Reproduktionsmonitoring


 Waldbau

 Pollenwarndienst


Grafische Darstellung
 

Reproduktionsmonitoring 1990 bis 2015

Die Reproduktionsabläufe der Waldbaumarten wurden mit Hilfe aerobiologischer Methoden (Pollenfallen und Auszählungen) zur Beurteilung des Blüh- und Bestäubungsverhaltens untersucht. Parallell dazu wurde die Samenproduktion mit Hilfe von Samenfallen erhoben

In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Polleninformationsdienst (Allergie) und 20 hauseigenen Stationen wurden bundesweit Blühdaten auf 40 gut verteilten Untersuchungsorten erhoben und für regionale Aussagen herangezogen. Einige Stationen des Gesundheitswesens der Bundesländer waren über 20 Jahren in Betrieb und lieferten daher wertvolle Vergleichsdaten.

Aufgrund dieses langfristigen Monitorings, können aktuelle Aussagen für das laufende Jahr über die potentielle Samenproduktion der zumeist windbestäubenden Waldbaumarten für viele Regionen und Höhenstufen Österreichs gemacht werden.

Ausserdem kann an Hand empirischer Vergleiche von Blühverhalten (Intensität der Pollenmenge) und Samenfall schon nach Vorliegen der Blühdaten im Sommer auf im Herbst / Winter zu erwartende Samenmengen (Vollkörner) geschlossen werden.

Methode

Wochenweise Erfassung von Polleneinträgen während der Blühzeiten (Februar bis Mitte Juni) in verschiedenen Wuchsgebieten und Höhenstufen sowie anschließende Auszählungen mit dem Mikroskop (400-fach) ermöglichten eine Darstellung der Blühverläufe der einzelnen Baumarten.

Entscheidende Faktoren sind Pollenmenge und Dauer der Pollination.

Bestäubungsstörungen (Schlechtwettereinbrüche) sind schon aus diesen Auswertungen ersichtlich. Zusätzlich wurden Klimadaten über Temperatur, Niederschläge und Windstärke zur Interpretation der Pollendaten herangezogen.

Nach langjährigen Vergleichen zwischen Blühintensität und Samenfall kann nach Erfassung der Pollenmengen einer ungestörten Bestäubungszeit die potenzielle Samenproduktion für die meisten Waldbaumarten relativ zu einem langjährigen Maximum errechnet werden.

Voraussetzung für das Blühen der Waldbaumarten ist die Anlage der Blühknospen im Vorjahr, baumartenspezifisch vom Sommer bis Herbst. Als einzige Hypothese für ein ungestörtes Blühverhalten wurde ein gleich bleibendes Verhältnis von weiblichen und männlichen Blühorganen unterstellt.

Für frühblühende Baumarten (Lärche, Esche) trifft das nach Abfrieren der offenen weiblichen Knospen im Folgejahr aber nie zu. Da Staubgefäße für den Baum leichter zu bilden sind und die Aufnahme sowie Speicherung essentieller Nährstoffe für die Bildung weiblicher Reproduktionsorgane je nach Standort und Höhenstufe zwischen drei und noch mehr Jahren andauern kann, ergibt sich über die Jahre ein stark schwankendes Bild im Blühverhalten der meisten Baumarten.

Folgerungen

Ersichtliche Halb- und Vollmasten bei ansprechender Altholzqualität sollten in die Planung für Naturverjüngungsflächen oder Samenbeerntungen einfließen. Gefährdungen drohen während der Samenreifung vor allem durch Sommertrockenheit mit höherem Insektenbefall oder Sturm.

Auf die Auswirkungen von Halb- bis Vollmasten auf das Vermehrungsverhalten der Vogelwelt, von Nagetieren (Mäuse, Pilche..) sowie insbesondere des Schwarzwildes (Eiche, Buche) in Verbindung mit milden Wintern sei hingewiesen.


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