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Institut für Waldgenetik
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Generhaltungswälder (in situ)
Seit 1986 werden Maßnahmen zur Erhaltung der genetischen Vielfalt des Waldes im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Der Handlungsbedarf wird aufgrund bereits länger andauernder Einengungen der genetischen Vielfalt, ungeeigneter Bewirtschaftungsformen und Umweltbelastungen sowie in den letzten 15 Jahren zusätzlich durch erhebliche Klimaschwankungen noch verstärkt. Wegen der besonderen Eigenschaften der Waldbaumarten wird der Erhaltung am Ort (in situ) in Form von Generhaltungswäldern vorrangig betrieben, bei der die Baumarten den Einflüssen der natürlichen Auslese unterworfen bleiben und die Evolutionsprozesse fortdauern. Diese Art der Erhaltung kann nur bei den Hauptbaumarten zum Ziel führen, die heute noch große Populationen aufweisen. Nach Möglichkeit wird die Naturverjüngung als einfachste, kostengünstigste und wirkungsvollste Maßnahme zur Weitergabe der genetischen Information an nachfolgende Generationen genutzt.

Die Erhaltungseinheiten werden ausschließlich im Wirtschaftswald eingerichtet. Durch gezielte waldbauliche Eingriffe sollen genetische Verluste vermieden und Naturverjüngung herbeigeführt werden. Lange Verjüngungszeiträume sollen dabei möglichst vielen Bäumen unterschiedlichen Alters und Zugehörigkeit unterschiedlicher Bestandeselemente (vertikaler und horizontaler Schichtungen) ermöglichen, ihre genetische Information an die nächste Baumgeneration weiterzugeben.

Die Auswahl erfolgt, basierend auf den natürlichen Waldgesellschaften, innerhalb des Verbreitungsgebietes der zu erhaltenden Baumart unter der Annahme, dass die genetischen Strukturen als Ergebnis von Einwanderungsgeschichte und Anpassungsprozessen durch die Verteilung auf ökologisch und pflanzensoziologisch definierte Einheiten ausreichend erfasst werden. Waldgesellschaften, die infolge ihrer Seltenheit, ihres reliktischen Charakters, ihrer Lage am Arealrand oder auf Sonderstandorten besonders erhaltenswert sind, werden nach Möglichkeit besonders berücksichtigt.

Für eine eigenständige Dynamik, nachhaltige Bestandesstruktur und ¿textur sowie kontinuierliche Verjüngung in einander überlappenden Generationen ist - abgesehen vom Plenterwald - ein großflächiges Vorkommen Voraussetzung. Dies gilt besonders für Waldgesellschaften mit mehreren Baumarten. Für eine ausschließliche Erhaltung in situ eignen sich daher nur jene Waldgesellschaften, die aufgrund ihrer standörtlichen Gegebenheiten ausgedehnte zusammenhängende Flächen besiedeln können.

Für kleinflächig auftretende Waldgesellschaften werden Vorkommen ab 3 ha ausgewiesen. Die vollständige Weitergabe der genetischen Information einer Population an die nächste Generation ist hier u. U. eingeschränkt, sofern nicht durch gezielte kleinflächige waldbauliche Behandlung die Voraussetzungen für dauerhafte, selbst regulierende Gleichgewichtszustände getroffen werden können. Die Grenzen der in situ - Erhaltung werden besonders bei den seltenen ¿ häufig auch konkurrenzschwachen - Baumarten erreicht, wenn keine ausreichenden Populationsgrößen vorliegen. Dies betrifft beispielsweise seltene Sorbus-Arten, Ulmen und Wildobst.

Bei autochthonen Populationen wird ein hohes Maß an genetischerAngepasstheit angenommen. Bei Populationen unbekannten Ursprungs werden die Vitalität (z.B. Kronenzustand) und das Vorhandensein bestimmter anpassungsrelevanter phänotypischer Merkmale (z.B. der Höhenlage entsprechende Kronenverzweigungstypen der Fichte) als Weiser für die genetische Angepasstheit verwendet.

Eine Revision der im gesamten Bundesgebiet eingerichteten 312 Generhaltungsbestände auf 8880 ha durch.




Verteilung der Generhaltungswälder in den forstlichen Wuchsgebieten Österreichs.


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