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Entgegen dem weltweiten Trend: mehr Wald in Österreich
Wien, 30. September 2014 | Am Rande des UNO-Klimagipfels in New York sprachen sich zahlreiche Länder und NGOs für ein Ende der Abholzung von Wäldern auf der ganzen Welt bis 2030 aus. Schon 2020 sollen die Rodungen weltweit halbiert sein, proklamierten die Unterzeichner der "New Yorker Walderklärung" am 23. September 2014. Bei der Waldvernichtung wird Kohlendioxid frei. Wächst ein Wald, nimmt er das Treibhausgas auf. Als eine Maßnahme sollen 350 Millionen Hektar - eine Fläche größer als Indien - wieder aufgeforstet werden.

Vorzeigebeispiel Österreich

Weltweit nimmt die Waldfläche ab, vor allem großflächig in den Tropenwäldern. In Mitteleuropa hingegen - und hier insbesondere im Alpenraum - breitet sich der Wald kontinuierlich aus. Laut österreichischer Waldinventur des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) hat der Wald seit dem Jahr 1961 eine Fläche von 300.000 Hektar dazugewonnen.

"Dies entspricht fast der Fläche des Mühlviertels in Oberösterreich und übersteigt beispielsweise die Landesfläche Vorarlbergs von rund 260.000 Hektar", verdeutlicht Dr. Peter Mayer, Leiter des BFW, die erfreuliche Lage.

Die Zunahme von bewaldeten Gebieten ergibt sich aus der Tatsache, dass ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Almen, Weiden und Mähwiesen wieder Wald werden. Die Ausbreitung des Waldes passiert aber auch auf Moorstandorten, Schutt- und Schotterflächen sowie Felsstandorten. Kaum zu glauben, auch ehemalige Deponien werden wieder bewaldet. Pionierbaumarten erkämpfen sich diese Standorte und bauen einen Waldboden auf. Somit sind diese Flächen langfristig durch Waldbewuchs vor Erosion geschützt.

Trend zu mehr Laubhölzern

Immer mehr Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen setzen auf naturnahe Bewirtschaftung und wählen die natürliche Verjüngung durch Samen. Allgemein ging die Produktion von Forstpflanzen zurück. Wurden 1991 noch an die 45 Millionen Pflanzen von der häufigsten Baumart Fichte produziert, liegt dieser Wert nach 20 Jahren ungefähr bei der Hälfte; dafür wurden deutlich mehr Jungpflanzen von Lärche, Tanne und Laubhölzer verkauft. Mischwälder sind stabiler gegen Windwurf und Schädlinge.
Wer kauft schon gerne die Katze im Sack? So wie jeder Konsument wissen möchte, wie gut das gekaufte Produkt tatsächlich ist, ist es für Forstbaumschulen unverzichtbar, die Qualität des anzubauenden Saatgutes zu kennen. Das gilt speziell für Forstsaatgut. Im BFW-Labor werden nach international standardisierten Methoden auf Reinheit, Keimfähigkeit und Lebensfähigkeit geprüft.

Nullsummenspiel

Die Qualität des Saatgutes und seine genetische Herkunft werden für die Stabilität der Wälder angesichts des Klimawandels immer wichtiger. Die höheren Temperaturen werden die Kohlenstoffbilanz des Waldes zunehmend ändern.
Die Bäume wachsen in einem wärmeren Klima zwar schneller und binden Kohlendioxid, aber die Mikroorganismen des Bodens werden aktiver und können vermehrt Kohlendioxid freisetzen. Die insgesamt große Kohlendioxid-Senkenfunktion des Waldes wird durch den Kohlenstoffverlust aus dem Boden verringert. Durch die Zunahme der Waldfläche und den wahrscheinlichen Anstieg des Vorrates an Biomasse in nächster Zukunft werden die Treibhausgas-Emissionen aus dem Boden mehr als ausgeglichen.

UN - Website
Österreichische Waldinventur




© BFW
In Österreich hat der Wald
seit 1961 eine Fläche von 300.000 Hektar dazugewonnen

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