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Wurzelhalsfäule an Erle
Das Setzen von verseuchten Erlen aus Pflanzgärten ist für die Ausbreitung der Phytophthora-Krankheit (Wurzelhalsfäule) der Erle ausschlaggebend. Dies bestätigen neue Fälle, in denen Waldbesitzer mit dem plötzlichen Absterben von Erlenkulturen konfrontiert wurden.

Die Infektion mit dem Erreger Phytophthora alni erfolgt im Wurzelraum der Erlen über Wasser, in dem die frei beweglichen, begeißelten Sporen (Zoosporen) des Erregers vorhanden sind. Diese können bei Überschwemmungen durch verseuchte Gewässer in die Pflanzgärten gelangen. Eine andere Möglichkeit ist die Bewässerung mit von den Zoosporen befallenem Flusswasser. Darüber hinaus wird oft Pflanzgut angekauft, das bereits im Wurzelraum infiziert ist.

Infektion erfolgt in Saatbeeten oder Pflanzgärten Wurzelinfektionen durch Phytophthora alni sind nur in künstlichen Böden von Saatbeeten oder Pflanzgärten möglich. In Waldböden fangen Konkurrenzpilze die Sporen ab, was die Gefahr einer Erkrankung im Wurzelsystem stark verringert. Erst einige Jahre nach der Auspflanzung zeigen die Erlen oberirdische Symptome. Im Wurzelraum ist der Phytophthora-Befall makroskopisch nicht erkennbar. Deshalb hilft es auch nicht, das Pflanzgut vor dem Verkauf genau zu überprüfen, um befallene Erlenpflanzen erkennen und aussondern zu können.

Schwarze Teerflecken als Erkennungsmerkmal

So wachsen infizierte Erlen an den Zielstandorten einige Jahre kräftig und scheinbar gesund heran, bis die Wurzelhalsfäule den Stammanlauf erreicht hat. Wenn nur ein Teil des Wurzelsystems befallen ist und der Baum von einigen gesunden Wurzeln ernährt wird, zeigt er selbst zu diesem Zeitpunkt noch keine oberirdischen Symptome.

Letztere erscheinen erst, wenn sich die Rinde des Stammes gegen das Absterben wehrt - in Form der auffälligen schwarzen "Teerflecken" welche die "Kampfzone", also den Rand der bereits abgestorbenen Rindenflächen, markieren (Abbildung). In der Folge kommen die Kronensymptome hinzu. Gewöhnlich sind dann schon Rindengewebe im untersten Stammabschnitt großflächig abgestorben und somit infektiös.

Bei Kontakt mit Wasser (zum Beispiel bei Überschwemmungen) entwickeln sich große Mengen von Zoosporen und lösen die weitere Ausbreitung des Erregers flussabwärts aus. Wenn die Anzahl gepflanzter und infizierter Erlen groß genug ist, kommen gleichzeitig ungeheure Mengen von Zoosporen zur Reife. Diese sind imstande, flussbegleitende Erlenbestände auf weiten Strecken innerhalb weniger Jahre zu verseuchen und große Zahlen von Erlen aller Altersstufen zum Absterben zu bringen.

Ausweg: Erregerfreies Wasser und zertifiziertes Pflanzgut

Produzenten von Erlen-Pflanzgut können derartige Domino-Effekte vermeiden: Der einfachste Weg ist das Heranziehen von Erlensämlingen in Beeten, die nicht mit Wasser aus Teichen, Bächen oder Flüssen versorgt werden. Auch die Bewässerung der Beete sollte ausschließlich mit Brunnen- oder Leitungswasser erfolgen. Die Sämlinge sollten nicht mit Erlenpflanzgut zweifelhafter Herkunft vermischt gezogen werden.


Abbildung: Die oberirdischen Symptome des Erlensterbens sind erst nach Jahren erkennbar.

Eine weitere Möglichkeit ist die Produktion von Containerpflanzen in kontrolliert Phytophthora-freiem Substrat, wobei auch hier auf eine saubere Bewässerung zu achten ist. Ein sicherer Weg ist auch der Bezug von kontrolliertem, Zoosporen-freien Erlenpflanzgut, das von einzelnen Baumschulen sowie vom Forstgarten des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) angeboten wird. Weitere Informationen: Dr. Heino Konrad, Institut für Waldgenetik, Tel.+43 (1) 878 38-2112, E-Mail: heino.konrad@bfw.gv.at.

Waldbesitzer sollten Erlen, die von der Wurzel her befallen sind, roden und mit anderen Baumarten aufforsten. Da die Erlen-Phytophthora wirtsspezifisch an der Gattung Alnus vorkommt, besteht für andere Baumarten keine Gefahr.
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