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Biber
Biber sind vor zweieinhalb Jahrzehnten erfolgreich an der Donau angesiedelt worden und haben sich davon abgesehen, von Bayern her auch durch Erweiterung ihrer Streifgebiete, entlang der Donau und ihrer Nebenflüsse, angesiedelt. Von Naturschützern und dem Großteil der Bevölkerung begrüßt, setzte sich die Verbreitung dieser Tiere auch in Flußtälern außerhalb des Donautales, vor allem aber außerhalb der Schutzgebiete, fort. Diese Tiere fielen durch ihre Nahrungsbeschaffungsstreifzüge in land- und forstwirtschaftlich genutzte Erwerbsflächen unangenehm auf, die betroffenen Grundeigentümer klagten die Jägerschaft auf Ersatz.

Die Jägerschaft selbst sah keinen Grund, irgend eine Entschädigung flüssig zu machen, da Biber keiner Abschußregulierung unterliegen und Jäger mit diesen Tieren daher nicht mehr zu tun haben, als jeder andere Österreicher auch. Die Naturschutzorganisationen zeigten sich zwar beglückt, Biber auch so weit von den Aussetzungsorten zu wissen, fühlten sich bei der Schadensabgeltung aber auch nicht zuständig, da sie diese dort nicht ausgesetzt hatten. Schließlich mußte nach vielen Mühen der Betroffenen das Land einspringen. Wieweit in solchen Fällen eine für die Geschädigten befriedigende Lösung gefunden werden wird, werden wohl zukünftige Musterprozesse zeigen. Es ist jedoch auch anzunehmen, daß sich die Forstwirtschaft bald mit der Neubesiedlung der heimischen Wälder mit Tierarten beschäftigen wird müssen, die hier absolut fremd sind und waren.

Im vorigen Jahrhundert war es unter begüterten englischen Adelsgeschlechtern Mode, in ihren Parks exotische Tiere anzusiedeln. Viele dieser Tiere gediehen nur bei spezieller Pflege, anderen bekam aber das englische Klima so gut, daß sie sich außerhalb des Einflußgebietes der Lords angesiedelt und vermehrt haben. Diese Gepflogenheiten sind auch von Kontinentaleuropa übernommen worden, die Folgen waren ähnliche wie in England. Sind auch etliche dieser Tierarten mit Auflösung der Gatter und Tierparks wieder verschwunden, haben sich doch einige aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise, der hohen Vermehrungsquote und des breiten Spektrums ihrer Anpassungsfähigkeit halten können.
04.08.06 | Bearbeitung: Lackner
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