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Dem Schädling auf der Spur
Verpackungsholzkontrollen in Oberösterreich verhindern die Einschleppung von invasiven Arten, die Österreichs Wälder schädigen.


Schon mehrmals hat er immensen Schaden an unseren Laubbäumen angerichtet. Um einer erneuten Möglichkeit einer Invasion vorzubeugen, gilt es ihn hier abzufangen, auf diesem riesigen Lagerplatz eines großen  Granitimporteurs. Der LKW rollt auf uns zu und wir werden freundlich vom Fahrer begrüßt. Man hat uns erwartet. Es ist nicht das erste Mal, dass wir hier sind, und es wird auch nicht das letzte Mal sein.

Der Container ist versiegelt. Er kommt aus China, und transportiert Granit in allen erdenklichen Formen und Größen. Und wir sind die Kontrolleure, an denen er vorbei muss. Warum? Weil wir nach blinden Passagieren suchen, nach gefährlichen blinden Passagieren, die gesunde Bäume befallen und sie nach einiger Zeit zum Absterben bringen. Wir suchen Spuren vom gefürchteten Asiatischen Laubholzbockkäfer, die er am Verpackungsholz hinterlässt.
                               

Gefährliche Kontrolle


Restgasmessung
                   
Verpackungsholzkontrollen gehören zum Alltag der MitarbeiterInnen des Bundesamts für Wald. Es sind von der EU-Kommission verordnete Kontrollen, die je nach Warenart an 15 bzw. 90 Prozent der Importe von Granitsteinen aus China durchgeführt werden müssen. Es ist eine Maßnahme, um eingeschleppte Arten wie den Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) daran zu hindern, in unseren Wäldern Schaden anzurichten.

Da es schon zu tödlichen Unfällen in europäischen Häfen durch Giftgas wie zum Beispiel Methylbromid kam, muss nunmehr vor dem Öffnen der Container eine Restgasmessung durchgeführt werden. Falls diese negativ ausfällt, also kein Gasrückstand gemessen wird, kann die Kontrolle beginnen. Die einzelnen Holz-Paletten und Kisten werden herausgeholt und visuell von allen Seiten, vor allem von unten, auf Fraßgänge oder Ausbohrlöcher der Käfer bzw. ihrer Larven abgesucht. Dabei wird darauf geachtet, dass jedes einzelne Paket den entsprechenden Stempel trägt. Wird etwas Verdächtiges gefunden, oder fehlen an mehr als zehn Prozent der Pakete diese Stempel, wird der Container sofort wieder eingeräumt und zur Nachbehandlung mit einem Pflanzenschutzmittel abtransportiert. 
 

visuelle Kontrolle



mobiles Büro
    
Es ist der letzte Container für heute. Nach der Gaskontrolle wird er geöffnet und ein unangenehmer Modergeruch schlägt uns entgegen. Schon die ersten Paletten sind mit Schimmelpilzflecken übersät, und als auch noch mehrere Stempel der chinesischen Holzbehandlung fehlen, brechen wir sofort ab. Alles retour. Alle Paletten müssen wieder in den Container verfrachtet werden.

Wir versiegeln den Container mit Klebeband und schicken ihn sofort zur Nachhandlung, ob befallen oder nicht, das überlebt kein Käfer oder anderes holzzerstörendes Insekt. Für uns ist der Fall nun erledigt. Wir füllen die Bescheide aus und fahren nach Hause.



Weitere Informationen zum Befall in Braunau und Gallspach:

Gefährlicher Baumschädling hat ausgefressen
Asiatischer Laubholzbock in Gallspach (OÖ) entdeckt

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