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Österreichisches Bioindikatornetz (BIN)
Austrian Bio-Indicator Grid
Österreichisches Bioindikatornetz - Schwefelimmissionseinwirkungen 2001

1983 wurde das Bioindikatornetz im Auftrag des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft eingerichtet und es werden in Zusammenarbeit mit den Landesforstbehörden jährlich auf den ausgewählten Punkten zwei Probebäume beerntet. Als passive Akkumulationsindikatoren wurden Fichte bzw. im trockenen Osten Österreichs die Baumarten Weiß-, Schwarzkiefer und Buche eingesetzt. Zur Feststellung der räumlichen und zeitlichen Entwicklung von SO2-Immissionseinwirkungen wurden diese Proben am Bundesamt und Forschungszentrum für Wald auf ihren Schwefelgehalt untersucht.

Das Bioindikatornetz besteht aus dem 16x16 km Grundnetz - mit seinen Ergebnissen von 1983 bis 2001 sind flächenbezogene Aussagen möglich (283 Punkte). Zur Beurteilung von kleinräumigen Veränderungen während des Untersuchungszeitraumes wurden zusätzlich zu den Grundnetzpunkten Verdichtungspunkte eingerichtet. Für die Auswertung über den Untersuchungszeitraum wurden jene Grundnetz- und Verdichtungspunkte verwendet, die ab 1985 bis 2001 jährlich beerntet wurden (Netz 85 - 759 Punkte).


Grundnetz

Auf 8,2% der Grundnetzpunkte konnten im Jahr 2001 Schwefelgrenzwertüber-schreitungen festgestellt werden. 10 dieser Punkte lagen in Niederösterreich, 7 in der Steiermark, je 2 im Burgenland und in Tirol und je einer in Kärnten und Vorarlberg.

Die maximalen Schwefelgehalte verringerten sich von 1983 bis 2001 und reflektieren die Auswirkung von emissionsmindernden Maßnahmen.

2000 war eine deutliche Abnahme des Prozentanteiles von Punkten mit Grenzwertüber-schreitungen festzustellen. 2001 kam es in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg wieder zu Zunahmen des Punkteanteiles mit Grenzwertüberschreitungen.

107 der 283 Grundnetzpunkte waren in der neunzehnjährigen Untersuchungsperiode fallweise bis dauerbelastet (=öfters als in einem Jahr). Im Burgenland waren dies 71,4% der Landespunkte, in Niederösterreich und Wien 53,7% und in Kärnten 53,3%. In Salzburg war kein Punkt fallweise bis dauerbelastet.

Wie auch schon in den vorangegangenen Untersuchungsjahren ist eine Abnahme des Schwefelgehaltes mit der Seehöhe feststellbar. Allerdings konnte in der Seehöhenstufe über 1400m an 27,5% der Punkte zumindestens in einem Untersuchungsjahr eine Grenzwertüberschreitung festgestellt werden, dies weist auf den Einfluss von Fernimmissionen hin.


Netz 85

Im Jahr 2001 konnten im Raum Eisenstadt, in der Südsteiermark, dem Linzer Raum und im Großraum Wien großflächigere Schwefelimmissionseinwirkungen festgestellt werden. Vereinzelt kam es im Waldviertel, in der Mur/Mürzfurche sowie im Inntal zu Schwefelimmissionseinwirkungen.

Das Ergebnis des Jahres 2001 ist das Drittbeste (nach 1992 und 2000) in der siebzehnjährigen Untersuchungsperiode.

Seit 1985 ist eine Abnahme der maximalen Schwefelgehalte zu beobachten. Diese Punkte liegen in Emittentennähe (z.B. Großraum Linz, Raum Lenzing, Arnoldstein und in der Mur-Mürzfurche) und die Abnahme der Schwefelgehalte ist auf emissionsmindernde Maßnahmen sowie auf Werksschließungen zurückzuführen.

Deutliche Verbesserungen in der Schwefelimmissionseinwirkung sind im Mühl- und Waldviertel seit 1998 erkennbar.

Auch in Kärnten ist ein Rückgang der immissionsbelasteten Punkte erkennbar, jedoch dürfte hier die heiße und trockene Witterung der letzten beiden Jahre an diesem Ergebnis mitbeteiligt sein.

370 der 759 Punkte des Netzes 85 waren fallweise bis dauerbelastet, d.h. sie weisen öfters als in einem Untersuchungsjahr eine Grenzwertüberschreitung auf. Folgende großflächigen Schwerpunkte waren in der siebzehnjährigen Untersuchungsperiode festzustellen:

Burgenland: Raum Eisenstadt, Südburgenland
Kärnten: Unterkärnten, Lavanttal, Arnoldstein, Radenthein
Niederösterreich und Wien: Waldviertel bzw. Donautal, Wiener Umland
Oberösterreich: Mühlviertel, Linzer Raum, Lenzing
Steiermark: Murtal (Aichfeld-Leoben), Süd- und Oststeiermark
Tirol: Inntal

Besonders aktuell ist die Situation im Burgenland, hier ist vor allem die BFI Burgenland Nord (Raum Eisenstadt) 2001 betroffen. Im gesamten Burgenland sind rund 75 Prozent der Untersuchungspunkte fallweise bis dauerbelastet.

Auch beim Netz 85 ist die Abnahme des Schwefelgehaltes in den Nadeln mit der Seehöhe erkennbar. Ein Abweichung ist von diesem Trend ist nur bei den dauerbelasteten Punkten, die in 9-17 Jahren Grenzwertüberschreitungen aufgewiesen haben, zu beobachten. Hier kommt es zunächst bis 800m zu einer Zunahme und danach zu einer Abnahme der dauerbelasteten Punkte.

Download Bericht 2002 (pdf-File)

31.08.05 | Fürst A.
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