Auen-Renaturierung im Europaschutzgebiet Steirische Grenzmur - Auwaldinitiative
Projektleitung: Janine Oettel - Waldbiodiversität
Laufzeit: 01.05.2024 - 31.12.2025 (aktuell)
Auftraggeber: ÖKOTEAM GRAZ
Janine Oettel Abteilungsleitung Institut für Waldbiodiversität und Naturschutz Waldbiodiversität Seckendorff-Gudent-Weg 8 1131 Wien +43-1-87838-2201 janine.oettel@bfw.gv.at VCard herunterladen
externe Partner: ÖKOTEAM GRAZ
Kernbotschaft:
Wiederherstellung charakteristischer Augewässer mit hoher Bedeutung für die Biodiversität
Verbesserung des ökologischen Zustandes der Auwälder und Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit
Erhöhung des Kenntnisstandes über die Biodiversität und Abmilderung von Biodiversitätsverlusten
Stärkung des Bewusstseins in der Region für den Wert intakter Auwälder und Augewässer und Sensibilisierung der Grundeigentümer:innen
Langfristige Sicherung von Auwaldflächen und Verbesserung der Lebensraumvernetzung zur Bewahrung der ökologischen Funktionsfähigkeit
Zusammenfassung:Das 2.238 Hektar große Europaschutzgebiet „Steirische Grenzmur mit Gamlitzbach und Gnasbach“ liegt im Murtal, einer eiszeitlich geprägten Terrassenlandschaft. Es beherbergt ausgedehnte Auwälder, die den zweitgrößten Auwald Österreichs bilden und eine nationale Besonderheit darstellen. Als Teil des UNESCO-Biosphärenparks „Unteres Murtal“ ist das Gebiet in ein grenzübergreifendes Schutznetzwerk eingebunden. Besonders der Abschnitt der Mur zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg zeichnet sich durch eine der letzten weitgehend intakten freien Fließstrecken eines großen Flusses mit Auwaldgürtel und Nebenarmen aus. Dieses Schutzgebiet fungiert als bedeutender Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Tierarten sowie als Kernraum für Biodiversität entlang des Grünen Bandes, Europas größtem Biotopverbund.
Das Gebiet zeichnet sich durch das pannonisch-subillyrische Übergangsklima aus, welches eine außergewöhnliche Vielfalt an illyrischen und kontinentalen Florenelementen in den Auwäldern fördert. Diese sind mit über 15.000 Arten der artenreichste Lebensraumtyp in Österreich. Das einzigartige Ökosystem wird jedoch durch verschiedene negative Einflüsse bedroht, sodass gezielte Maßnahmen erforderlich sind, um die Biodiversität zu erhalten.
Im Projekt „Auen-Renaturierung im Europaschutzgebiet Steirische Grenzmur“ werden umfassende Maßnahmen umgesetzt, um die ökologische Vielfalt des Gebiets zu bewahren. Aufgrund der kleinteiligen Besitzstrukturen ist die Abstimmung mit den Grundeigentümer:innen zentral. Aus einem Pool von Grundstücken werden Flächen ausgewählt, die den Projektzielen entsprechen. Geplant ist der Ankauf von bis zu 25 Hektar Auwald, um dort langfristig wertvolle Lebensräume für Zielarten zu sichern und die ökologische Vernetzung zu fördern.
Handlungsempfehlungen für die Praxis:
Die Bewahrung der Strukturvielfalt im Wald ist für die Zielarten im Auwald von hoher Wichtigkeit. Besonders zur Förderung der wirbellosen FFH-Arten wie Hirschkäfer oder Scharlachkäfer, die auf das Angebot von Totholz angewiesen sind, ist es entscheidend, entsprechende Bedingungen vor Ort zu schaffen und langfristig zu bewahren.
Die Widerstandsfähigkeit und die ökologische Funktionsfähigkeit des sensiblen Ökosystems Auwald sind auch entscheidend von der Baumartenzusammensetzung abhängig. Ein intaktes Ökosystem weist eine Vielzahl heimischer Baumarten typisch für die jeweilige Pflanzengesellschaft bzw. den Lebensraumtypen auf.Um die Nachpflanzungen mit standorttypischen Baumarten zu forcieren, sollen 8000 Auwaldbäume typischer, heimischer Arten angekauft und an die Grundbesitzer:innen ausgegeben werden.
Auswahl der geeigneten Flächen für die Wiederherstellung verlandeter oder verfüllter Lahnen. Durch ökologische Bewertungen und Berücksichtigung verschiedener Kriterien, wie topografischer Gegebenheiten und vorhandene Lebensraumstrukturen, wird eine sorgfältige Auswahl getroffen. In Summe sollen ca. 30 Lahnen renaturiert werden. Die Wiederherstellung der Lahnen erfolgt durch Baggerarbeiten.
BFW-Projektmitarbeiter*innen: Katharina Lapin | Janine Oettel | Johanna Hoffmann | Cornelia Amon | Frederik Sachser | Ökoteam Graz
Auen-Renaturierung im Europaschutzgebiet Steirische Grenzmur - Auwaldinitiative
Projektleitung: Janine Oettel - Waldbiodiversität
Laufzeit: 01.05.2024 - 31.12.2025 (aktuell)
Auftraggeber: ÖKOTEAM GRAZ
Janine Oettel Abteilungsleitung Institut für Waldbiodiversität und Naturschutz Waldbiodiversität Seckendorff-Gudent-Weg 8 1131 Wien +43-1-87838-2201 janine.oettel@bfw.gv.at VCard herunterladen
externe Partner: ÖKOTEAM GRAZ
Kernbotschaft:
Wiederherstellung charakteristischer Augewässer mit hoher Bedeutung für die Biodiversität
Verbesserung des ökologischen Zustandes der Auwälder und Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit
Erhöhung des Kenntnisstandes über die Biodiversität und Abmilderung von Biodiversitätsverlusten
Stärkung des Bewusstseins in der Region für den Wert intakter Auwälder und Augewässer und Sensibilisierung der Grundeigentümer:innen
Langfristige Sicherung von Auwaldflächen und Verbesserung der Lebensraumvernetzung zur Bewahrung der ökologischen Funktionsfähigkeit
Zusammenfassung:Das 2.238 Hektar große Europaschutzgebiet „Steirische Grenzmur mit Gamlitzbach und Gnasbach“ liegt im Murtal, einer eiszeitlich geprägten Terrassenlandschaft. Es beherbergt ausgedehnte Auwälder, die den zweitgrößten Auwald Österreichs bilden und eine nationale Besonderheit darstellen. Als Teil des UNESCO-Biosphärenparks „Unteres Murtal“ ist das Gebiet in ein grenzübergreifendes Schutznetzwerk eingebunden. Besonders der Abschnitt der Mur zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg zeichnet sich durch eine der letzten weitgehend intakten freien Fließstrecken eines großen Flusses mit Auwaldgürtel und Nebenarmen aus. Dieses Schutzgebiet fungiert als bedeutender Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Tierarten sowie als Kernraum für Biodiversität entlang des Grünen Bandes, Europas größtem Biotopverbund.
Das Gebiet zeichnet sich durch das pannonisch-subillyrische Übergangsklima aus, welches eine außergewöhnliche Vielfalt an illyrischen und kontinentalen Florenelementen in den Auwäldern fördert. Diese sind mit über 15.000 Arten der artenreichste Lebensraumtyp in Österreich. Das einzigartige Ökosystem wird jedoch durch verschiedene negative Einflüsse bedroht, sodass gezielte Maßnahmen erforderlich sind, um die Biodiversität zu erhalten.
Im Projekt „Auen-Renaturierung im Europaschutzgebiet Steirische Grenzmur“ werden umfassende Maßnahmen umgesetzt, um die ökologische Vielfalt des Gebiets zu bewahren. Aufgrund der kleinteiligen Besitzstrukturen ist die Abstimmung mit den Grundeigentümer:innen zentral. Aus einem Pool von Grundstücken werden Flächen ausgewählt, die den Projektzielen entsprechen. Geplant ist der Ankauf von bis zu 25 Hektar Auwald, um dort langfristig wertvolle Lebensräume für Zielarten zu sichern und die ökologische Vernetzung zu fördern.
Handlungsempfehlungen für die Praxis:
Die Bewahrung der Strukturvielfalt im Wald ist für die Zielarten im Auwald von hoher Wichtigkeit. Besonders zur Förderung der wirbellosen FFH-Arten wie Hirschkäfer oder Scharlachkäfer, die auf das Angebot von Totholz angewiesen sind, ist es entscheidend, entsprechende Bedingungen vor Ort zu schaffen und langfristig zu bewahren.
Die Widerstandsfähigkeit und die ökologische Funktionsfähigkeit des sensiblen Ökosystems Auwald sind auch entscheidend von der Baumartenzusammensetzung abhängig. Ein intaktes Ökosystem weist eine Vielzahl heimischer Baumarten typisch für die jeweilige Pflanzengesellschaft bzw. den Lebensraumtypen auf.Um die Nachpflanzungen mit standorttypischen Baumarten zu forcieren, sollen 8000 Auwaldbäume typischer, heimischer Arten angekauft und an die Grundbesitzer:innen ausgegeben werden.
Auswahl der geeigneten Flächen für die Wiederherstellung verlandeter oder verfüllter Lahnen. Durch ökologische Bewertungen und Berücksichtigung verschiedener Kriterien, wie topografischer Gegebenheiten und vorhandene Lebensraumstrukturen, wird eine sorgfältige Auswahl getroffen. In Summe sollen ca. 30 Lahnen renaturiert werden. Die Wiederherstellung der Lahnen erfolgt durch Baggerarbeiten.
BFW-Projektmitarbeiter*innen: Katharina Lapin | Janine Oettel | Johanna Hoffmann | Cornelia Amon | Frederik Sachser | Ökoteam Graz