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Gefährlicher Baumschädling hat ausgefressen

Wien und Linz, Juli 2013 In Braunau/Oberösterreich ist im Jahr 2001 ein Befall durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis Motschulsky) festgestellt worden. Dieser gefährliche Baumschädling gelangte damals über den Import von Verpackungsholz aus dem südostasiatischen Raum erstmals nach Europa. Nach jahrelangen äußerst umfangreichen und kostspieligen Bekämpfungs- und Monitoringmaßnahmen kann nun von Agrar- und Forstlandesrat Max Hiegelsberger die erfolgreiche Ausrottung des Käfers verkündet werden. 

Kontaminiertes Verpackungsholz

Anfang August 2001 wurden in Braunau mehrere unbekannte Bockkäfer entdeckt. Rasch stellte sich heraus, dass es sich dabei um den Asiatischen Laubholzbockkäfer handelte. Dabei handelt es sich um einen Quarantäneschädling, der für die drastische Zerstörung einer Vielzahl von heimischen und europäischen Laubbaumarten verantwortlich gemacht wird. "Er zählt in unseren Breiten zu den hundert gefährlichsten Neueinwanderern und ist in unzureichend behandeltem Verpackungsholz von Steinlieferungen bei uns eingeschleppt worden" erläutert der Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW), DI Dr. Peter Mayer. Unmittelbar nach Entdeckung des Schädlings sind umfangreiche Monitoring- und Bekämpfungsmaßnahmen durch den Forstdienst des Landes Oberösterreich und das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) eingeleitet worden. Aber auch die Braunauer Bevölkerung war intensiv bei der Suche nach den Käfern beteiligt:  Viele Bewohner haben vor allem in der Anfangsphase zahlreiche Käferfunde und befallene Bäume gemeldet.

Neu entwickelte Strategien

Zwischen 2001 bis 2009 wurden in der Stadt Braunau insgesamt 220 befallene Bäume und 270 Käfer gefunden und beseitigt. Zusätzlich wurden umfangreiche präventive Laubholzschlägerungen durchgeführt. Aufgrund des erstmaligen Auftretens des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Europa konnte man bei den Bekämpfungsmaßnahmen nicht auf gesicherte Erfahrungswerte zurückgreifen. Sie wurden deshalb kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Dazu zählen der Einsatz von Baumsteigern und speziell konditionierten Suchhunden. Die Maßnahmen wurden von EU-Kontrollorganen zwei Mal überprüft und als zielführend bestätigt. Seit Juni 2009 wurden keine neuen Befallsherde des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Braunau mehr gefunden. Damit gilt er nach EU-Vorgaben nach  nunmehr vierjähriger Befallsfreiheit als erfolgreich ausgerottet. "Die in den letzten zwölf  Jahren vor allem dem Land Oberösterreich entstandenen enormen Monitoring- und Bekämpfungskosten in Höhe von über zwei Millionen Euro  zeigen  deutlich, dass die Forderung nach einer konsequenten Verpackungsholzkontrolle - möglichst schon in den Importhäfen - nicht überzogen und unerlässlich ist", betont LR Max Hiegelsberger.  
Webtipp

www.dafne.at

Bildergalerie



Baumsteiger in Braunau


Fraßspuren des Asiatischen Laubholzbockkäfers


Beseitigung von befallenen Bäumen


Die Larve des Asiatischen Laubholzbockkäfers


Asiatischer Laubholzbockkäfer


Spürhund auf der Fährte



Rückfragen

DI Dr. Christian Tomiczek, Institut für Waldschutz, Tel.: 0043 1 878 38 - 1133, christian.tomiczek@bfw.gv.at
Dipl. Biol. Ute Hoyer-Tomiczek, Institut für Waldschutz, DW 1130, Mobil: 0043 664/852 6929, ute.hoyer@bfw.gv.at
DI Hannes Krehan, Institut für Waldschutz, DW 1128, Mobil: 0043 664/826 99 13, hannes.krehan@bfw.gv.at

Das Training der österreichischen Anoplophora-Spürhunde erfolgte im Rahmen des vom BMLFUW geförderten Forschungsprojektes Nr. 100673 "Risikomanagement für die in der EG gelisteten Anoplophora Arten", das im ERA-net EUPHRESCO mit  internationalen Partnerinstitutionen durchgeführt wurde. Nähere Informationen dazu sind auf der Forschungsplattform DaFNE des BMLFUW unter www.dafne.at zu finden.



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