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Diese zielt nicht sosehr, wie die technische, auf die Minderung einzelner Schadaspekte, sondern versucht durch andere Gewichtung einflußreicher Bedingungen im ökologischen Gefüge, eine erwünschte harmonische Einpassung von Lebensraum an Wild und umgekehrt herbeizuführen. Dabei ist die Angleichung des Wildstandes an den Lebensraum eine wesentliche Voraussetzung, auf die der im Wald Wirtschaftende oft zu wenig Einfluss hat.

Es ist ein verbreiteter Irrtum, anzunehmen, eine summenmäßige Reduktion des Wildstandes vermindere in linearer Beziehung den Wildschaden. Übermäßiger Jagddruck hat Einfluß auf das Verhalten des Wildes. Bei andauernder Beunruhigung verlagert das Wild seine Tagesaktivitäten eher auf die Nachtzeit, seine räumlichen Aktivitäten werden zunehmend auf Dickungen und Einstände reduziert, wo als Äsung zumeist lediglich Forstgehölze oder Baumrinden zur Verfügung stehen.

Wenige, gut organisierte Riegeljagden können bei hoher Erfolgsrate den zeitlichen Jagddruck senken. Durch räumliches Verteilen des Jagddruckes läßt sich Wild ebenso lenken wie durch zeitlich wie örtlich begrenzte Einhaltung von Ruhezonen. Wo Wild sein darf oder soll, muß es vertraut sein können was vor allem Äsungsplätze und Fütterungen betrifft. Umgekehrt ist die Anlage von Hegeeinrichtungen nahe gefährdeter Bestände (Kulturen, Stangenholz) wegen der Provokation von Schäden zu vermeiden.

Das Jagdrecht sieht Rücksichtnahme auf Interessen der Land und Forstwirtschaft, das Forstgesetz sieht jedoch keine Rücksichtnahme auf Bedürfnisse von Wildtieren vor. Gerade bei der Waldbewirtschaftung ergeben sich jedoch Möglichkeiten, vorausschauend Wildschäden mindern oder vermeiden zu können. Bei der Bestandesbegründung wird oft mit zu engem Pflanzenabstand gearbeitet. Solche Kulturen schließen sich sehr früh, die Einstandsqualität steigt, die Äsung verschwindet wegen Lichtmangels rascher, es bleiben nur noch Forstpflanzen zum Verbiß: (Als Faustzahl für Pflanzenabstände kann angenommen werden: 6,0 m für Pappel; 1,7 m für Fichte und Lärche; 1,2 m für Kiefer und Eiche und 1 m für Buche).
04.08.06 | Bearbeitung: Lackner
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