Logo

Index-Chronik  |  Index-FBVA | 
Waldbau


Waldbau

Das Institut für Waldbau hat die Aufgabe, zur Begründung, Erhaltung und Pflege von Wäldern beizutragen, die den vielfältigen Anforderungen nachhaltig entsprechen. Im Mittelpunkt steht die Erarbeitung und Vermittlung der dazu notwendigen naturwissenschaftlichen Kenntnisse und waldbaulichen Methoden. Naturgemäß sind die Beobachtungen und Untersuchungen langfristig und müssen kontinuierlich fortgeführt werden. Trotzdem ergeben sich durch Änderung der Rahmenbedingungen verschiedene Schwerpunktsverlagerungen. Die letzten 25 Jahre kann man in drei Abschnitte unterteilen.

1975 bis 1983

Das Institut konnte sich noch fast ausschließlich den traditionellen Waldbauaufgaben widmen. Das Hauptaugenmerk lag im Bereich der natürlichen und künstlichen Verjüngung des Waldes und der Ableitung von wirtschaftlich optimalen Bestandesformen auf verschiedenen Standorten. Ein weiterer Schwerpunkt betraf Untersuchungen zur Beurteilung von Forstpflanzen, die in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Forstgenetik durchgeführt wurden.

1983 bis ca. 1995

Aufgaben, ausgelöst durch die Diskussion über das Waldsterben von 1983 bis etwa 1995, standen im Vordergrund. 1984 wurden von einer Expertengruppe Pläne für notwendige Maßnahmen zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der heimischen Waldbaumpopulationen als ein Beitrag zur Erhaltung gesunder, stabiler Wälder erarbeitet. Diese wurden ab 1986 im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts "Beiträge zur Erhaltung der genetischen Vielfalt" (G6) umgesetzt. Während der Beginn der Erhaltungsmaßnahmen unter dem Eindruck der herrschenden und erwarteten Waldschäden stand, änderte sich deren Dynamik und die Einschätzung künftiger Belastungen. Später konzentrierten sich die Maßnahmen auf die Erhaltung des Anpassungspotentials der Populationen zur Sicherung evolutionärer Prozesse und damit zur Systemerhaltung der Ökosysteme bei Änderung der Umweltbedingungen und auf die Erhaltung gefährdeter Restbestände seltener Baumarten.

1995 bis heute

Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union sowie mit der verstärkten Umsetzung der Beschlüsse der Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa treten weitere Aufgaben in den Vordergrund:

Waldbauliche Aufgaben heute

Trotz dieser zusätzlichen Aufgaben versucht man, das Augenmerk wieder mehr auf traditionelle waldbauliche Fragestellungen zu lenken. Im Zentrum stehen waldbauliche Probleme des ostösterreichischen Waldes.

Gute Gelegenheiten, aktuelle waldbauliche Probleme und deren Lösungen aus verschiedenen Blickwinkeln darzustellen, bieten die sogenannten „Mariabrunner Waldbautage“, die vom Waldbau-Institut in Zusammenarbeit mit weiteren Instituten der Forstlichen Bundesversuchsanstalt und der Universität für Bodenkultur, Behörden- und Interessensvertretern, gemeinsam mit der forstlichen Praxis veranstaltet werden. Bisher wurden die Probleme des „Waldbaus an der unteren Waldgrenze“ und des Umbaus „sekundärer Nadelwälder“ behandelt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung alternativer Verfahren für die Begründung von Mischbeständen, die gegenüber klassischen Verfahren kostengünstiger sind, trotzdem aber die uneingeschränkte Wertholzproduktion sichern und zudem ökologische Vorteile bieten.

Zur Unterstützung der Waldbesitzer, der Berater von Forstbehörden und Forstabteilungen der Landwirtschaftskammer wurden in den letzten Jahren neben Merkblättern zahlreiche Versuchs- und Demonstrationsflächen für die Begründung und Pflege von Mischbeständen eingerichtet. Auf diesen Flächen wird die verbesserte zielorientierte Anordnung geeigneter Pflanzen mit dem Ziel waldbaulich sinnvoller, standortsbezogener Baumartenmischungen sowie die rationelle Erziehung von Wertholz, besonders in der Jungbestandsphase, erprobt. Angesichts der verstärkten Bemühungen in Richtung naturnahe Waldwirtschaft und des Bedarfs nach Vermittlung waldbaulicher Möglichkeiten der Wertholzerziehung stellen diese Aufgaben eine besondere Herausforderung für das Institut dar.

Die Forstgeschichte spielte in der Phase, in der dem Institut die Abteilung für Wald-und Forstgeschichte angegliedert war, eine wichtige Rolle, speziell zwischen 1985 und 1990. Heute beschränkt sich die forstgeschichtliche Tätigkeit auf die Darstellung der Geschichte des forstlichen Versuchswesens, soweit sie mit der Forstlichen Bundesversuchsanstalt verbunden ist. Das Museum für das forstliche Versuchswesen in Mariabrunn wird seit 1993 ständig weiter ausgebaut und hat viele Besucher .

1987 wurden die Versuchsgärten dem Institut für Waldbau zugeordnet. Auch hier hat sich der Aufgabenbereich gegenüber den klassischen Tätigkeiten verschoben. Der Schwerpunkt verlagerte sich von der Prüfung der verschiedenen Verfahren zur generativen und vegetativen Vermehrung von Waldbäumen zunehmend zur Errichtung und Betreuung von Samenplantagen und Klonarchiven.

Mit der Organisationsänderung der Forstlichen Bundesversuchsanstalt kam 1994 auch die Abteilung für Forsttechnik, hervorgegangen aus dem Institut für Forsttechnik, zum Institut für Waldbau. Die Projekte der beiden letztgenannten Bereiche werden in eigenen Abschnitten behandelt, unter „Waldbau“ jedoch ebenfalls aufgelistet, um einen vollständigen Überblick aller Arbeiten zu erhalten.

{Seitenanfang}


Projekte und Arbeiten 1975 bis 1999

(chronologisch nach Projektbeginn geordnet)

Waldbauliche Untersuchungen in sekundären Kiefernwäldern

P/I/10
Laufzeit bis 1975, Leiter G. Eckhart

Das Projekt bestand aus Untersuchungen zur Bewirtschaftung bzw. Umwandlung von sekundären Kiefernbeständen und sollte die Arbeiten des forstlichen Förderungsdienstes unterstützen und wissenschaftliche Grundlagen für die Beratungstätigkeit schaffen. Projektort war die Oststeiermark. Das Projekt wurde planmäßig 1975 beendet.


Untersuchungen über den Einfluß des Mikroklimas auf das Wachstum von Sämlingen in Naturverjüngungen

P/I/6
Laufzeit 1950 bis 1985, Leiter J. Nather

Seit dem Ende der fünfziger Jahre wurden insbesondere die Zusammenhänge zwischen den wechselnden Lichtverhältnissen und der Entwicklung von Koniferensämlingen in Naturverjüngungsbeständen untersucht. Dies geschah überwiegend auf Waldstandorten oder Versuchsflächen, die im Rahmen anderer Projekte des Waldbauinstituts bearbeitet wurden.

1973 wurde das Projekt ausgesetzt, 1978 mit lichtökologischen Untersuchungen auf drei femelartig bewirtschafteten Fichtenbeständen im Bereich der Forstverwaltung Radstadt in Salzburg - in Ergänzung zum Projekt P/1/1 "Ableitung optimaler Bestandesformen" - wieder aufgenommen.

Die Auswertungsdaten zeigten, daß die notwendige waldbauliche Behandlung zur optimalen Regulierung der Lichtverhältnisse jeweils für die konkreten Standorte bzw. Bestandesformen an Ort und Stelle erarbeitet werden muß. Das Projekt wurde 1985 abgeschlossen, die erarbeiteten Grundlagen wurden jedoch bei Projekten des Instituts für Waldbau, die sich mit Naturverjüngungen befassen, routinemäßig angewendet.

Exner R. 1986, Die Bedeutung des Lichtfaktors bei Naturverjüngungen. Untersuchungen im montanen Fichtenwald, FBVA- Berichte 14/1986, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 48 S.


Untersuchungen zur Hochlagenaufforstung

P/I/5
Laufzeit 1960 bis 1975, Leiter W. Rachoy

Bei dem Projekt handelte es sich um Aufforstungsversuche, vorwiegend mit Zirbe, über der aktuellen Waldgrenze. Naturverjüngungsuntersuchungen in Hochlagen in den Seetaler Alpen in der Steiermark wurden mit dem Ziel durchgeführt, die volle Schutzfunktion wieder zu erreichen und die Gefährdung durch Lawinen- und Hochwasserkatastrophen zu verringern. Die Untersuchungen zur Klärung von Resistenzfragen wurden gemeinsam mit dem Institut für Forstschutz durchgeführt.

1975 wurden die Untersuchungen zur Hochlagenaufforstung mit Aufnahmearbeiten in Zirbenaufforstungen und in Zirbenaltbeständen der Seetaler Alpen abgeschlossen. Daraus leitete man Zielvorstellungen und Konzepte für die zukünftige Bewirtschaftung von hochsubalpinen Waldgebieten ab.

Nather J., 1976, Ergebnisse und Feststellungen zum Thema Hochlagenpflanzgut, in:

International Union of Forestry Research Organizations XVI IUFRO World-Congress Oslo Norway, June 20-July 2, 1976, Ecosystems (H. Mayer, Wien), S. 162-169

Rachoy W., 1976, Waldbauliche Strukturuntersuchungen in subalpinen Zirbenwäldern, in: International Union of Forestry Research Organizations XVI IUFRO World-Congress Oslo Norway, June 20-July 2, 1976, Ecosystems (H. Mayer, Wien), S. 183-202.

{Seitenanfang}


Ableitung von wirtschaftlich optimalen Bestandesformen

P/I/1
Laufzeit 1966 bis 1986, Leiter W. Rachoy

Die Frage, was ein forstlicher Standort nachhaltig optimal leisten kann, stand im Zentrum des Projekts. Es sollte der forstlichen Praxis ein Instrumentarium zur bestmöglichen Standortsausnutzung liefern. Für die verschiedenen Projektgebiete sollten Empfehlungen für optimale Bestandesformen bei verschiedenen Besitzkategorien innerhalb bestimmter Einheiten, wie Standortseinheiten, Höhenstufen, geologischen Einheiten (Flyschgebiete, Kalkalpen, Kristallinzone) sowie für verschiedene Degradationsstadien erarbeitet und waldbauliche Untersuchungen von Struktur und Leistung naturnaher Relikt-Bestände durchgeführt werden.

Zwischen 1966 und 1976 wurden vom Institut für Standort in drei Erkundungsgebieten, dem Nördlichen Alpenvorland-Buchenmischwaldgebiet, dem Nördlichen randalpinen Fichten-Tannen-Buchenwaldgebiet und dem Zwischenalpinen Fichten-Tannenwaldgebiet mit Schwerpunkten im Raum Steyr (Flysch), Molln (Kalk) und Radstadt (Urgestein) die vorkommenden Standortseinheiten unter besonderer Berücksichtigung der Höhenstufen aufgenommen. Diese Standortseinheiten wurden vom Institut für Waldbau nach der Leistungsfähigkeit der Standortsgruppen zusammengefaßt und diese jeweils in Beispielskartierungen in ihrer räumlichen Ausdehnung dargestellt. Innerhalb der Standortsgruppen wurden die Leistungen optimaler Bestandesformen aller Altersklassen gemessen. Erfaßt wurde die Wuchsleistung der Fichte und teilweise auch die der Buche. Rund 55.000 Probestämme bildeten die Grundlage für weitere Auswertungen und Untersuchungen der Wuchsleistung. Bodenuntersuchungen und lichtökologische Aufnahmen zur Naturverjüngung wurden als waldbauliche Grundlage erfaßt.

Das Institut für später Waldwachstum und Betriebswirtschaft erstellte aufgrund des Aufnahmematerials Standorts-Ertragstafeln.

Die Arbeit am Projekt wurde 1986 beendet, da der Projektleiter in das BMLF versetzt wurde.

Rachoy W., 1979, Standorts- und ertragsbezogener Waldbau. Grundlagenforschung als Entscheidungshilfe für die Waldbewirtschaftung, Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien, Informationsdienst, Nr. 187, Allgemeine Forstzeitung, Wien, 90 (10), S. 305-312


Untersuchungen an Forstpflanzen

Bis 1979

  1. Versuch zur Beurteilung der Nachkommenschaft von anerkannten Beständen mittels frühzeitiger Untersuchungen an Forstpflanzen ("Frühtest")
  2. Untersuchungen zur Pflanzenqualität und die Auswirkungen auf den Aufforstungserfolg
  3. Untersuchungen von jeweils aktuellen Fragen zum Komplex "Forstpflanzen"

Ab 1980 bis 1984: Untersuchungen zur Beurteilung von Forstpflanzen

Ab 1985: Untersuchungen an Forstpflanzen

P/I/3, P/1/3
Laufzeit 1971 bis 1996, Leiter J. Nather, ab 1993 F. Müller

Schwerpunkt des Projekts waren Versuche zur Beurteilung von Nachkommenschaften, sogenannte "Frühtests", zur Abgrenzung des Verwendungsbereiches, weiters Untersuchungen zur Erfassung der Pflanzenqualität und deren Auswirkungen auf den Aufforstungserfolg und schließlich Untersuchungen aktueller Fragen zum Komplex "Forstpflanze", wie über Wurzeldeformationen, Verschulzeit, Verdunstungsschutz, Kühlhauslagerung u.a.

Dieses Projekt war durch ständige Zusammenarbeit mit dem Institut für Forstgenetik - dort wurden u.a. die Kulturkammer-Versuche durchgeführt - und mit dem Versuchsgarten charakterisiert. Seit Ende 1994 werden die Fragestellungen zum Teil im Rahmen des Projekts P/3/2 "Frühtestforschung vorwiegend bei Fichte" behandelt. Einige Fragestellungen werden heute zum Teil im Rahmen von anderen Projekten des Instituts für Waldbau verfolgt. Die Untersuchungen konzentrierten sich von Beginn an auf Fichte, zeitweise auch auf Douglasie, kurzfristig wurden Eiche und Lärche untersucht. Ein Informationsdienst der FBVA von 1983 berichtet über "Untersuchungen über die Keimblattzahlen österreichischer Fichtenherkünfte". Der Keimblattindex kann als kurzfristig und mit relativ geringem Aufwand ermittelbares Merkmal zumindest für vorläufige Beurteilungen von Fichten- und Douglasien-Samenproben dienen. Das Projekt wurde 1996 wegen anderer vorrangiger Tätigkeiten ausgesetzt.

Müller F., 1988, Beziehung zwischen Wachstumsraten und Nährstoffkonzentrationen in den Nadeln einjähriger Fichtensämlinge unterschiedlicher Seehöhenherkunft, Centralblatt f. d. ges. Fw., Wien, 105 (3) S. 132-157

Müller F., 1988, Entwicklung von Fichtensämlingen (Picea abies (L.) Karst.) in Abhängigkeit von Ernährung und seehöhenangepaßter Wachstumsdauer im Versuchsgarten Mariabrunn, Mitteilungen der FBVA 160/1988, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 252 S.

Nather J., Krissl W., 1983, Untersuchungen über die Keimblattzahlen österreichischer Fichtenherkünfte, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Informationsdienst Nr. 219, Allgemeine Forstzeitung, Wien, 94 (8), S. 209-210

{Seitenanfang}


Untersuchungen zur Naturverjüngung und Bestandeserneuerung

Bis 1995: Erhaltung und Verjüngung von Hochlagenbeständen

P/I/9, P/1/9
Laufzeit ab 1971 langfristig, Leiter W. Rachoy, ab 1986 G. Eckhart, ab 1987 J. Nather, ab 1993 W. Ruhm

Zielsetzung des Projekts war anfangs die Untersuchung der Bestandesstrukturen und Analysen intakter Bestände sowie die Erhebung der Ursachen von waldzerstörenden Entwicklungen und des Auftretens und der Dauer von Phasen ungenügender Schutzwirkung. Von Anfang an ging es auch um Begünstigung der Naturverjüngungsbereitschaft und um Grundlagen der Bestandespflege. Ab 1995 kam die Förderung der Bestandeserneuerung hinzu, und ab 1996 konzentrierte man sich auf Verjüngungsmaßnahmen wie aus der Zielsetzung des Projekts hervorgeht: standortsspezifische Optimierung der Verjüngungsmethoden sowie der Baumartenwahl und Mischungsform, Erhebung der Ursachen für Verjüngungsschwierigkeiten und Begünstigung der Bereitsschaft zur Naturverjüngung.

Untersuchungsgebiete waren in den siebziger und achtziger Jahren Zirbenbestände in den Seetaler Alpen/Stmk (Winterleiten), Fichten-Lärchen-Zirbenbestände in den Hohen Tauern in Kärnten (Wollinitz), Fichten-Tannen-Buchen- und Kiefern-Lärchen-Bestände in den südlichen Kalkalpen (Gailtaler Alpen), Fichten-Lärchen-Bestände in den Niederen Tauern (Radstadt), Fichtenbestände am Hochwechsel (Steyersberger Schwaig) und verschiedene Bestandesmischungen in den Kalkvoralpen bei Türnitz (Steinbachrotte). Die Erarbeitung praxisbezogener Behandlungsmodelle für verschiedenste Hochlagenbestände steht bis heute im Mittelpunkt. Durch Publikationen und Exkursionen wurde die Problematik der forstlichen Praxis nahegebracht.

In den letzten Jahren konzentrieren sich die Untersuchungen auf Türnitz/Siebenbrunn/NÖ, Vorau/Festenburg/Stmk., im Windwurfgebiet Rothwald/NÖ und in der Forstverwaltung Kirchberg am Wechsel/NÖ. U. a. werden der Samenfall beobachtet, Untersuchungen der Keimfähigkeit durchgeführt, Naturverjüngung und künstliche Verjüngung beobachtet und verglichen, das Mikroklima erfaßt und der Wildverbiß registriert.

Exner R., 1987, Erhaltung und Verjüngung von Hochlagenbeständen, Strukturanalysen im subalpinen Fichtenwald (Niedere Tauern, Radstadt/Salzburg), FBVA-Berichte 18/1987, Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien, 102 S.

Pröll W., Ruhm W., 1995, Naturverjüngung durch mechanische Bodenverwundung?, Österreichische Forstzeitung, Klosterneuburg, 106 (7), S. 34-35

Rachoy W., Exner R., 1983, Schutzwaldfunktionen im Zusammenhang mit Mehrfachfunktionen, Allgemeine Forstzeitung, Wien, 94 (12), (Sonderheft FBVA, Gesamtschriftleitung G. Eckhart und R. Meyr FBVA), S. 322-324


Untersuchungen über die Reproduktionsfähigkeit geschädigter Bestände

F/I/3, ab 1993 P/I/16 (P/1/16)
Laufzeit 1982 bis 1992, Leiter J. Nather

Ausgelöst durch die Luftschadstoff- und Waldschadensdiskussion wurden ab 1986 Untersuchungen über die Qualität und Quantität der Samenproduktion in Schadensgebieten und Hochlagen und Maßnahmen zur Sicherung der Saatgutversorgung durchgeführt. 1986 und 1987 war eine besorgniserregende Verschlechterung der samenkundlichen Werte festzustellen, insbesondere beim Anteil der keimfähigen Samen je Zapfen. 1988 brachte aber eine außerordentlich reichhaltige Samenernte.

Pollenfalle

Ab 1989 wurden die Untersuchungen durch Pollenuntersuchungen und Blühbeobachtungen ergänzt und ab 1991 vorwiegend in den Dienst der Plantagenflächen für das Gemeinschaftsprojekt zur Erhaltung der genetischen Vielfalt (G 6) gestellt. Auch der Lehrforst der Universität für Bodenkultur und der Standorte des Projekts G3 in Achenkirch wurde einbezogen. 1992 gab es wieder eine außerordentliche Fichtenblüte. Seit 1993 werden die Arbeiten im Rahmen von P/1/16 weitergeführt.


Arbeiten zum Fragenkomplex "Mischbestände"

P/I/11, P/1/11
Laufzeit ab 1983 langfristig, Leiter G. Eckhart, ab 1987 F. Müller, ab 1997 W. Ruhm

Arbeiten zum Fragenkomplex Mischbestände wurden ab 1983 im Hinblick auf die Immissionsbelastungen verstärkt durchgeführt. Das Projekt wurde vorerst bis 1989 terminisiert, ab 1987 aber in ein langfristiges Projekt umgewandelt. Man begann 1983 im Lehr- und Versuchsforst Ulmerfeld /NÖ mit Beispielen für Mischungsregulierung in Fichte-Buche und der Frage, wie Fichtenaufforstungen mit einem natürlichen Anflug von Laubhölzern, überwiegend Rotbuche, mit geringem Pflegeaufwand und praxisbezogen noch in Fichten-Buchen-Mischbestände umgewandelt werden können. Heute gibt es Beispielsflächen für Begründung, Mischungsregulierung und Pflegearbeiten bzw. Versuchsflächen zur Untersuchung und Demonstration waldbaulicher Verfahren der Wertholzerziehung auch an Flächen des Stifts Göttweig/NÖ, in Gainfarn/NÖ, Porrau/NÖ und Güssing/Bgld. In Seminaren, Merkblättern und anderen Publikationen wurden die Ergebnisse der Praxis vermittelt.

Krissl W., Müller F., 1988, Mischwuchsregulierung von Fichte und Buche in der Jungbestandsphase, FBVA-Berichte 29/1988, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 47 S.

Krissl W., Müller F., 1990, Begründung von Mischbeständen, Waldbau-Merkblätter Nr. 2, Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien, Institut für Waldbau, Wien, 25 S.

Müller F., 1991, Anzucht, Kultur und Erziehung von Edellaubbaumarten, Waldbau-Merkblätter Nr. 4, Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien, Institut für Waldbau, Wien, 26 S.

Ruhm W., 1996, Waldbauliche Grundlagen der Mischwaldbegründung, Österreichische Forstzeitung, Klosterneuburg, 107 (2), S. 53-54

{Seitenanfang}


Eignung "kritischer" Standorte für verschiedene Bestandesformen und Bewirtschaftungsarten

P/I/12, P/1/12
Laufzeit ab 1983 langfristig, Leiter G. Eckhart, ab 1987 F. Müller

Die Untersuchungen auf gefährdeten Waldstandorten im Hinblick auf ihre Tauglichkeit für Baumarten, Bestandesformen und Nutzungsmöglichkeiten widmeten sich von Anfang an schwerpunktmäßig den Eichenmittel- und Ausschlagwäldern Ostösterreichs, speziell des Weinviertels. Daß für die Waldgebiete im niederschlagärmsten Bereich Österreichs die Austrocknung ein wesentlicher Faktor ist, stellten Eckhart und Krissl bereits 1984 fest. 1989 faßte man die auf der Grundlage einer Jahrhunderte alten waldbaulichen Tradition zur Bewirtschaftung und Pflege dieser Waldgebiete im Rahmen des Projekts gesammelten Erfahrungen in einem FBVA-Bericht zusammen. Bei einer Diskussionsveranstaltung an der FBVA wurde betont, daß die Betriebsform des Mittelwaldes im subpannonischen Eichenmischwaldgebiet hohe Aktualität habe.

Im Rahmen des Projekts beschäftigte man sich auch mit der Wirkung von Stammschutzhüllen. 1995 waren waldbauliche Probleme in den Trockengebieten des pannonischen Tief- und Hügellandes Thema der ersten Mariabrunner Waldbautage. Derzeit werden verschiedene Schutzwaldsanierungsflächen betreut, das Schutzwald-Sanierungsprojekt Pillichsdorf/Bgdl. gemeinsam mit dem Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur.

Bernhard A., Ott. L., 1994, Stammschutzhüllen - Innenklima - Wachstumsreaktionen, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Informationsdienst Nr. 255, Österreichische Forstzeitung Wien, 105 (5), S. 31-34

Krissl W., Müller F., 1989, Waldbauliche Bewirtschaftungsrichtlinien für das Eichen-Mittelwald-Gebiet Österreichs, FBVA-Berichte 40/1989, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 134 S.

Krissl W., Müller F., 1990, Die Standorte im Bereich Sommerein - Leithagebirge als waldbauliche Behandlungseinheiten, in: Mitteilungen der FBVA 1965/1990, S. 195-219

Müller F., (Hrsg.), 1997, Waldbau an der unteren Waldgrenze, FBVA-Berichte 95/1997, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 129 S.

Herausgabe der Zeitschrift "News of Forest History"

F/I/5
Laufzeit 1984 bis 1990, Leiter H. Killian

Die Zeitschrift "News of Forest History" wurde gemeinsam von der IUFRO-Fachgruppe "Forstgeschichte" und der Forstlichen Bundesversuchsanstalt herausgegeben. Sie informierte die Mitglieder der Fachgruppe über forstgeschichtliche Aktivitäten in den verschiedenen Ländern. Die Probenummer 1 erschien 1984, eingestellt wurde die Publikation nach der Doppelnummer 11/12 1990.

Entstehung des Forstgesetzes von 1852 und dessen Auswirkungen bis heute

P/VIII/7, P/I/13
Laufzeit 1985 bis 1991, Leiter H. Killian, ab 1990 H. Feichter

Das Projekt hatte die Darstellung des Einflusses gesellschaftlicher Kräfte auf die Entstehung des Forstgesetzes von 1852 und dessen Auswirkungen bis heute zum Ziel. Der Abschlußbericht schildert die Entstehung des Forstgesetzes in den Jahren 1849 bis 1852 und den vergeblichen Versuch während der darauffolgenden Jahrzehnte, dieses zu vollziehen. Konflikte ergaben sich vor allem in bezug auf die Reichs- und Länderzuständigkeit für das Forstwesen sowie die Intensität der staatlichen Forstaufsicht. Um die Jahrhundertwende ergingen in den meisten Ländern der Monarchie landesrechtliche Ausführungsgesetze zum Reichsforstgesetz. Das Verfassungsübergangsgesetz von 1920 behielt die Kompetenzverteilung der Monarchie bei, ehe durch die B-VG-Novelle von 1925 das Forstwesen wieder ausdrücklich zur Bundessache erklärt wurde.

Feichter H., 1992, Forstgesetzgebung, in: Franz Schmithülsen (Hrsg.), Bericht der Fachgruppe S6 13-00 ETH Zürich, Forstwissenschaftliche Beiträge Nr. 11, S. 83-109

Killian H., 1989, Welche Fragen beschäftigten die Forstwirtschaft vor 100 Jahren? Österreichische Forstzeitung, Wien, 100 (12), S. 16-17


Historische Entwicklung der Wildbach- und Lawinenverbauung in Österreich

P/VIII/8, P/1/14
Laufzeit 1985 bis 1990, Leiter H. Killian

Die historische Entwicklung der Organisation der Wildbach- und Lawinenverbauung in Österreich wurde in einer vierteiligen Publikation der Mitteilungen der Forstlichen Bundesversuchsanstalt dargestellt. Der Titel der Arbeit lautete "Der Kampf gegen Wildbäche und Lawinen im Spannungsfeld von Zentralismus und Föderalismus". Dazu kamen noch zwei Bände mit Quellenmaterial. Der Projektleiter habilierte sich mit dieser Arbeit.

Killian H., 1990, Der Kampf gegen Wildbäche und Lawinen im Spannungsfeld von Zentralismus und Föderalismus, Mitteilungen der FBVA, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 164/I, 167S, 164/II, 183 S., 164/III/1, 211 S, 164/III/2, 133 S.

Killian H., 1990, Dokumente und Materialien zur Geschichte der Wildbach- und Lawinenverbauung in Österreich, Teil 1 und Teil 2, Mitteilungen der FBVA, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, 164/IV/1, 184 S. und 164/IV/2, 118 S.


Österreichisches Forstbiographisches Lexikon

P/VIII/9, P/I/15
Laufzeit 1985 bis 1990, Leiter H. Killian

H. Killian dokumentierte im Rahmen des Projekts bekannte österreichische Forstleute und führte die Arbeit auch nach seiner Pensionierung weiter. Fünf Bände des Österreichischen Forstbiographischen Lexikons gab er zwischen 1983 und 1994 im Eigenverlag heraus. Die Bände beschreiben Leben und Werk von forstlichen Persönlichkeiten aus vier Jahrhunderten und reichen vom Buchstaben A bis D. Im Zug seiner Arbeiten recherchierte Killian auch über weitere Persönlichkeiten, zum Beispiel über den ersten Leiter der Forstlichen Bundesversuchsanstalt, Arthur von Seckendorff-Gudent.

Killian H., 1983, 1984, 1985, 1991, 1994, Österreichisches forstbiographisches Lexikon, Leben und Werke forstlicher Persönlichkeiten aus vier Jahrhunderten (1571-1990), Wien

Killian H., 1986, Arthur Freiherr von Seckendorff-Gudent, Allgemeine Forstzeitung, Wien 97 (11), S. 351

{Seitenanfang}


Amtliche Attestierung von forstlichem Vermehrungsgut

Bis 1997: Arbeiten zur gutachtlichen Beurteilung von forstlichem Vermehrungsgut

T/I/1, T/1/1

1998 teilweise zu F/1/20
Laufzeit als Tarifarbeit von 1985 an, ständige Einrichtung, Leiter J. Nather, 1993 F. Müller, ab 1994 I. Strohschneider

Die Tarifarbeit umfaßt u.a. Untersuchungen der Prüfstelle für Forstsamen zur amtlichen Attestierung von Saatgutproben, Verpflichtungen im Rahmen des Forstgesetzes 1975 zur Absicherung der Bestimmungen des Forstgesetzes, die Begutachtung der ausgewählten Erntebestände und Ausgangspflanzen und die Führung des Zentralregisters.

Seit 1998 wird ein Teil der Aufgaben als Facharbeit F/1/20 "Arbeiten zur gutachtlichen Beurteilung von forstlichem Vermehrungsgut" geführt. Als Tarifarbeit T/1/1 verblieb die amtliche Attestierung von forstlichem Vermehrungsgut.


Museum für das forstliche Versuchswesen

Bis 1992: Bearbeitung allgemeiner forstgeschichtlicher Fragen

F/I/1, F/1/1
Laufzeit ab 1987 langfristig, Leiter H. Killian, ab 1990 H. Feichter, ab 1993 J. Ferenczy

1987 wird die Arbeit zum ersten Mal unter F/1/4 erwähnt. Ab 1988 wurde eine Sanierung des Museums für das forstliche Versuchswesen geplant, diese mußte jedoch wegen der Restaurierung des Amtsgebäudes Mariabrunn bis 1994 aufgeschoben werden. Seit damals wird das Museum kontinuierlich weiter ausgestaltet und eine Josef-Ressel-Gedenkstätte sowie ein historischer Arbeitsraum in Mariabrunn eingerichtet. Im Rahmen von zahlreichen Führungen machte Ing. Ferenczy das Museum einem breiten Kreis bekannt.


Untersuchungen über die Reproduktionsfähigkeit von Beständen

Bis 1995: Untersuchungen über die Reproduktionsfähigkeit geschädigter Bestände

P/I/16, P/1/16
Laufzeit ab 1993 bis 2008, Leiter R. Litschauer

In Fortsetzung der Facharbeit F/1/3, die seit 1982 durchgeführt worden war, begann man 1993 damit, ein langfristiges Beobachtungsnetz zur integralen Entwicklung des Reproduktionspotentials von Beständen bzw. der Leitwaldgesellschaften bestimmter Wuchsgebiete aufzubauen. Die bereits eingerichteten Untersuchungsgebiete wurden einbezogen. Eine längere Beobachtungsreihe soll die Entwicklung des Reproduktionspotentials bzw. allfällige Änderungen durch Schadeinflüsse und Änderungen der Klimabedingungen dokumentieren.

Seit 1997 besteht eine Zusammenarbeit mit dem europäischen Polleninformationsdienst. Außerdem werden auch die Standorte der Waldschadensbeobachtung im Rahmen der EU (siehe Gemeinschaftsprojekt G8) und Naturwaldreservate (siehe P/1/21) in die Erforschung der Samenproduktion miteinbezogen.

Litschauer R., 1995, Das Blühen der Waldbäume (1) und (2), Österreichische Forstzeitung, Klosterneuburg, 106 (6), S. 52-53 und 106 (8), S. 60

Litschauer R., 1996, Blüte und Fruktifikation der Waldbaumarten am Schulterberg - Erste Ergebnisse, in: Herman F., Smidt St. (Hrsg.), Ökosystemare Studien im Kalkalpin. Abschätzung der Gefährdung von Waldökosystemen, FBVA-Berichte 94/1996, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 145-156

{Seitenanfang}


Integrated Monitoring - Nationalpark Kalkalpen

M/I/1, M/1/1
Laufzeit ab 1993, Abschluß unbestimmt, Leiter W. Ruhm

In das Projekt des Umweltbundesamtes "Integrated Monitoring - Schwerpunkt Nationalpark Kalkalpen" im Rahmen des UN/ECE-Programms sind die Institute für Waldbau, Lawinen- und Wildbachforschung, Forstökologie und Waldwachstum und Betriebswirtschaft der FBVA eingebunden. Am Institut für Waldbau werden waldbauliche Fragestellungen wie die quantitative und qualitative Erfassung der jährlichen Samenproduktion, Pollendichte, Klimadaten und die Erhebung zur Naturverjüngung behandelt.


Die Forsttechnik-Projekte werden im Abschnitt "Forsttechnik", die Versuchsgartenprojekte im Abschnitt "Versuchsgärten" beschrieben.


Mechanisierung der Holzernte

P/1/17 , bis 1994 P/VI/3

Kooperationsabkommen Forstwirtschaft-Platte-Papier

P/1/18 , bis 1994 P/VI/5, ausgesetzt seit 1995

Prüfung der Verfahren zur generativen und vegetativen Vermehrung von Forstpflanzen mit besonderer Berücksichtigung der Stecklingsvermehrung

P/1/19, bis 1994 P/XIII/1

Auslese und Prüfung von Robinienklonen

P/1/20, bis 1994 P/XIII/5

Holzrückung mit Pferden

F/1/14, bis 1994 F/VI/1, ausgesetzt seit 1995


Naturwaldreservate

P/1/21 und P/1/21 - EU 2
Laufzeit ab 1995 langfristig, Leiter G. Frank

Naturwaldreservate sind Waldflächen, in denen jede menschliche Beeinflussung, also auch die forstliche Bewirtschaftung, unterbleibt. Sie sind ein Beitrag zur Erhaltung und natürlichen Entwicklung der biologischen Diversität und dienen der Forschung und Lehre. Die Einrichtung von Naturwaldreservaten hat in Österreich eine lange Tradition.

1993, mit der Unterzeichnung der Resolutionen der Ministerkonferenz zum Schutze der Wälder in Europa in Helsinki, hat sich Österreich auch international zur Einrichtung eines Netzes von Naturwaldreservaten verpflichtet, das österreichweit und für alle Waldgesellschaften repräsentativ ist. Die bereits bestehenden Naturwaldreservate werden, soferne sie den Kriterien entsprechen, in dieses neue Netz einbezogen. Bisherige Arbeiten waren der Ausbau des Netzes, die Begutachtung der neu als Naturwaldreservate vorgeschlagenen Waldflächen und die Mitarbeit bei der COST-Aktion E4 "Forest Reserves Research Network". Die Arbeiten am österreichischen Netz werden mit dieser internationalen Aktion abgestimmt.

In weiterer Folge soll das Naturwaldreservatenetz der Erarbeitung von Grundlagen für die Weiterentwicklung eines ökologisch orientierten, naturnahen Waldbaus dienen. Dauerbeobachtungsflächen werden als Typusbestände für natürliche Waldgesellschaften, als Referenzflächen für ökologische Inventuren und für die langfristige Erforschung und Dokumentation der Waldentwicklung unter vom Menschen unbeeinflußten Bedingungen herangezogen.

Naturwaldreservat

Naturwaldreservate

Insgesamt bestehen mit Stand Dezember 1998 159 Naturwaldreservate mit einer Gesamtfläche von 6072 ha, das sind 0,15 % der österreichischen Waldfläche. Anzahl und Flächengröße weisen eine stark steigende Tendenz auf.

Bei der Auswahl der Waldflächen wird darauf geachtet, möglichst große Naturwaldreservate zu errichten.

Die meisten Naturwaldreservate befinden sich in Fichten-Tannen-Buchenwäldern und subalpinen Fichtenwäldern. Die weiteren Waldgesellschaften sind durch deutlich weniger Reservate erfaßt. Unterrepräsentiert sind derzeit noch azonale Sonderwaldtypen wie z. B. Ahorn-Eschenwälder. 1998 konnten aber vermehrt Reservate in den Eichen-Hainbuchenwäldern und Buchenwäldern eingerichtet werden. Die Flächenverteilung nähert sich damit immer mehr dem repräsentativen Anteil der österreichischen Waldgesellschaften.

Frank, G., 1998, Naturwaldreservate und biologische Diversität, in: Geburek, Th., Heinze, B. (Hrsg.), Erhaltung genetischer Ressourcen im Wald - Normen, Programme, Maßnahmen, Landsberg, S. 205- 238


Maschinen- und Gerätedatenbank

F/1/16

Untersuchungen zur Qualitätsbestimmung von Forstsaatgut

F/1/17
Laufzeit ab 1995 langfristig, Leiterin I. Strohschneider

Bei dieser Facharbeit geht es um die Weiterentwicklung von Methoden zur Qualitätsbestimmung forstlichen Saatguts, um die Mitarbeit in internationalen Gremien zur Frage der Identifizierung sowie um die Prüfung und Zertifizierung von forstlichem Saatgut.

Strohschneider I., 1994, Gewinnung und Lagerung von Forstsaatgut,

Österreichische Försterzeitung, Königstetten, 82 (3), S. 3 - 8

Strohschneider I., 1995, Keimfähigkeit, Vorbehandlung und Anzucht von Forstsaatgut, Österreichische Försterzeitung, Mauerbach, 83 (1), S. 9 -12

{Seitenanfang}


Teilnahme an Fachausschüssen zur Regelung des nationalen und internationalen Handels mit forstlichem Vermehrungsgut

F/1/18
Laufzeit ab 1995 langfristig, Leiter F. Müller

Diese Facharbeit faßt alle Arbeiten zusammen, die sich aus dem zunehmenden europaweiten Handel mit forstlichem Vermehrungsgut ergeben und betrifft die Revision von Richtlinien über den Verkehr mit forstlichem Vermehrungsgut innerhalb der EU und der OECD bzw. deren Anpassung an zahlreiche Änderungen in der Bedeutung der Waldfunktionen, der Einschätzung der Umwelteinflüsse und in den Verfahren zur Produktion von Vermehrungsgut.


Untersuchungen zu Kulturbegründungs-Verfahren im Eichen-Mischwaldgebiet

P/1/22
Laufzeit ab 1996, Bericht 1999, Dokumentation der weiteren Entwicklung in fünfjährigen Intervallen, Leiter W. Ruhm

Die hohen Kosten bei der Begründung und Pflege von Eichenkulturen erfordern ein Überdenken altbewährter Kulturbegründungsmaßnahmen und die Erprobung neuer Konzepte ohne Beeinträchtigung der Wertholzproduktion. Im Rahmen des Projekts werden rationelle Begründungsverfahren auf Trockenstandorten bzw. Erstaufforstungen mit überwiegender Schutz- und Wohlfahrtsfunktion angestrebt. Weiters wird die Auswirkung von Weichlaubhölzern bei ihrer Integration in extensive Begründungskonzepte untersucht.

Nester-Pflanzung

So werden im Rahmen einer Versuchsserie "Nesterpflanzungen" sowie "Trupp-Pflanzungen" als Beispiele für Teilflächenkulturen angelegt. Diese Verfahren verringern die Kulturkosten und machen weniger Pflegemaßnahmen für den Jungwuchs nötig. Freiflächen zwischen den Eichengruppen bieten Raum für die Entwicklung der natürlichen Baumartengarnitur und somit eine Erhöhung der Artendiversität.

Diese und andere neu angelegte Versuchsflächen werden im Rahmen des Projekts beobachtet und dokumentiert.

Ruhm W., 1997, Alternative - Kulturbegründung von Eichenmischwald, Österreichische Forstzeitung, Klosterneuburg, 108, (7), S. 29

Ruhm W., 1997, Begründung von Eichenbeständen - alternative Verfahren, in: Müller, F. (Hrsg.), Waldbau an der unteren Waldgrenze, FBVA-Berichte 95/1997, Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien, S. 99-103


Grundlagenerhebung für eine computergestützte Bestimmung der potentiellen natürlichen Waldgesellschaft

F1/19
Laufzeit ab 1998, langfristig, Leiter G. Koch

Für den Aufbau eines computergestützten Analysenverfahrens (Expertensystem) zur Herleitung der potentiellen natürlichen Waldgesellschaften aus Standortsmerkmalen werden im Rahmen dieses Projekts geeignete Datengundlagen geschaffen. Ziel ist die automatisierte Vorauswahl möglicher Waldgesellschaften für vordefinierte Standorte.


Arbeiten zur gutachtlichen Beurteilung von forstlichem Vermehrungsgut

F/1/20 , bisher im Rahmen von T/1/1
Laufzeit ab 1998 langfristig, Leiterin I. Strohschneider

Die Facharbeit umfaßt Arbeiten im Rahmen des forstlichen Vermehrungsgutgesetzes (FVG) BGBl. Nr. 419 1996 und der Verordnung zum forstlichen Vermehrungsgut (VO) BGBl. Nr. 512 1996 wie die Begutachtung zur Zulassung von Ausgangsmaterial für ausgewähltes Vermehrungsgut, die Führung des nationalen Registers, Gutachten zur Vermengung von Saatgut, Gutachten zur Anerkennung von Saatgut, Gutachten zur Anbaueignung bei Importen, die Beantragung von Kontingenten in Brüssel, die Untersuchung der Zollprobe, Übergangsbestimmungen, Revision der anerkannten Bestände und Neufassung in Zulassungseinheiten etc. sowie weiters Aufarbeitung der Aufnahmedaten aus der Revision zugelassener Bestände für das nationale Register.

Müller F., Strohschneider I., 1997, Forstliches Saat- und Pflanzgut, Einführung in das Forstliche Vermehrungsgutgesetz, Österreichische Forstzeitung, Klosterneuburg, 108 (4), 8 S.

Müller F., Strohschneider I., 1997, Empfehlungen österreichischer Herkünfte forstlichen Saat- und Pflanzguts, Österreichische Forstzeitung, Klosterneuburg, 108 (4), S. 29-30

{Seitenanfang}


1999-06-22 (LinR/FeiH)    Index | Forschung | Publikationen