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Obacht! Gesundheitsrisiko durch den Eichenprozessionsspinner
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners werden alljährlich zwischen Ende April und Juni zu einem Problem: Der ökologische Schaden durch Blattfraß ist meist gering, da die Eiche rasch wieder austreiben kann, wogegen die Gifthaare für den Menschen ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen. Die Raupen werden bis zu fünf Zentimeter lang, sind grau mit dunkler Rückenlinie und haben rotbraune, lang behaarte Warzen. Ab dem dritten Raupenstadium sindsie mit extrem feinen Brennhaaren (bis zu 600.000) und Widerhaken versehen, die den Giftstoff Thaumetopoein - ein auf Eiweißbasis aufgebautes Nesselgift - abgeben. "Dieses kann Juckreiz, Ausschläge, Schwellungen und Asthmaanfälle auslösen. Daher empfiehlt es sich in betroffene Eichenwälder auf den Wegen zu bleiben, keinesfalls Raupen oder Raupennester zu berühren", warnt Dr. Christian Tomiczek vom Institut für Waldschutz am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW). Bei Auftreten der beschriebenen Symptome sollte jedenfalls ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Ab wann heißt es aufpassen?

Sobald die Raupen größer als zwei Zentimeter sind und lange Haare aufweisen. Der kritische Zeitraum ist von Mitte Mai bis Juli. Dabei muss man mit den Raupen selbst gar nicht in Kontakt kommen. Die Haare werden aus Raupennestern durch Wind bis zu 200 Meter weit vertragen. Die Giftigkeit bleibt zumindest einige Monate bestehen.

Von befallen Bäumen fernhalten

Jedenfalls sollte man sich von befallenen Bäumen fernhalten, Warntafeln beachten sowie keinesfalls Raupen oder Raupennester ungeschützt berühren (Kindern davon erzählen!). In der Nähe von befallenen Eichen ist es bei windigem Wetter nicht ratsam, Gartenarbeit zu machen bzw. sollte die Haut zum Schutz vor den Gifthaaren bedeckt werden. Bei Kontakt mit Raupenhaaren ist intensives Duschen und Waschen der Kleidung ratsam.

Absaugen und Absammeln

In jedem Fall sind Bekämpfungsmaßnahmen nur mit Schutzkleidung und von autorisiertem Fachpersonal durchzuführen. In Wien hat die Feuerwehr versucht, durch Absaugen oder Abflammen der Raupennester die Haarbelastung zu reduzieren. Das Verfahren ist jedoch aufwendig und kann nur mit eigens geschultem Personal und Schutzkleidung erfolgen. Derartige Arbeiten werden auch von verschiedenen Baumpflegefirmen angeboten.

Rückfragen

Priv.-Doz. Dr. Gernot Hoch, Tel. 01/87838 - 1155, gernot.hoch@bfw.gv.at

Links

Eichenprozessionsspinner - Dossier auf waldwissen.net


Schön und unangenehm: Raupenwanderung


Eichenprozessionsspinnerraupen

Warnschilder beachten

Der Kontakt mit den Raupen verursacht u.a. juckenden Ausschlag


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