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5 Schutzfunktionen der Österreichischen Wälder
Handlungsfeld 5
Vision 2030: Die grüne Infrastruktur Wald in Österreich bietet nachhaltigen Schutz gegenüber Naturgefahren und daraus resultierender Risiken. Sie schafft, erhält und fördert die Resilienz gegenüber klimatischem und gesellschaftlichem Wandel. Die grüne Infrastruktur Wald ist wesentlicher Regulator des natürlichen Wasserkreislaufes und schafft damit eine wichtige Grundlage für unsere Trinkwasser-, Nahrungsmittel- und Energiesicherheit.
5.1 Erhaltung und Aufbau resilienter Waldökosysteme mit funktionierenden natürlichen Puffer-, Speicher- und Filterkapazitäten
5.2 Schaffung der Rahmenbedingungen dafür, dass sich der Wald natürlich und ausreichend mit den Gehölzarten der Potenziellen Natürlichen Waldgesellschaft verjüngt
5.3 Stärkung der Wälder, damit sie ihren höchst möglichen Beitrag zum Objekt- und Standortschutz inn- und ausserhalb von Waldgebieten leisten können
Indikatoren:
5.1 - Schutzwälder - Boden, Wasser und andere Ökosystemfunktionen
5.2 - Schutzwälder - Infrastruktur und bewirtschaftete nat. Ressourcen
5.3 - 1) Schutzwald-bezogene Förderungen im Rahmen von flächenwirtschaftlichen Projekten, 2) Schutzwald-bezogene Förderungen im Rahmen der VO Ländliche Entwicklung
Strategische Schwerpunkte / Stoßrichtung
  • Umsetzung des Bergwaldprotokolls der Alpenkonvention und der Auenstrategie 2020+ in allen betroffenen Sektoren auch im Rahmen des Österreichischen Walddialoges
  • Bereitstellung von Information über die standortspezifischen Schutzfunktionen und die daraus resultierenden Empfehlungen für die Waldbewirtschaftung
  • Forcierung angewandter Forschung, Ausbildung und Entwicklung im Bereich Objekt- und Standortschutz
  • Sicherstellung der Finanzressourcen z.B. LE-Objektschutzwirksame Wälder, Katastrophenfonds
  • Besondere Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Schutzfunktion des Waldes
Nr. Maßnahme Beschreibung Federführung Mitwirkung Finanzierung Zeitplan Anmerkungen Vw
5.3.1
Beurteilungskriterien sind erfüllt  Fortschrittsbericht senden Fortschrittsbericht
Schutzfunktion der Waldgesellschaften Auf Basis der Waldtypen soll eine Bewertung der generellen und spezifischen Schutzfunktionalitäten erarbeitet werden. Landesforstdienste BML, Schutzwaldverein LE 14-20 laufend Die Landesforstdienste erfüllen diese Aufgabe als Daueraufgabe und unterstützen die Umsetzung dieser Maßnahme in ihrem eigenen Wirkungsbereich. Einzelne Bundesländer forcieren diese Maßnahme durch eigene spezifische Aktivitäten.
Bedingt durch den unterschiedlichen Fortschritt in der Umsetzung in den Bundesländern, ist dieser beim jeweiligen Bundesland in Klammer angeführt.
5.3.2
Beurteilungskriterien sind erfüllt  Fortschrittsbericht senden Fortschrittsbericht
Bundesweite Erstellung von OSWi Bezirksrahmen­plänen Der Erhalt und die Verbesserung der Schutzwälder ist eine zentrale forstpolitische Aufgabe. Ein zentraler Planungs- und Maßnahmenbereich sind insbes. Wälder mit Objektschutzwirkung. Auf Basis der Erfahrungen im Rahmen der Initiative Schutz durch Wald (ISDW - gem. LE 14-20 07/13) werden gegenwärtig sämtl. Bezirksrahmenpläne nach bundesweit einheitlichen Vorgaben (gem. Handbuch OSWi) aktualisiert bzw. neu erstellt. Die Pläne bilden eine zentrale Grundlage für Detailprojekte-/Fördermaßnahmen in den sogen. Projektgebieten BML (III/3) + Landesforstdienste (→ AG OSWi Rahmenplanung NEU) Behördenaufgabe Fertigstellung bis erste Hälfte 2018 vorgesehen Die Pläne enthalten erstmals auch sämtl. rel. Flächen der ÖBf-AG (bzw. sonst. Gem. LE für derart. Flächenmaßn. i.d.R. nicht
förderbare Waldeigentümer)

Der Schwerpunkt liegt auf waldbaulichen Maßnahmen.

Mit Fertigstellung liegen erstmals österreichweit sämtliche Waldfl. mit Objektschutzwirkung (incl. Festlegung des Verbesserungsbedarfes) vor.

Sie sind künftig Teil des jew. Waldentwicklungsplanes und
eine wichtige Grundlage für Evaluierungen bzw. Waldmonitoringsysteme
(inbes. ÖWI)
Liste der Ziele
5.3.3
Beurteilungskriterien sind erfüllt  Fortschrittsbericht senden Fortschrittsbericht
Bundesweite Überarbeitung und Umsetzung von Landesschutzwald­konzepten Aufbauend auf die aktuell anlaufende Neubearbeitung der "Bezirksrahmenpläne für Objektschutzwirksame Wälder" ist in den nächsten Jahren eine Adaptierung und Umsetzung im Rahmen von sogenannten Landeschutzwaldkonzepten (auf Grundlage der Waldentwicklungsplanung, der OSWi Bezirksrahmenpläne + besteh. Länderkonzepte) vorgesehen (incl. Standortschutzwälder + sämtl. Flächen der ÖBf-AG) BML, Länder BFW, ÖBf-AG, Vertreter Waldeigen­tümer, Externe Partner Etc. Konzepte sind Behördenaufgabe/-leistungen gem. FG. (Umsetzung: Eigenleistungen, Erträge der Waldeigentümer./Förderungen etc.) 2020+
Liste der Ziele
5.3.4
Beurteilungskriterien sind erfüllt  Fortschrittsbericht senden Fortschrittsbericht
GRAVIPROFOR Auf Basis von Fernerkundungsdaten werden Naturgefahrenprozesse flächendeckend modelliert, um die Bewirtschaftung der Wälder besser auf Naturgefahren abstimmen zu können. BML LFD Tirol, BFW BML, LE 14-20, Interreg 2023
5.3.5
Beurteilungskriterien sind erfüllt  Fortschrittsbericht senden Fortschrittsbericht
Bergwaldprotokoll der Alpenkonvention Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit über Inhalte, Zielsetzungen und Bedeutung des Bergwaldprotokolls, gezielte, themenspezifische Öffentlichkeitsarbeit, z.B. Behandlung der Schutzwaldthematik, Fragen der rechtlichen Umsetzung bzw. Implementierung, Synergien und Herausforderungen in Verbindung mit EUSALP Kuratorium Wald UWD, WWF LE 14-20 2020 Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit über Inhalte, Zielsetzungen und Bedeutung des Bergwaldprotokolls, gezielte, themenspezifische Öffentlichkeitsarbeit, z.B. Behandlung der Schutzwaldthematik, Fragen der rechtlichen Umsetzung bzw. Implementierung, Synergien und Herausforderungen in Verbindung mit EUSALP
(WWF,...)
5.3.6
Beurteilungskriterien sind erfüllt  Fortschrittsbericht senden Fortschrittsbericht
Entwicklung Katastrophenplan Ein Katastrophenplan für den Tiroler Wald wird ausgearbeitet. Dieser Plan soll die Risiken bei Naturkatastrophen verringern und deren Folgen durch ein professionelles Katastrophenmanagement reduzieren (Massenvermehrungen von Borkenkäfern, negative Auswirkungen auf den Holzmarkt). Landesforstdienste BFI, BOKU, BFW National 2023 Die Landesforstdienste erfüllen diese Aufgabe als Daueraufgabe und unterstützen die Umsetzung dieser Maßnahme in ihrem eigenen Wirkungsbereich. Einzelne Bundesländer forcieren diese Maßnahme durch eigene spezifische Aktivitäten.
Bedingt durch den unterschiedlichen Fortschritt in der Umsetzung in den Bundesländern, ist dieser beim jeweiligen Bundesland in Klammer angeführt.
Liste der Ziele
5.3.7
Beurteilungskriterien sind erfüllt  Fortschrittsbericht senden Fortschrittsbericht
ÖWI –Fernerkundung – Schutzwirksamkeit Erweiterung der ÖWI zur flächigen Erfassung der Schutzwirksamkeit von Objekt- und Standortsschutzwäldern. BFW BML 2017+ Neben den Probeflächenerhebungen zur statistischen Abschätzung der Schutzwirksamkeit wird hier eine Methode Entwickelt, die die automatisierte flächenhafte Erfassung des Waldzustandes in Hinblick auf den Erfüllungsgrad der Schutzwirkung ermöglicht.
5.3.8
Beurteilungskriterien sind erfüllt  Fortschrittsbericht senden Fortschrittsbericht
Projekt BLOESSEN Untersuchung der Auswirkungen verzögerter Wiederbewaldung im Schutzwald auf die Sicherheit vor Naturgefahren (insbesondere Abflussbildung) LFD Tirol BFW, BFI-Landeck, WLV Imst, Südtiroler Forstdienst Interreg IT/A 2017-2019 Konkretisierung nachfordern, insbesondere Definition von „Blößen“
5.3.9
Beurteilungskriterien nicht erfüllt  Fortschrittsbericht senden kein Fortschrittsbericht
Entwicklung und Implementierung von Modellen zur Bewertung von Ökosystem­leistungen unter monetären Gesichtspunkten (Schutzwirkung) Bewertung der Ökosystemleistungen zur öffentlichen Darstellung und Bewusstseinsbildung über die überwirtschaftlichen Leistungen der Wälder BML BFW, BOKU LE 14-20 Bis Ende 2018
Liste der Ziele
3.6.3
Beurteilungskriterien sind erfüllt 
Verstärkte Umsetzung von Waldpflegemaßnahmen auf Flächen der ÖBf-AG Realisierung des Prinzips der rechtzeitigen Waldpflege. Besonders Dickungspflege und Erstdurchforstung werden rechtzeitig und in allen erforderlichen Beständen durchgeführt. Rückstände werden in den nächsten Jahren abgebaut. ÖBf-AG ÖBf Forstbetriebe unternehmensintern 2020+
Liste der Ziele
6.4.9
Beurteilungskriterien sind erfüllt 
Forstfacharbeiter­kurs, Forstwirtschafts­meisterlehrgang und Kurs für Forstschutzorgane Beide Ausbildungskurse zielen unter anderem auf die waldbaulich richtige und naturnahe Behandlung von Waldbeständen ab. Bestandesstabilität und ökologisch richtige Baumartenwahl stehen dabei im Focus. FAST Traunkirchen und Ossiach des BFW LFA BFW, LE 14-20 jährlich
5.1.2
Beurteilungskriterien sind erfüllt 
Umsetzungs­kampagne Aktionsprogramm Schutzwald Mit dem Aktionsprogramm der Bundesregierung soll Orientierung und Planbarkeit von Maßnahmen zur Erhaltung und dem Ausbau der Schutzfunktionalität der "grünen Infrastruktur Wald" für Bund, den Waldeigentümern und -bewirtschaftern aber auch der Gesellschaft erreicht werden. Im konkreten sind folgende Zielsetzungen wichtig: a)Rasche Wiederherstellung bzw. Ausbau der Schutzfunktionalität der Wälder in Österreich erreichen b)Verstärktes Bewusstsein dafür entwickeln, welche Leistungen der Wald zum Schutz des eigenen Eigentums und Lebensraums leistet und damit Begünstigte zu Beteiligten machen c)Schutzwälder werden klimafit und resilienter gegen biotische und abiotische Gefahren und deren Folgewirkungen d)Raumnutzungsansprüche an den Schutzwald sind nachhaltig und ausgewogen e)Maßnahmen im Schutzwald sind betriebswirtschaftlich attraktiv und gesellschaftlich anerkannt BML, Abt. III/4 BML, BFW, Länder - LFD, BOKU, Wissenschaft, Ausbildungs­zentrum Traunkirchen, Forst & Jagddialog, ÖBf AG, ZAMG, Naturschutzbund Österreich, ÖBB-Infrastruktur AG, Tourismus und weitere... Mittel aus dem Katastrophenfond, LE 14/20, LE 21/27 bis 2024
5.4 Schaffung von Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Sicherung des qualitativ und quantitativ ausreichenden Wasserdargebots des Waldes
5.5 Bereitstellung, Weiterentwicklung und Anwendung von effizienten, integrativen und partizipativen Planungs- und Managementinstrumenten zum Schutz vor Naturgefahren
5.6 Verstärkte Sensibilisierung der Gesellschaft bezüglich der Bedeutung des Managements im Bereich Wald, Naturgefahren und Wasserhaushalt
5.7 Stärkung von Risiko-Governance-Ansätzen und deren Umsetzung im Bereich Wald, Naturgefahren und Wasserhaushalt