bild der wirtschaftlichen Situation der österreichischen Forstwirtschaft für effizientes forstpolitisches Handeln ist, wurden von R. Frauendorfer schon vor über 30 Jahren betriebswirtschaftliche Untersuchungen in dieser Richtung begonnen und ausgebaut. Beginnend mit privaten Großbetrieben und den Österreichischen Bundesforsten konnten diese Untersuchungen 1972 auf private Bauernwälder und ab 1977 mit Hilfe des Tiroler Landesforstdienstes auf die Agrargemeinschaften und Gemeindewälder Tirols ausgedehnt werden. Diese stellen eine spezielle Art des Gemeinschaftsbesitzes dar und fanden besonders in Tirol weite Verbreitung. Besondere rechtliche Normen führten hier zu einer charakteristischen Bewirtschaftungsweise des bäuerlichen Waldbesitzes. Im Zuge der Arbeiten für das Projekt sollte auch das Interesse der Forstwirtschaftsbetriebe, welcher Eigentumsart auch immer, an einer laufenden Verbesserung ihres Rechnungswesens geweckt werden, um auch zu ihrem eigenen Vorteil Kennziffern und Entscheidungshilfen zur Hand zu haben, die sich aus der Kosten- und Leistungsrechnung ergeben. Die Vorschläge wurden von den Betrieben oft genutzt, sodaß nach der Verfeinerung ihres Rechnungswesens jährlich ohne allzu großen Zeitaufwand wichtige Kenngrößen für Wirtschaftsgebarung und Statistik zur Verfügung standen.

Da über die Wirtschaftsgebarung der Vorarlberger Betriebe ebenfalls nur wenig Information vorlag, wurde in Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Agrarbehörde ein weiteres Testbetriebsnetz eingerichtet, welches ähnlich wie in Tirol Agrargemeinschaften und Gemeindewälder erfaßte.

Die Ergebnisse dieser Kosten-Ertragsuntersuchungen fanden Eingang in den jährlichen Ertragsbericht der österreichischen Forstwirtschaft. Nach einer Verlängerung der geplanten Projektdauer von ursprünglich 10 Jahren wurde das Projekt 1994 beendet. Die im Vorarlberger Testbetriebsnetz eingebundenen Betriebe wurden ebenfalls bis zum Jahre 1994 erhoben.

Enk J., 1984, Betriebswirtschaftliche Untersuchungen bei Agrargemeinschaften, Jahresbericht der FBVA 1984, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 83-88

Enk J., 1994, Wer hat Dich, Du teurer Wald ..., Österreichische Forstzeitung, Klosterneuburg, 105 (4), S. 36-38

Forstliche Bundesversuchsanstalt (Hrsg), 1998, Jahresbericht der FBVA 1997, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 102-105

Schälschadensuntersuchung

P/V/15
Laufzeit 1975 bis 1991, Leiter K. Johann, ab 1983 G. Siegel, 1991 J. Pollanschütz

Aufgrund der 1975 veröffentlichten Ergebnisse der Österreichischen Forstinventur rückten die Schälschäden ins Blickfeld des öffentlichen Interesses, und die FBVA begann mit ertragskundlichen und betriebswirtschaftlichen Untersuchungen über Schälschäden an Fichte. Bis 1982 wurden im Rahmen dieser Untersuchungen aus insgesamt 30 Beständen in den Bundesländern Kärnten, Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich mehr als 1300 Analysestämme gewonnen. Ab 1983 mußte jedoch die endgültige Bearbeitung des Datenmaterials wegen anderer Prioritäten weitgehend eingeschränkt werden. Das Bundesministerium erteilte daher 1988 dem Institut für Forstliche Ertragslehre an der Universität für Bodenkultur den Auftrag, auf der Grundlage der bisherigen Untersuchungen Hilfstafeln zur Bewertung von Schälschäden an Fichte zu erstellen. Der Abschlußbericht zu diesem Projekt wurde von einem Redaktionskomitee unter der Mitarbeit der Forstlichen Bundesversuchsanstalt bearbeitet und publiziert.

Binder Bernhard (Autor), 1991, Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien (Hrsg.), Hilfstafeln zur Erhebung und Bewertung von Schälschäden an Fichte, Wien, 26 S.

Versuche mit "simuliertem Verbiß"

P/V/16
Laufzeit 1979 bis 1992, Leiter J. Pollanschütz

Anfang der sechziger Jahre wurde im Mariabrunner Versuchsgarten der FBVA eine Untersuchung an jungen Fichten- und Tannenpflanzen über ihr Verhalten nach Triebrückschnitten durchgeführt. Die Versuchsergebnisse bildeten mit anderen Untersuchungen die Grundlagen für die Erstellung der ¿Hilfstafeln für die Erhebung und Bewertung von Verbiß- und Fegeschäden¿ in einer vorläufigen Fassung im Jahre 1980. Um noch fundiertere Aussagen über die quantitativen und qualitativen Beeinträchtigungen von Fichtenpflanzen durch Wildverbiß zu gewinnen, wurden 1980 in vier verschiedenen Wuchsgebieten Niederösterreichs Versuche mit ¿simuliertem Verbiß¿ angelegt. Der Verbiß wurde durch Rückschnitt des Terminaltriebes oder der Seitentriebe erster und zweiter Ordnung in sieben verschiedenen Intensitäten vorgenommen. Neben der Art des Triebschnittes war ein zweites wesentliches Kriterium die ¿Verbißhäufigkeit¿, die von ein- bis zu sechsmaliger Behandlung variierte. Die Endaufnahme und -auswertung des Versuches erfolgte 1991, als die insgesamt 9525 Fichten ein Alter von 15 Jahren erreicht hatten.

Bei alleinigem Rückschnitt der Seitentriebe konnten, unabhängig von der Häufigkeit der Behandlung, keine signifikanten Einflüsse auf das Wachstum der Pflanzen festgestellt werden. Bei Rückschnitt des Terminaltriebes bzw. des Terminaltriebes und der Seitentriebe wurden signifikante Zuwachsverluste erst ab dreimaligem Rückschnitt der Pflanzen festgestellt. Mit steigender Intensität der Eingriffe zeigten sich zudem gravierende Auswirkungen auf die Qualität der Pflanzen.

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse dieses Versuches wurde die endgültige Fassung der ¿Hilfsmittel zur Erhebung und Bewertung von Verbiß- und Fegeschäden¿ im Jahre 1994 publiziert.

Kristöfel F., Pollanschütz J., 1995, Entwicklung von Fichtenpflanzen nach Triebrückschnitten, FBVA-Berichte 85/1995, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 17 S.

Pollanschütz J., 1994, Hilfsmittel zur Erhebung und Bewertung von Verbiß- und Fegeschäden, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 37 S.

Pollanschütz J., 1995, Bewertung von Verbiß und Fegeschäden, Hilfsmittel und Materialien, Mitteilungen der FBVA 169/1995, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 146 S.

Ertragskundliche Diagnoseprofile

P/V/17, ab 1994 P/5/17
Laufzeit 1984 bis 1995, Leiter M. Neumann

Das Projekt diente zur methodischen Vorbereitung und später als begleitende Untersuchung zur Waldzustandsinventur. Zwischen 1984 und 1993 wurde zweimal pro Jahr der Kronenzustand auf 49 Flächen entlang von "Diagnoseprofilen" in Oberösterreich und in Niederösterreich sowie im Raum von Windischgarsten/OÖ und im Zillertal/Tir. erhoben. In einer Art Pilotstudie ging man der Frage nach, inwieweit der aktuelle Gesundheitszustand von Waldbeständen, der am Grad der Kronenverlichtung beurteilt wurde, durch allgemeine Standortsfaktoren, bodenchemische Eigenschaften, Ergebnisse der chemischen Nadelanalysen und forstentomologische bzw. forstpathologische Befunde geklärt werden kann. Das Projekt lieferte Beiträge zum Gemeinschaftsprojekt G4 "Intensivbeobachtungflächen (Diagnoseprofile)", Teilaspekte flossen in G3 "Höhenprofil Zillertal, Höhenprofile Achenkirch" ein. 1996 wurde das Projekt mit einem Abschlußbericht beendet. Die Ergebnisse der Kronenzustandserhebungen über die gesamte Erhebungsperiode werden darin sowohl einzelbaumweise als auch flächenweise dargestellt. Während des betrachteten Zeitraums von 10 Jahren war keine generelle Verschlechterung des Kronenzustands festzustellen. Die Zuwachsuntersuchungen auf Basis von Jahrringanalysen konnten regional interessante Hinweise auf die zeitliche Abfolge der Zuwachsbeeinträchtigung liefern. Die Stratifizierung der Zuwachsleistung nach der Kronenverlichtung ergab relativ größere Zuwachsverluste erst bei stärkerer Kronenverlichtung. Generell erreichten die Zuwachswerte in der Untersuchungsperiode jedoch ein normales Niveau. Nur auf einzelnen Flächen in der Umgebung von Braunau waren deutliche Zuwachsbeeinträchtigungen festzustellen.

1999 wurde der Endbericht des Gemeinschaftsprojektes G4 als Zusammenschau der Ergebnisse der Kronenzustandserhebungen, der Zuwachserfassung, der Nadelanalysen und der bodenanalytischen Befunde in einem Mitteilungsband der FBVA publiziert.

Neumann M., 1995, Diagnoseprofile: Methodik und erste Ergebnisse der Kronenklassifizierung im Jahre 1984, Jahresbericht der FBVA 1984, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 93-106

Neumann M., (Hrsg.), 1999, Das Gemeinschaftsprojekt "Diagnoseprofile" - Beobachtungen zeitlicher Veränderungen in Waldökosystemen, Mitteilungen der FBVA 172/1999, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien

Waldzustandsinventur

P/V/20, ab 1994 P/5/20
Ab 1987 Sondererhebungen zur Waldzustandsinventur
Ab 1993 wurden diese zu P/V/25
Laufzeit 1984 bis 1992, Leiter J. Pollanschütz

Die Problematik ¿neuartiger Waldschäden¿, oder wie es damals plakativ bezeichnet wurde, das ¿Waldsterben, erregte, ausgehend von der BRD, zu Beginn der achtziger Jahre größtes öffentliches Interesse. Das BMLF erteilte 1984 im Sinne der Forstdirektorenkonferenz der FBVA den Auftrag, "eine praktikable Methodik für Vitalitätserhebungen nach einheitlichen Kriterien" auszuarbeiten. Aufbauend auf den Methoden und Erfahrungen in der BRD und der Schweiz wurde ein Vorschlag zur ¿Baumkronenzustands- und Waldschadensinventur nach einheitlichen Erhebungskriterien und Richtlinien¿ mit der Kurzbezeichnung ¿Waldzustandsinventur (WZI)¿ erstellt. Es wurde vorgeschlagen, in der ersten Phase das Ausmaß der Schädigungen unabhängig von der Ursache zu erheben und erst in der zweiten Phase mit der Untersuchung der Ursachen-Wirkung-Zusammenhänge zu beginnen. Als Teilziele wurden die zuverlässige Erfassung von Kronenzustandsveränderungen, der aktuelle Überblick über das regional unterschiedliche Ausmaß und die Ableitung eines Schätzwertes der betroffenen Waldfläche formuliert. 1984 wurde mit der Einrichtung eines Probeflächennetzes auf einem 4x4km Raster begonnen, wobei in bestimmten Regionen zusätzliche Verdichtungsflächen zur Verbesserung der Aussagefähigkeit der Bundesländerergebnisse installiert wurden. 1985 wurde die Flächeneinrichtung abgeschlossen. Bis 1988 standen mehr als 2200 Flächen mit rund 70.000 Probebäumen in Beobachtung. Im Jahre 1989 wurde die WZI nicht mehr als bundesweite Erhebung durchgeführt und der Aufnahmeumfang um etwa die Hälfte reduziert. Im Jahre 1992 wurden die Aufnahmen auf dem reduzierten WZI-Netz letztmalig durchgeführt.

Der Waldzustand in Österreich, gemessen am Kronenzustand der Probebäume, zeigte nach einer Verschlechterung von 1985 auf 1986, eine Tendenz zur Verbesserung. Stärkere Kronenverllichtungen wurden in allen Erhebungsjahren in den nördlichen Kalkalpen und im Osten Österreichs festgestellt. Von den Baumarten zeigte die Fichte den besten, sich kontinuierlich verbessernden Kronenzustand, während die Eiche den schlechtesten Kronenzustand aufwies.

Zu P/V/20, siehe auch zu G7

Forstliche Bundesversuchsanstalt. (Hrsg.), 1991, Zusammenfassende Darstellung der Waldzustandsinventur, Mitteilungen der FBVA 166/1991, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 262 S.

Neumann M., 1990, Zu Fragen des Einflusses von Standorts- und Bestandesfaktoren auf den Kronenzustand, in: Neumann M., Schadauer K., Waldzustandsinventur. Methodische Überlegungen und Detailauswertungen, FBVA-Berichte 45/1990, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 53-83

Neumann M., Stemberger A., 1990, Über Ausmaß und Verteilung der Mortalität: Gegenüberstellung von Ergebnissen der Waldzustandsinventur mit früheren Untersuchungen, Centralblatt f. d. ges. Fw., Wien, 107 (2), S. 63-99

Pollanschütz J., Neumann M., 1987, Waldzustandsinventur 1985 und 1986 Gegenüberstellung der Ergebnisse, FBVA-Berichte 23/1987, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 98 S.

Einzelbaumfreistellungsversuche und Solitärversuche

P/V/9, ab 1994 P/5/9
Laufzeit ab 1985 langfristig, Leiter K. Johann

Einzelfreistellungfsversuch

Die Zuwachsreaktion von Fichten-Einzelbäumen auf gezielte, objektiv festgelegte und gradmäßig unterschiedliche Freistellung soll ermittelt werden. Der Versuchsplan wurde von der Sektion Ertragskunde im Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten in den "Empfehlungen für Freistellungsversuche" festgelegt. Die Versuchsflächen sind auf mehrere Forstbetriebe verteilt, die Flächen wurden in etwa 3 bis 5 m hohen Fichtenbeständen angelegt und umfassen vier Varianten mit jeweils 0,25 ha. Extrem niedrige Stammzahlen von 350 Bäumen pro Hektar werden mit Varianten von 700 Bäumen pro Hektar und einer konventionellen Behandlung verglichen. Teilweise wurden ergänzend Ästungsmaßnahmen eingesetzt. Innerhalb der kurzen bisherigen Dauer des Versuchs zeigte sich bereits, daß sich die Bestände mit 700/ha schon geschlossen haben und auch die Fichten auf der Extremvariante mit nur 350/ha den ursprünglichen Charakter von Solitärbäumen zu verlieren beginnen. Die Durchmesserdifferenzierung in Analogie zum verfügbaren Standraum ist bereits jetzt evident. Für die Praxis werden von diesem Versuch in einiger Zeit interessante Ergebnisse in Hinblick auf neue Behandlungsstrategien erwartet, die kostenintensive Eingriffsmaßnahmen vermeiden oder zumindest reduzieren können.

Johann K., 1990, First results of single tree thinning experiments, Proceedings, XIX. IUFRO World Congress 5 -11 August 1990, Montreal, Canada, Division 4, S. 28-29

Durchforstungswürdigkeit- und -bedürftigkeit von Nadelwaldbeständen

Bis 1985: Erprobung einer Stichprobentechnik zur Ermittlung von Durchforstungswürdigkeit und -bedürftigkeit von Nadelwaldbeständen

P/V/10
Laufzeit 1985 bis 1988

Dieses Projekt war eine Pilotstudie zur Erprobung eines speziellen Stichprobeverfahrens. Es ging von der Frage aus, ob mit stichprobeweisen Messungen im Bestand anstelle waldbaulicher Probeauszeigen objektive Informationen über die Durchforstungswürdigkeit und Durchforstungsdringlichkeit von Nadelholzbeständen zu gewinnen seien.

Die Ergebnisse der numerischen und der waldbaulichen Auswahl unterschieden sich statistisch kaum, weitergehende Untersuchungen wurden empfohlen.

Johann K., 1988, Durchforstung und Forsteinrichtung, Informationsdienst der Forstlichen Bundesversuchsanstalt Nr. 243, Österreichische Forstzeitung, Wien, 99 (12), S. 52-56


Waldwachskundlicher Rauchhärtetest

P/V/18, ab 1994 P/5/18
Laufzeit 1985 bis 1996, Leiter M. Neumann

Im Gebiet von Arnoldstein/Ktn. wurden 1972 drei Versuchsfllächen in unterschiedlicher Distanz vom dort ansässigen Hüttenbetrieb angelegt. Seither wurde, mit Unterstützung der Institute für Forstökologie sowie Immissionsforschung und Forstchemie, Anwuchserfolg und Wachstum der Aufforstungen sowie die Emissions- und Immissionssituation an Hand von Nadel- und Bodenanalysen untersucht und in zahlreichen Publikationen dokumentiert.

Die Luftmeßdaten wie auch die Nadel- und Bodenanalysen belegten eindeutig die Immissionseinwirkung durch lange Zeit überhöhte Gehalte an Schwefel und Schwermetallen, sowohl im Boden als auch in den Nadeln. Trotz der werkseitig veranlaßten Emissionsreduktion seit 1987 wurden die gesetzlich festgelegten Grenzwerte von Schwefel in Fichtennadeln bis 1996 überschritten. Die Zuwachsleistung war auf der werkfernsten Fläche innerhalb der beobachteten 25 Jahre nicht negativ beeinflußt, sondern außerordentlich hoch. Auf den beiden anderen Versuchsflächen war der Zuwachs beeinträchtigt, derzeit ist nur mehr auf der werknächsten Fläche eine Zuwachs beeinträchtigung festzustellen, auf der anderen Fläche erreicht er derzeit bereits normale Werte.

Der Versuch, von resistent erscheinenden Fichten des Gebietes selbst Pfropfreiser zur Anzucht von "rauchharten" Pflanzen zu gewinnen, erwies sich in der Praxis als nicht zielführend. Das Projekt wurde 1996 beendet, die Versuchsflächen werden jedoch im Rahmen von P/V/2 (P/5/2) weitergeführt.

Neumann M., 1991, Entwicklung von Fichtenaufforstungen unter starkem Immissionseinfluß, Centralblatt f. d. ges. Fw., Wien, 108 (4), S. 331-365

Neumann M., 1998, Waldwachstumskundlicher Rauchhärtetest Arnoldstein - Auswertung einer 25jährigen Fallstudie, FBVA-Berichte 101/1998, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 42 S.

Zuwachskundliche Untersuchungen von Immissionsschäden am Wald

P/V/19, ab 1994 P/5/19
Laufzeit 1985 bis 1996, Leiter M. Neumann, ab 1991 G. Rössler

Im Rahmen dieses Projektes ging man in Form von kurzfristigen Einzeluntersuchungen der Frage nach, ob die Einwirkungen forstschädlicher Luftverunreinigungen meßbare Schäden an den Waldbeständen und somit eine Gefährdung der Waldkulturen verursacht haben. Anhand von Bohrkern- und Stammanalysen wurden im Umkreis von Emittenten in verschiedenen Gebieten Zuwachsveränderungen untersucht. Einzelne Untersuchungen dieses Projektes hatten im Sinne des Forstgesetzes § 52 (5)b zu klären, mit welchem Anteil der Schaden am Bewuchs durch festgestellte Immissionen verursacht worden ist.

Umfangreiche zuwachskundliche Untersuchungen wurden in den steirischen Gebieten Murau, Aichfeld/Murboden, Gleinalm, in Tirol in Brixlegg und Hochfilzen sowie in Niederösterreich im Raum Königswiesen und am Ostrong durchgeführt. Über die Zuwachsverhältnisse der Bestände im Raum Hochfilzen und Ostrong wurden außerdem Gutachten gemäß § 52 (5)b des Forstgesetzes erstellt.

Seit 1993 werden Auftragsgutachten unter der Tarifarbeit T/5/1 bearbeitet. Weitere der forstlichen Forschung dienende zuwachskundliche Untersuchungen konnten wegen Personalmangel in den letzten Jahren nicht durchgeführt werden, sodaß das Projekt vorläufig ausgesetzt wurde.

Neumann M., Schieler K., 1981, Vergleich spezieller Methoden zuwachskundlicher Schadensabschätzung, in: Zuwachskundliche Fragen in der Rauchschadensforschung, IUFRO-Arbeitsgruppe S2.09.10 ¿Diagnose und Bewertung von Zuwachsänderungen¿, Beiträge zum XVII IUFRO Kongress, Mitteilungen der FBVA 139/1981, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 49-65

Rössler G., 1989, Vergleichende Zuwachsuntersuchung bei vergilbten und gesunden Fichten, in: Forstliche Bundesversuchsanstalt (Hrsg.), Zum Waldsterben im Gleinalmgebiet, Mitteilungen der FBVA, 163/2/1989, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 385-404

Rössler G., 1991, Die Entwicklung von Kronenverlichtung und Nadelvergilbung in der Periode 1986-1990, in: Forstliche Bundesversuchsanstalt (Hrsg.), Zum Waldsterben im Gleinalmgebiet, Mitteilungen der FBVA 163/4/1991, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 5-30

Rössler G., 1995, Einfluß von Düngung und Kronenzustand auf das Zuwachsverhalten von Fichten, in: Göbl F., Rössler G., Stefan K., Tomiczek Ch., Donaubauer E., Zum Waldsterben im Gleinalmgebiet, Mitteilungen der FBVA 163/5/1995, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 19-52

Terrestrische Erhebungen des Kronenzustandes

Bis 1991: Luftbildinventur und terrestrische Erhebungen des Kronenzustandes

P/V/21, ab 1994 P/5/21
Laufzeit ab 1987 langfristig, Leiter J. Pollanschütz, ab 1991 M. Neumann, ab 1993 F. Kristöfel

Grafik Kronvenverlichtungen

Das Projekt wurde 1987 als Teilprojekt des Gemeinschaftsprojektes G7 "Österreichisches Waldschaden-Beobachtungssystem" als Nachfolge der Waldzustandsinventur eingerichtet. Anfänglich plante man eine periodische objektive Dokumentation des österreichischen Waldzustandes anhand von Luftbildaufnahmen und terrestrischer Erhebung des Kronenzustandes. Die Luftbilderhebung wurde ab 1992 als eigenes Projekt abgekoppelt (siehe P/V/22 ¿Luftbildinventuren¿) und mußte sich auf die Befliegung und Interpretation des Waldzustandes von ausgewählten Gebieten in Österreich beschränken.

Zur terrestrischen Erhebung wurden auf dem Jahresnetz 1981 der Österreichischen Forstinventur, entsprechend einer Rasterweite von 8,7 x 8,7 km, auf allen im Wald gelegenen Trakthauptpunkten insgesamt 534 permanente Dauerbeobachtungsflächen angelegt. Auf rund 260 Probeflächen wurden geeignete Probebäume zur einzelbaumweisen Kronenansprache kartiert, auf den anderen Flächen, auf denen sich keine geeigneten Probebäume fanden, wird der Kronenzustand nur flächig taxiert. Die jährlichen Ergebnisse der terrestrischen Kronenzustandserhebungen werden im Rahmen des International Cooperative Programme Forests der UN-Economic Commission for Europe als österreichischer Beitrag eingebracht. Mit der Europäischen Union erfolgt seit 1990 eine freiwillige, seit dem EU-Beitritt obligatorische Zusammenarbeit. In das transnationale 16x16km Netz der EU sind 130 WBS-Flächen eingebunden, von denen die Aufnahmedaten jährlich an die EU übermittelt werden.

Die im Jahre 1998 bereits zum elften Mal durchgeführte terrestrische Kronenzustandserhebung zeigte weiterhin einen schlechten Kronenzustand bei Eiche und Tanne, die anderen Baumarten scheinen sich in den letzten Jahren konsolidiert zu haben. Die festgestellten geringen Veränderungen dürften vor allem witterungsbedingt sein. Die Ergebnisse der bisherigen Kronenzustandserhebungen, d.h. die Entwicklung des Nadel-/Blattverlustes, haben in summa gezeigt, daß sich der Kronenzustand der Waldbäume kurzfristig nicht wesentlich ändert.

Das Projekt wurde 1987 als Teilprojekt des Gemeinschaftsprojektes G7 "Österreichisches Waldschaden-Beobachtungssystem" eingerichtet, das die Waldzustandsinventur (P/V/20) zuerst ergänzte und später ablöste.

Zu P/5/21, siehe zu G7

Kristöfel, F.,1995, Terrestrische Kronenzustandserhebung und jährliche Änderungen, in: Neumann, M. (Hrsg.), Österreichisches Waldschaden-Beobachtungssystem, Beiträge zum 4. WBS-Seminar in Wien am 23. November 1995, FBVA-Berichte 93/1996, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 137-141

Kristöfel F. , Neumann M., 1999, Eiche und Tanne geht es weiterhin schlecht, Österreichische Forstzeitung, Klosterneuburg, 110 (1), S. 30-31

Luftbildinventuren

P/V/21a, ab 1992 P/V/22, ab 1993 P/VIII/7, ab 1994 P/0/7
Laufzeit 1987 bis 1998, Leiter M. Gärtner

Das Projekt, das ein Teilprojekt zum Gemeinschaftsprojekt G7 "Österreichisches Waldschaden-Beobachtungssystem WBS" war, lief bis 1992 am Institut für Waldwachstum und Betriebswirtschaft, ab 1993 war es dem Institut für Wissenschaftliche Dienste und ab 1994 der Abteilung für Forstliches Luftbild und Informationssysteme zugeordnet. Ungeachtet der organisatorischen Änderungen, wurde es durchgehend von M. Gärtner bearbeitet.

Ein-Klon-Versuch in Fichte

P/V/23, ab 1994 P/5/23
Laufzeit ab 1992 langfristig, Leiter K. Johann

Im Rahmen des Projekts geht man der Reaktion ausgewählter Bäume auf arteigene Konkurrenz nach. Mit der Versuchsanlage - in diesem Fall gleichbedeutend mit der Bestandesbegründung - wurde festgelegt, welche Bäume in den Endbestand gelangen sollen. Mit einklonigen und gemischtklonigen Fichten werden verschiedene Ausgangsverbände und innerhalb dieser verschiedene Durchforstungsprogramme getestet. Durch die Einbeziehung einkloniger Fichten kann die genetische Varianz als Faktor ausgeschaltet werden, wodurch besser interpretierbare Ergebnisse zu erwarten sind.

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