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Aufarbeitung von Sturmschäden im Wald - aus Forstschutzsicht
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Aufarbeitung von Sturmschäden im Wald - aus Forstschutzsicht
Große Schadholzmengen, wie zuletzt durch den Orkan „Paula“ entstanden, bedeuten auch, dass plötzlich ein großes Angebot an hervorragendem Brutmaterial für Borkenkäfer vorhanden ist. Eine Zunahme der Borkenkäfer-Population ist meist nicht zu verhindern. Um eine drohende Borkenkäfer-Katastrophe abzuwenden, hat die Aufarbeitung so rasch als möglich und gereiht nach dem Grad der Gefährdung zu erfolgen.

Reihenfolge der Aufarbeitung

  1. Nadelholz vor Laubholz
  2. Einzelbäume vor Nestern
  3. Kleinflächen vor Großflächen
  4. Bäume vom Wurzelstock trennen
  5. Bruchholz vor Wurfholz
  6. Tieflagen vor höheren Lagen
  7. Sonnseiten vor Schattseiten

Auf großen Schadflächen ist das Angebot an Brutmaterial so groß, dass die Borkenkäfer zunächst das liegende Holz befallen und erst, nachdem dieses nicht mehr als Brutmaterial geeignet ist, auf benachbarte stehende Stämme gehen. Dies erklärt auch, warum Einzelwürfe und Nester zuerst aufgearbeitet werden müssen. Flächige Schäden können als „Fangschläge“ genutzt werden. Allerdings sollte auch hier die Aufarbeitung vor Ausflug der Käfer erfolgen.

Holzlagerung

Ist eine Holzabfuhr bis Juni in Tieflagen und Juli in Hochlagen nicht möglich, muss das Holz zwischengelagert werden. Unbehandeltes Holz mit Rinde sollte mindestens 500 m vom nächsten Nadelwald entfernt gelagert werden. Bei Unterschreitung dieser Distanz oder Lagerung im Wald selbst müssen zusätzliche Maßnahmen erfolgen. In diesem Fall ist das Rundholz entweder durch Entrindung, Folienkonservierung unter Sauerstoffabschluss, Nasslagerung (behördliche Bewilligung notwendig) oder Begiftung (nur zugelassene Pflanzenschutzmittel verwenden sowie Schutzbestimmungen beachten) gegen Borkenkäfer oder Nutzholzbohrer zu schützen.


Abbildung 1: Folienkonservierung unter Sauerstoffabschluss


Abbildung 2: Nasslagerung

Schlagrücklass

Schlagrücklass kann ebenfalls wesentlich zu einer Borkenkäfer-Massenvermehrung beitragen. Daher sollten Holzreste auf Fratten gelegt, begiftet, verhäckselt oder gemulcht werden.

Weitere Forstschutzmaßnahmen nach der Aufarbeitung

Waldränder und die stehen gebliebenen Bestandesreste weiter auf Borkenkäferbefall beobachten. Bei Verdacht sind die betroffenen Bäume vor Ausfliegen der Käfer zu fällen, abzutransportieren oder wie oben beschrieben zu behandeln. Zumindest in den ersten zwei Folgejahren sind verstärkt vorbeugende Forstschutzmaßnahmen wie das Legen von Fangbäumen oder das Errichten von Fangknüppelhaufen notwendig. Zur Überwachung des Borkenkäferfluges können Pheromonfallen eingesetzt werden.

Forstschutz versus Holzqualität

In Einzelfällen kann ein Abweichen von der Reihenfolge der Maßnahmen aus forstbetriebs- wirtschaftlicher Sicht sinnvoll sein. Ist die Holzabfuhr vor dem Ausfliegen der Borkenkäfer gewährleistet, kann das vorzeitige Abstocken unterbleiben und das wertvolle Laubholz noch vor dem Nadelholz aufgearbeitet werden.

Weitere Informationen:

Folienverpackung
Pflanzenschutzmittel
Informationen des Landes Kärnten zu Nasslagern, Förderungen und Entschädigungen

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