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Risikomanagement
Nach dem Lawinenwinter 1998/99 hat sich die Gemeinde St. Anton am Arlberg dazu entschlossen, einen Krisenplan zu entwickeln und zu implementieren. Sämtliche Planungs- und Einsatzthemen werden in dieser Plattform zusammengefasst. Der Krisenplan ist sowohl die Strukturebene der Organisationseinheiten (Gemeinde, Bezirkshauptmannschaft, Blaulichtorganisationen) als auch ein Web-basiertes Werkzeug, das speziell Befugten in Krisensituationen zur Seite steht. Seit dem Jahre 2005 ist der Krisenplan im operativen Krisenmanagement der Gemeinde St. Anton am Arlberg in Verwendung. Das BFW war federführend an der Entwicklung des Krisenplans beteiligt.

Risikoermittlung

Ein wesentlicher Teil von Risikoberechungen besteht darin, die Reduktion des Risikos bei verschiedenen Schutzmaßnahmen zu bestimmen und zu klären, mit welchen Kosten die einzelnen Maßnahmen verbunden sind. Für das Innere Pitztal etwa wäre die Errichtung permanenter Verbauungen für sämtliche Gefährdungsbereich nicht realisierbar, wie eine soeben fertig gestellte Studie des Institutes für Naturgefahren und Waldgrenzregionen (BFW) zeigt. Ziel dieser Studie war es unter anderem die Personen- und Sachrisikos zu ermitteln und letztendlich Dringlichkeitsreihungen von Schutzmaßnahmen zu erstellen. Dabei wurden mittels Risikoanalyse das Schadenspotenzial und das Risiko ermittelt. Zu einem optimalen Ergebnis führt letztendlich nur eine sinnvolle Kombination von temporären und permanenten Maßnahmen.

Kritische Lawinenstriche für Infrastruktureinrichtungen herausarbeiten

Infrastruktureinrichtungen im alpinen Raum, wie Straßen- und Bahnverbindungen, sind naturgemäß sehr häufig von Lawinen bedroht. Eine in Österreich besonders betroffene Verbindung ist die Arlberg-Bahnstrecke. Im Auftrag der ÖBB wird vom Institut für Naturgefahren und Waldgrenzregionen (BFW) eine Studie erarbeitet, die besonders kritische Lawinenstriche in diesem Bereich sowie auf der Außerfernerbahn untersuchen soll. Unter anderem werden mit dem Lawinensimulationsmodell SAMOS die Auslauflängen von neun Lawinen bestimmt. In einer weiteren Phase soll ein "Decision Support System" erstellt werden, um dem Bahnbetreiber die Entscheidungsfindung zu erleichtern.

Lawinensimulationsmodell SAMOS


ADS - Avalanche Diagnosis System

ADS unterstützt Entscheidungsträger bei der Beurteilung der Lawinengefahr. Mit Hilfe mathematischer Verfahren werden Wetter- und Schneedeckendaten analysiert und die Lawinengefahr berechnet. Alle wichtigen Informationen, wie Wetter, Schneedecke, Lagebericht, Lawinenereignisse und die berechnete Lawinengefahr werden in ADS zusammengeführt und übersichtlich dargestellt.

Aktuelle Daten, die in digitaler Form verfügbar sind, werden automatisch in ADS importiert. Wird das Programm gestartet, erscheinen die derzeitige Situation und die Entwicklung der letzten Tage. Der Anwender kann dann Schneedeckendaten, die nicht automatisch erhoben werden können, eingeben und Ereignisse dokumentieren. Die Interpretation der Entscheidungsträger und zusätzliche Hinweise werden ebenso in der Datenbank gespeichert.

ADS vereint die Vorteile verschiedener Prognoseverfahren
Ein Ziel von ADS ist die objektive Bestimmung der Lawinengefahr. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass sich unter verschiedenen Bedingungen unterschiedliche mathematische Methoden eignen, um ausgehend von einem verfügbaren Datenmaterial (Wetterdaten) die Wahrscheinlichkeit eines Lawinenabgangs zu berechnen. ADS beinhaltet drei unabhängige statistische Verfahren, die für die Berechnung der Lawinengefahr adaptiert wurden.

Gefahr wird in Ampelfarben dargestellt
ADS informiert mit Hilfe berechneter Zahlenwerte über die regionale Lawinengefahr. Auf einer Grafik signalisieren Farben die Gefahr in einzelnen Anbruchgebieten.


Weitere Informationen:
Avalanche risk assessment - a multi-temporal approach, results from Galtür, Austria. Natural Hazards Earth System Sciences, Katlenburg-Lindau, 6(4): 637-651
www.nat-hazards-earth-syst-sci.net

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