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Heimische Wild und neue Lebensräume
Gegenwärtig machen aber jene Zuwanderungen die meisten Probleme, die von heimischen Tieren bei der Erweiterung ihres bisherigen Lebensraumes in neue, zumeist wenig geeignete "Ersatzbiotope” ausgelöst werden. Am häufigsten tritt dieses Problem bei Gamswild in Mittelgebirgslagen auf. Gewöhnlich genügt das Vorhandensein einiger schwer zugänglicher Felspartien als Besiedlungsanreiz. Die betroffenen Jäger sind naturgemäß von der Erweiterung der Jagdmöglichkeiten durchaus angetan, der Naturschutz sieht in land– und forstwirtschaftlichen Kulturen nichts unbedingt Schützenswertes und die Bevölkerung empfindet das "Abknallen von Tieren” a priori als verabscheuungswürdig.

Die Probleme bleiben beim Waldbesitzer, wenngleich auch von Landwirten Klagen über Gamsschäden im Kukuruzfeld bei Rabenstein /St. Paul oder im Weingarten bei Wildon gehört worden sind.

Gegenwärtig kristallisiert sich ein ähnliches Problem mit Steinwild im Bereich Naßwald/Hohe Wand heraus . Das Steinwild ist dorthin in den letzten Jahren zugewandert. Daß es dort nicht hingehört, leuchtet selbst dem Naturschutz ein. Dennoch war es bisher nicht möglich, den Abschuß dieser neuen Kolonie zustande zu bringen. Sie wird sich voraussichtlich ebenso etablieren, wie die Gams–Kolonien bei Baden, Wildon, St. Paul/L., Grafenstein oder Salzburg.

Anhand von Verbißaufnahmen durch die FBVA, die einen Vergleich der Verbißbelastung von Waldgebieten in Niederösterreich vor der Besiedlung durch Rotwild und nach dessen Etablierung als zusätzliche Wildart ermöglicht haben, konnte gezeigt werden, daß der Verbißschaden nicht additiv, sondern exponentiell angestiegen ist. Läßt sich dieses Ergebnis auch nicht auf alle ähnliche Fälle umlegen, gibt es doch einen guten Hinweis auf die möglichen ökologischen und forstpolitischen Auswirkungen einer neu hinzukommenden Wildart.
02.08.06 | Bearbeitung: Lackner
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