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Saisonale Nutzung der Lebensräume
Der Lebensraum einer Population wird nicht zu jeder Zeit in seiner Gesamtheit genutzt. Diese den meisten Jägern und Forstleuten selbstverständliche Binsenweisheit hat jedoch manchmal keinerlei Auswirkung auf forstpolitische Entscheidungen. Das kann sein, wenn das Wild, dem der Schaden angelastet wird, zur Schußzeit in einem anderen Revier einsteht, wo kein solcher Schaden auftritt. Der Abschußregelung liegen aber noch immer zumeist Vorstellungen einer relativ gleichmäßigen Wildverteilung zugrunde und der Fortschritt in der Beurteilung des Wildeinflusses aufgrund des Vegetationszustandes wird dadurch teilweise wieder beeinträchtigt, da die Reduktion des Wildes eben manchmal in einem Revier stattfinden müßte, dessen Jagdberechtigter keine Veranlassung sieht, zu reduzieren. Auch wenn der Schaden im gleichen Revier auftritt, bzw. den identen Waldbesitzer betreffen sollte, ist dieses Problem nicht immer zu lösen.

Vielfach wandert Schalenwild mit der saisonalen Entwicklung der Vegetation. Der Schaden verbleibt in einem zur Schußzeit vom Wild kaum freqentierten Revierteil, das "Schadwild” steht zur Schußzeit woanders ein, wo eine Selektion dann nicht mehr möglich ist. In einem konkreten Fall hat Gams– Scharwild in Schlägen der Mittellage Verbißschäden verursacht, zur Schußzeit war es aber an der Waldgrenze. Die Vorverlegung der Schußzeit um 1 Monat konnte die Jägerschaft durchaus vertreten, der zuständige Bezirksforsttechniker aber nicht. Das Problem hat sich insoweit erledigt, als die Dickungen weitgehend dem Äser entwachsen sind, mit einem vom Besitzer unerwünscht hohen Fichtenanteil.

Die Wald – Wild – Naturschutz – Behördendiskussion wird bei objektiverer Beurteilung des Wildeinflusses sicher auch in Hinkunft um etliche Facetten reicher werden.
02.08.06 | Bearbeitung: Lackner
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