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Lehrkraft Natur findet Anklang
Regelmäßige Waldausgänge wirken positiv auf die Klassengemeinschaft. Die Kinder können einen eigenständigen Zugang zu Wald und Natur entwickeln. Eine Neue Mittelschule in Wien kämpfte mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern und führte daraufhin einen Wald-Schwerpunkt ein. Die ersten Jahre der Umsetzung geben der Schulleitung recht. Es änderte sich viel zum Positiven. Die Erfahrungen wurden jetzt im Handbuch „Lehrkraft Natur“ zusammengefasst.

Am 5. März 2015 lud das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) zur Präsentation des Handbuches  „Lehrkraft Natur – Naturerfahrungen als fixer Bestandteil des Schulunterrichts“ (Download). Es gibt Einblick in die Praxis der Wald- pädagogik und Umweltbildung mit Schwerpunkt auf das ungewöhnliche Pilotprojekt der neuen Mittelschule (NMS) Dirmhirngasse. Besonders der Bildungssektor war bei der Präsentation stark vertreten und zeigte großes Interesse an diesem Konzept.

Dr. Peter Mayer, Leiter des BFW, schätzte das rege Interesse am Wald sehr. „Wir möchten mit dem Handbuch einen Anstoß liefern, um die Erholungswirkung des Waldes auch für Bildungseinrichtungen zugänglich zu machen.“ Vor allem die Jugend spiele dabei eine wichtige Rolle.

Unkonventionelle Lösungen

Die NMS Dirmhirngasse im 23. Wiener Gemeindebezirk war durch verhaltens-auffällige Kinder vor eine große Herausforderung gestellt und wählte einen ungewöhnlichen Weg. Der Wald wurde in den Stundenplan aufgenommen. Die 1. Klasse geht alle zwei Wochen in den Wald, die 2. Klasse einmal im Monat. „Durch dieses soziale Projekt bekommen die Kinder den  Kopf  frei, um sich auf den Unterricht zu konzentrieren und die Klassengemeinschaft wird gestärkt“, erklärte Direktorin Sylvia Vogt.

Laut Untersuchungen von Prof. Dr. Armin Lude, PH Ludwigsburg, im Vergleich zu konventionellen Spielplätzen fördere der Wald und andere naturnahe Flächen hochkomplexe Spiele und verringere den Stress. „Natur fördert die Kreativität, verbessert Wohlbefinden und Gesundheit. Studien haben gezeigt, dass bereits der Blick auf Grünflächen positive Wirkungen hat.“

Den Wald in die Schule bringen

Stefan Lirsch hat den Wald in die NMS Dirmhirngasse gebracht. Er ist zertifizierter Waldpädagoge war von Beginn an dabei. „Mir ist wichtig, dass sich die Kinder im Wald zurechtfinden und wohlfühlen können. Dies bildet die Basis dafür, dass die Kinder ins selbstständige Tun finden und natürliche Umgebungen mit all ihren Möglichkeiten wertschätzen lernen“, erläuterte Stefan Lirsch seine Philosophie.

Man konnte die Begeisterung der Kinder in ihren Augen ablesen. Das Projekt läuft seit 2012 und Direktorin Vogt kann bereits jetzt einen starken Rückgang an Problemmeldungen feststellen. Ein beachtlicher Prozentsatz der Schul-anmeldungen für die 1. Klassen ließe sich bereits jetzt auf den Schwerpunkt Waldpädagogik zurückführen. Der Wald findet Anklang, nicht nur bei Experten des BFW oder Vertreterinnen von Bildungseinrichtungen, sondern vor allem bei den Kindern selbst.

Weiterführende Links

Green Care WALD

Handbuches  „Lehrkraft Natur – Naturerfahrungen als fixer Bestandteil des Schulunterrichts“ (Download)

Handbuch "Gewaltprävention im Wald" (Download)

Informationen zum 'Schwerpunkt Waldpädagogik' und zu 'Lehrkraft Natur'
www.stefanlirsch.at

© BFW
V.l.n.r.: Peter Mayer, Günther Pfaffenwimmer, Sylvia Vogt, Regina Grubich-Müller, Stefan Lirsch, Katharina Bancalari, Gerhard Mannsberger

© BFW
Die Kinder der NMS Dirmhirngasse mit ihrer Klassenlehrerin Maria Schweizer.

NÜTZLICHE LINKS

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