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Im Fokus: Bewirtschaftungsformen für Kleinwaldbesitz
Der Klimawandel hat enorme Auswirkungen auf langlebige Ökosysteme. Die heutigen Entscheidungen über die Bewirtschaftung bestimmen das Waldbild, das wir am Ende des Jahrhunderts vorfinden werden. Durch gesellschaftliche Veränderungen gehört Kleinst-Privatwald oft Personen, die fachlich wenig Beziehung zur Forstwirtschaft haben und deren Lebensmittelpunkt auch räumlich weit weg vom eigenen Wald liegt. Der Anteil dieser "waldfernen WaldbesitzerInnen" nimmt zu. Die Einstellung dieser schwer erfassbaren Gruppe zur Waldbewirtschaftung muss bekannt sein, um sie bei Bedarf gezielt ansprechen zu können.

Virtuelle Waldbehandlung

Zur Erfassung der Haltung der KleinstwaldbesitzerInnen diente die Technik des Choice-Experiments. Dabei wird mit einer strukturierten Befragung der/die TeilnehmerIn charakterisiert, wobei eine Konfrontation mit der Frage stattfindet, welchen Waldzustand er/sie für erstrebenswert hält. Die Waldbilder für das choice-experiment werden aus Waldwachstums-Simulationen, die von verschiedenen Klimaszenarien angetrieben werden, abgeleitet. Die Stabilität bzw. Gefährdung der simulierten Waldbestände wird gutachterlich beurteilt, durch Kennzahlen und Grafiken charakterisiert und dem/der Beantworter/in des Fragebogens als Ergebnis seiner virtuellen Waldbehandlung vorgelegt. Dann wird abgefragt, ob das simulierte Ergebnis zufriedenstellend ist. Die Datengrundlage für die Parameter des verwendeten Waldwachstumsmodells Caldis sind die Ergebnisse der Österreichischen Waldinventur.

Sozialbindung des Eigentums

Angesichts der geringen Relevanz des erwirtschafteten Ertrages aus der Holzproduktion für KleinstwaldbesitzerInnen ergibt sich keine Veränderung der Motivation für oder gegen bestimmte Formen der Waldbewirtschaftung. Gerade für WaldbesitzerInnen gilt aber eine erhebliche Sozialbindung des Eigentums. Der Wald kann von der Öffentlichkeit bei Einhaltung von gesetzlich festgelegten Einschränkungen genutzt werden. Um diese Benutzung zu gewährleisten, muss der Waldzustand bestimmte Standards erfüllen, die von der örtlichen Forstbehörde kontrolliert und eingefordert werden. Die völlige Nicht-Bewirtschaftung eines Waldes ist daher keine Option. Besonders bei der Störung von Waldökosystemen durch Naturereignisse wie Sturmschäden, Schneebruch sowie das Absterben von Bäumen durch Konkurrenz im Waldbestand werden Pforten für Schadorganismen geöffnet. In Österreich ist der Borkenkäfer ein gefürchteter Schädling. Seine Bekämpfung ist langwierig und teuer. Ein/e Waldbesitzer/in ist daher gut beraten Maßnahmen zu treffen, welche die Gefahr einer Massenverbreitung von Borkenkäfern minimieren.

Kooperationspartner: Klima- und Energiefonds finanziert durch Kommunalkredit Public Consulting GmbH, BOKU, Prof. Ulrike Pröbstl TU München, Prof. Michael Suda Slowenisches Forstinstut, Dr. Andrej Breznika

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Waldfläche des Kleinwaldes (< 200 ha)

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