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Eppo-Expert-Meeting am BFW: Trends und Strategien
Das Bundesamt für Wald kontrolliert von Insekten befallene Holzpaletten mit Steinimporten aus China. In fünf Prozent der kontrollierten Container werden gefährliche Schadorganismen gefunden. Nun konnten im Rahmen eines Europäischen Forstschutztreffens am BFW die neuen, seltenen und unbekannten Schädlinge und Krankheiten thematisiert und Strategien für eine gezielte Bekämpfung ausgearbeitet werden.

Wien, April 2014 Dem Preisdruck folgend wird seit Jahren billiger Granit aus China nach Europa importiert. Diese Steinwaren werden meist auch in minderwertigem Verpackungsholz verstaut, in Container verladen und nach Europa verschifft. Zwar gibt es seit 2005 einen international anerkannten Standard für Verpackungsholz (ISPM 15), der das Risiko der Einschleppung und Verbreitung von Quarantäneschadorganismen im Zusammenhang mit Holzverpackungsmaterial im internationalen Handel reduzieren soll, dieser wird aber in vielen Fällen nicht eingehalten. Laut ISPM 15-Standard müsste Holz, welches für die Herstellung von Holzverpackung verwendet wird, so behandelt sein, dass lebende Schädlinge abgetötet werden und keine Gefahr mehr für den Wald oder das städtische Grün darstellen können.

Beispiel Gallspach

"Die Realität sieht leider anders aus. Innerhalb eines Jahres wurden vom Bundesamt für Wald nahezu 1.300 Container mit Granitsteinen aus China kontrolliert und in 66 Fällen (>5%) gefährliche Schadorganismen gefunden", erklärt Dr. Christian Tomiczek, Leiter des Instituts für Waldschutz des BFW. Dabei handelt es sich meist um invasive Arten, die sich,  in Europa angekommen, in das regionale Ökosystem einnisten. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis), der nahezu alle heimischen Laubbaumarten befällt und zum Absterben bringt. So wurde er erst kürzlich in der Gemeinde Gallspach in Oberösterreich entdeckt. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, mussten bisher mehr als 100 Bäume im Stadtgebiet gefällt werden (siehe auch: http://www.bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9797). Auch in Braunau wurde er bereits im Jahr 2001 festgestellt, er gilt dort jedoch seit letztem Jahr als ausgerottet. Dass die Situation in andern europäischen Ländern ähnlich ist, zeigen Befallsmeldungen aus Deutschland, England, Frankreich, Italien, den Niederlanden und der Schweiz.

ExpertInnentreffen am BFW

Der Asiatische Laubholzbock ist zwar einer der gefährlichsten Arten, die nach Europa eingeschleppt werden, aber nicht der einzige. Die Vernetzung mit internationalen ExpertInnen ist daher notwendig, um Trends auszutauschen und Strategien zu erarbeiten. Dazu fanden im März 2014 in Kooperation mit der "European and Mediterranean Plant Protection Organization (EPPO)" zwei Veranstaltungen am BFW statt: das EPPO Forest Panel Meeting (10-12.3.2014) und das fünfte Expert-Meeting (13.-14.3.). Mit insgesamt 24 TeilnehmerInnen aus 19 Ländern bzw. 51 TeilnehmerInnen aus 18 europäischen Ländern wurde die Situation des europäischen Forstschutzes thematisiert, wo einerseits neue, seltene und unbekannte Phänomene wie z.B. das Auftreten der Verticillium - Welke an Ahorn besprochen und die Situation von Invasiven Schädlingen und Krankheiten abgeklärt werden konnte. "Einmal mehr hat sich die Wichtigkeit der internationalen Vernetzung in diesem Bereich sowie die Bedeutung derartiger ExpertenInnen Treffen bestätigt, die einen besonders raschen Informationsaustausch ermöglichen", sagt Dr. Christian Tomiczek.

Alle Vorträge des 5. Expert-Meeting zum Download zip

Ausbildung von Spürhunden

Was die Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbocks und des nicht weniger gefährlichen Citrusbockkäfer angeht, hat man beim BFW eine effiziente Methode gefunden: Hier werden die weltweit ersten Spürhunde ausgebildet, die die Schädlinge sowohl an den Verpackungshölzern als auch an lebenden Bäumen "erschnüffeln". Der Einsatz dieser Spürhunde in Zusammenarbeit mit speziell geschulten Kontrollorganen hat die "Trefferquote" bei der Verpackungsholzkontrolle deutlich verbessert. Zusätzlich werden die Spürhunde und Kontrolleure auch im ALB-Befallsgebiet eingesetzt und haben zusammen mit vom BFW speziell geschulten Baumsteigern die Auffindungsrate befallener Bäume ebenfalls gesteigert. Österreich hat damit einen soliden Weg beim phytosanitären Schutz der Wälder eingeschlagen. 

Rückfragen

DI Hannes Krehan, Bundesamt für Wald, hannes.krehan@bfw.gv.at, DW 1128
Dipl.-Biol. Ute Hoyer-Tomiczek, Bundesamt für Wald, ute.hoyer@bfw.gv.at, DW 1130
Dr. Christian Tomiczek, Bundesamt für Wald, christian.tomiczek@bfw.gv.at, DW 1133, 0664/826 99 13

Links und verwandte Themen

https://www.eppo.int
Ausbildung von Spürhunden am BFW
Aktuelle Waldschutzsituation in Österreich
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