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Schälschäden
Die meisten Schälschäden verursacht Rotwild, aber auch Muffel-, Dam-, Stein- und Sikawild schält. Die Winterschälung zeigt wegen der in der Vegetationsruhe fest mit dem Baum verwachsenen Rinde Schürfspuren der Schneidezähne des Unterkiefers. Baumrinde kann als Notnahrung dienen (z.B. im Einstand wartendes Wild), zumeist aber ist die Struktur der Rinde zur Stabilisierung der Verdauung (nicht selten wegen falscher Fütterung mit leicht verdaulichem, sowie zu eiweiß- und stärkereichem Futter) Hauptgrund für Rindenschälung. Die Sommerschälung erfolgt zumeist im Frühjahr, wo ein Gegengewicht zu der zu eiweißreichen und strukturarmen Äsung gesucht wird. Dabei werden große Stücke der in der Vegetationszeit leicht ablösbaren Rinde vom Baum gezogen und geäst.

Schälungen können bereits das Dickungsalter betreffen, treten aber vorwiegend im Stangenholz auf und können sogar noch ältere Bestände gefährden, wo zwar eine dicke Borke den Schaft zu schützen vermag, was jedoch nicht für die dünne Rinde der Wurzelanläufe zutrifft, die dann geschält werden können.

Minderung der Holzqualität

Der Schälschaden ist nicht sosehr in einer damit verbundenen Minderung des Baumwachstums zu sehen, wohl aber in direkter und indirekter Beeinträchtigung der Holzqualität. Schälwunden schaffen darüber hinaus Eintrittspforten für holzzerstörende Pilze, deren Tätigkeit den Stamm statisch schwächt, was Wind- und Schneebruchgefahr erhöht und den Holzwert bei der Ernte mindert.



Jungtanne, durch Schälung abgestorben
Fichte, nach Schälung rotfaul, gebrochen

Schälwunden bedeuten für den betroffenen Stamm zumeist den Beginn einer Fäuleinfektion.Die Infektionshäufigkeit verletzter Stämme muss in tiefen Lagen und guter Wüchsigkeit mit über 9/10 angenommen werden. Sie nimmt mit Seehöhe und geringer werdender Wüchsigkeit ab. Je nach Fäulefortschritt leidet die statische Stabilität der Stämme gegen mechanische Einwirkungen (Wind, Schnee). Solche "Schälbestände" sind je nach Schadenshäufigkeit und Fäulefortschritt, vom vorzeitigen Zusammenbrechen bedroht.

Schaden mit Hilfstafeln beurteilen

Der Zeitverlust bei der Holzproduktion kann dabei enorm sein, zumal ja solche Flächen, um sie wieder in Bestand bringen zu können, geräumt werden müssen, was in der Regel weit höhere Kosten verursacht, als mit den dort großteils minderwertigen Sortimenten erlöst werden kann. Der Beurteilung solcher Schäden werden zumeist die "Hilfstafeln zur Erhebung und Bewertung von Schälschäden an Fichte" des BFW zugrunde gelegt.

Manchmal treten alle Schadensformen auf einer Fläche auf. Mischbaumarten werden selektiv verbissen oder totgefegt, Fichte wird bis zur Kegelform zurückgebissen ("Kollerbusch") und wenn sie mit vielen Jahren Verspätung doch höherwachsen kann, wird sie noch geschält.



Fichte: "Kollerbüsche", extremer Verbiss und Schälschäden
Fichte: ehemaliger Kollerbusch, jetzt geschält

Die Wildschadensvermeidung beinhaltet nicht nur den Schutz einzelner Pflanzen und Flächen sondern auch die Lenkung des Wildes durch Gestaltung des Lebensraumes und Anpassung der Jagd durch örtliche, wie zeitliche Regulierung des Jagddruckes, Anwendung geeigneter Jagdmethoden sowie Anpassung der Hegemaßnahmen.
22.08.06 | Bearbeitung: Lackner
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