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Amtlicher Pflanzenschutzdienst
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Importholzkontrolle
Das österreichische Pflanzenschutzgesetz basiert auf der EU-Richtlinie 2000/29 EWG und definiert
  • Maßnahmen zum Schutz gegen das Verbringen von (gefährlichen) Schadorganismen aller Art der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse,
  • Verbot der Einfuhr von Quarantäneschadorganismen und von Pflanzen (Holz), die als Wirtspflanzen oder Transportmedien fungieren können, und
  • Einfuhrbeschränkungen und/oder spezielle Anforderungen für die Einfuhr von potenziellen Wirtspflanzen.
In Anhang 1 und 2 der RL 2000/29/EWG sind folgende Quarantäneschadorganismen angeführt (wichtige Vertreter von Baumschadorganismen):
a) Insekten, Milben und Nematoden in allen Entwicklungsstadien
Anoplophora chinensis
Anoplophora glabripennis
Monochamus spp. (außereuropäische Arten)
Bursaphelenchus xylophilus
Pissodes spp. (außereuropäische Arten)
Scolytidae spp. (außereuropäische Arten)

b) Bakterien:
Erwinia amylovora (Feuerbrand)

c) Pilze
Atropellis spp.
Ceratocystis fagacearum
Ceratocystis fimbriata f.sp. platani
Ceratocystis coerulescens
Cryphonectria parasitica
Melampsora farlowii
Mycosphaerella populorum
Phytophthora ramorum

Für folgende Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse bestehen Einfuhrverbote (RL 2000/29/EWG Anhang III Teil A):

Bezeichnung Ursprungsland
Pflanzen von Abies Mill., Cedrus Trew, Chamaecyparis Spach, Juniperus L., Larix Mill., Picea A. Dietr., Pinus L., Pseudotsuga Carr. und Tsuga Carr., außer Samen und Früchten Außereuropäische Länder
Pflanzen von Castanea Mill. und Quercus L., mit Blättern, außer Samen und Früchten
Außereuropäische Länder
Pflanzen von Populus L., mit Blättern, außer Samen und Früchten Länder Nordamerikas
Lose Rinde von Castanea Mill.Drittländer
Lose Rinde von Quercus L., außer Quercus suber L. und von Acer saccharum Marsh. Länder Nordamerikas
Lose Rinde von Populus L.Länder Amerikas
Pflanzen von Chaenomeles Ldl., Cydonia Mill., Crataegus L., Malus Mill., Prunus L. Pyrus L., und Rosa L., zum Anpflanzen bestimmt, außer Pflanzen in Vegetationsruhe, ohne Blätter, Blüten und Früchte Außereuropäische Länder

Einfuhrverbote für Pflanzen in bestimmte Schutzgebiete in Österreich (RL 2000/29/EWG Anhang III Teil B):
Pflanzen und lebender Blütenstaub zur Bestäubung von Chaenomeles Lindl., Cotoneaster Ehrh., Crataegus L., Cydonia Mill., Eriobotrya Lindl., Malus Mill., Mespilus L., Pyracantha Roem., Pyrus L., Sorbus L. außer Sorbus intermedia (Ehrh.) Pers., Stranvaesia Lindl., außer Samen und Früchten, mit Ursprung in anderen Drittländern als solchen, die nach dem Verfahren des Artikels 18 als frei von Erwinia amylovora (Burr.) Winsl. et al. anerkannt worden sind
(Feuerbrandwirtspflanzen)

Besondere Anforderungen, die sich aus RL 2000/29/EWG Anhang IV Teil A Kapitel 1 ergeben:

Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse, etc.Anforderungen
Holz von Nadelbäumen (Pkt. 1.1 bis 1.7; 7)
Schutz vor Splintholznematode, deren Vektoren und holz- und rindenbrütenden Käfern
Verpackungsholz (Pkt. 2 und 8)
Hitzebehandlung oder Begasung; IPPC Markierung
Holz von Laubbäumen (Pkt. 2.1 bis 2.2, 3, 5, 6, 7.1; 7.2)
Diverse Behandlungen
Lose Rinde von Nadelbäumen (Pkt. 7.3)Hitzebehandlung oder Begasung
Pflanzen von Nadelbäumen (Pkt. 8.1 bis 8.2; 9, 10)
Schutz vor Borken- und Rüsselkäfern und Schadpilzen
Pflanzen von Laubbäumen (Pkt. 11.1 bis 11.3; 12, 13.1, 13.2, 14, 15)
Schutz vor diversen Schadpilzen

Pflanzengesundheitszeugnis- und Kontrollpflicht an der EU-Außengrenze oder bei der erstmaligen Verzollung für folgende (Forst-) Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse beim Import in die EU:

1. Alle Pflanzen, zum Anpflanzen bestimmt, ausgenommen Samen und Pflanzenteile, außer Früchte und Samen, von
  • Castanea
  • Quercus
  • Koniferen (z.B. Christbäume oder Adventkränze)
  • Acer saccharum, mit Ursprung in Nordamerika
  • Prunus, mit Ursprung in außereuropäischen Ländern
  • Populus
  • Acer macrophyllum
  • Aesculus californica
  • Aesculus hippocastanum
2. Pflanzen (auch wenn sie nicht zum Anpflanzen bestimmt sind), außer Früchte und Samen mit Ursprung in den USA = potentielle Wirtspflanzen von Phytophthora ramorum

Acer macrophyllumAesculus californicaAesculus hippocastanum
Arbutus menziesiiArbutus unedoArctostaphylos spp.
Camellia spp. Castanea sativa Fagus sylvatica
Hamamelis virginianaHeteromeles arbutifoliaKalmia latifolia
Leucothoe fontanesianaLithocarpus densiflorusLonicera hispidula
Pieris spp. Pseudotsuga menziesiiQuercus spp.
Rhamnus californica Rhododendron spp., außer Rhododendron simsiiSequoia sempervirens
Syringa vulgarisTaxus spp. Trientalis latifolia
Umbellularia californicaVaccinium ovatumVaccinium vitis-idaea
Viburnum spp.


3. Lose Rinde von
  • Koniferen
  • Populus
  • Acer saccharum
  • Quercus (außer Quercus suber)
4. Holz, das in die KN-Codes des Anhangs V Teil B des Pflanzenschutzgesetzes 1995 einzureihen ist, das ganz oder teilweise die natürliche Rundung seiner Oberfläche behalten hat, mit oder ohne Rinde oder in Form von Plättchen, Schnitzeln, Sägespänen, Holzabfällen oder Holzausschuß und das ganz oder teilweise aus einer der folgenden Gattungen und Arten gewonnen wurde:
  • Acer macrophyllum, auch ohne seine natürliche Oberflächenrundung, mit Ursprung in den USA
  • Acer saccharum, auch ohne seine natürliche Oberflächenrundung, mit Ursprung in den USA oder Kanada
  • Aesculus californica, mit Ursprung in den USA
  • Lithocarpus densiflorus, mit Ursprung in den USA
  • Koniferen, auch ohne seine natürliche Oberflächenrundung, mit Ursprung in außereuropäischen Ländern, Kasachstan, Russland und der Türkei
  • Quercus, auch ohne seine natürliche Oberflächenrundung, mit Ursprung in den USA, außer bei Nachweis einer Behandlung gemäß Anhang V Teil B des Pflanzenschutzgesetzes 1995
  • Platanus, auch ohne seine natürliche Oberflächenrundung, mit Ursprung in den USA oder Armenien
  • Populus, auch ohne seine natürliche Oberflächenrundung, mit Ursprung in Ländern des amerikanischen Kontinents

Die wichtigsten Schritte

  1. Anmeldung des Importes – Information des Pflanzenschutzdienstes, um Termin für die Kontrolle zu fixieren
  2. Dokumentenkontrolle, Identitätskontrolle, Zeugniskontrolle
  3. Überprüfung der Registriernummer des Importeurs
  4. Überprüfung der Sendung
  5. Bei Beanstandung (Befall, Bohrlöcher, unsachgemäße Behandlung) – Probennahme und Zurückweisung oder Vernichtung
  6. Ausstellen des Gebührenbescheides
  7. Abstempeln des Pflanzengesundheitszeugnises (Freigabe oder Verbot)
  8. Kopie der wichtigsten Frachtpapiere und Einbehalt des abgestempelten Phytozertifikates

Wie läuft eine Kontrolle vor Ort ab?

  1. Dokumentenkontrolle
  2. Identitätskontrolle
  3. Zeugniskontrolle: Vergleich der Angaben auf den Frachtpapieren mit jenen am Zeugnis, Ist Zeugnis rechtskonform? (Ausstellungsdatum, EU-Sprache) – möglicher Zurückweisungsgrund
  4. Überprüfung der Registriernummer: Jeder erwerbsmäßige und nicht erwerbsmäßige Importeur von Waren, die im Anhang V Teil B der RL 2000/29 EWG bzw in der Anlage 2 der Pflanzenschutzverordnung 1996 i.d.Fg. 2003 angeführt sind, muss im amtlichen Verzeichnis des jeweiligen Bundeslandes mit einer entsprechenden Nummer registriert sein.
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